Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bekommt Deutschland ein Wahrheitsministerium?
  2. Psycho-Tests für Schweizer Priester
  3. Breite Rezeption für eine vermeintlich gescheiterte Theologie
  4. Werden Sie Schutzengerl für kath.net für 2025 und 2026!
  5. Teufelsanrufung in der 2. Bundesliga?
  6. 2024 mehr Austritte bei den landeskirchlichen Protestanten als bei den Katholiken
  7. Theologieprofessor Bortkiewicz: „Der Arzt beschloss, den Fötus – also mich – in Stücke zu schneiden“
  8. Die Vernunft des Glaubens – Zum 20. Todestag des heiligen Johannes Paul II.
  9. „Du musst tun, was Priester tun. Du musst die Messe feiern, Beichten hören und Anbetung halten“
  10. Hilfe! Mein Kind tut sich so schwer mit dem Lernen!
  11. 'Egal was kommt, wir haben Handlungsoptionen!'
  12. Lambrecht fordert: Lebensschutz in der neuen Koalition verbessern, trotz anderslautender SPD-Wünsche
  13. Trauriger Rekord: Fast 10.000 Euthanasietote in den Niederlanden im Jahr 2024
  14. ‚Mitarbeiter der Wahrheit‘ – ein neuer Film über Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
  15. Lourdes verhüllt Mosaike des mutmaßlichen Missbrauchstäters Pater Marko Rupnik

Medizinethiker warnt vor Dammbruch bei Freigabe von Sterbehilfe

29. Oktober 2015 in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Niederländischer Experte verweist auf Erfahrungen in seinem eigenen Land: Die Freigabe der aktiven Sterbehilfe schafft nicht nur Transparenz für Fälle, die sonst im Geheimen stattgefunden hätten, sondern ruft auch neue Fälle hervor.


Frankfurt (kath.net/KNA) Der niederländische Medizinethiker Theo Boer warnt vor einem Dammbruch im Zusammenhang mit der Freigabe der aktiven Sterbehilfe. Seit der Einführung des Sterbehilfegesetzes in den Niederlanden sei die Hemmschwelle zur Selbsttötung deutlich gesunken, sagte der Medizinethiker an der Theologischen Universität Kampen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» am Mittwoch im Interview. Die Zahl der Fälle sei von 1.800 im Jahr 2005 auf 5.300 im Jahr 2014 angestiegen. In den Niederlanden ist die aktive Sterbehilfe und die Beihilfe zur Selbsttötung seit 2001 legal. Am 6. November debattiert der Bundestag über eine Regelung zur Suizidbeihilfe.


Aktive Sterbehilfe sei in den Niederlanden nicht länger eine Ausnahme, sondern habe sich zu einer «normalen Sterbensweise» entwickelt, sagte Boer. Immer mehr Menschen entschieden sich bei einer fatalen Diagnose für aktive Sterbehilfe, ohne die Möglichkeiten der Palliativmedizin in Betracht zu ziehen. Nach Einschätzung Boers schafft das geltende Gesetz nicht nur Transparenz für Fälle, die sonst im Geheimen stattgefunden hätten, sondern ruft auch neue Fälle hervor. Hätten früher hauptsächlich Krebskranke und Aids-Patienten Sterbehilfe in Anspruch genommen, seien heute hunderte Fälle verschiedenster Art hinzugekommen, etwa Demenzkranke, psychiatrische Patienten oder Menschen mit altersbedingten Beschwerden.

Gelegentlich gebe es auch Fälle, in denen Druck von außen nicht ausgeschlossen werden könne, so Boer, der bis 2014 Mitglied in der Kontrollkommission für aktive Sterbehilfe war. Besorgniserregend sei jedoch weniger eventueller Druck von außen, sondern vielmehr, «dass ein Patient, der am eigenen Leben verzweifelt ist und deshalb einen Sterbewunsch äußert, dabei von seiner Umgebung nicht den erforderlichen Widerstand erfährt». Länder, die derzeit über eine Freigabe aktiver Sterbehilfe diskutierten, sollten deswegen zunächst die kritische Reflexion der Niederländer über damit einhergehenden Entwicklungen abwarten, so Boer.

Vgl. dazu kath.net-Interview mit Diakon Peter Hepp, der selbst taubblind ist und über die Euthanasierung von erwachsenen taubblinden Zwillingen in Belgien äußerte: „Ich war schockiert!“.

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  2. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"
  3. Logische Konsequenzen der Freigabe der Abtreibung
  4. Vatikan bestätigt: Kliniken des belgischen Ordens sind nicht mehr katholisch!
  5. Österreichische Bischofskonferenz: Für umfassenden Lebensschutz!
  6. CDL fordert dringend ein "legislatives Schutzkonzept" bei Sterbehilfe
  7. Aktive Sterbehilfe? – Keine Antwort ist auch eine Antwort!
  8. Vatikan erkennt belgischen Ordens-Kliniken katholische Identität ab
  9. Kritik an Sterbehilfe an Demenzkranken in Niederlanden hält an
  10. Kritik an Sterbehilfe an Demenzkranken in Niederlanden hält an






Top-15

meist-gelesen

  1. Werden Sie Schutzengerl für kath.net für 2025 und 2026!
  2. EINMALIGE CHANCE! Große Baltikum-Reise mit kath.net - Mit Erzbischof Gänswein!
  3. Eine wichtige BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  4. Teufelsanrufung in der 2. Bundesliga?
  5. Theologieprofessor Bortkiewicz: „Der Arzt beschloss, den Fötus – also mich – in Stücke zu schneiden“
  6. Breite Rezeption für eine vermeintlich gescheiterte Theologie
  7. Ist es ein Wunder durch Kardinal Pell? Kleinkind atmete 52 Minuten lang nicht mehr, überlebte!
  8. ‚Mitarbeiter der Wahrheit‘ – ein neuer Film über Johannes Paul II. und Benedikt XVI.
  9. „Du musst tun, was Priester tun. Du musst die Messe feiern, Beichten hören und Anbetung halten“
  10. Bekommt Deutschland ein Wahrheitsministerium?
  11. Psycho-Tests für Schweizer Priester
  12. Das Wunder des Karol Wojtyła
  13. „Habt keine Angst!“ – Christus macht wirklich frei!
  14. 'Egal was kommt, wir haben Handlungsoptionen!'
  15. 2024 mehr Austritte bei den landeskirchlichen Protestanten als bei den Katholiken

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz