Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  8. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  9. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  10. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  11. Schweiz: Bischöfe beten für Opfer der Brandkatastrophe in Skiort
  12. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  13. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel
  14. Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark
  15. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“

Franziskus zu Empfängnisverhütung gegen das Zika-Virus

21. Februar 2016 in KNA, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Sollen Paare verhüten dürfen, wenn der Zika-Virus den möglichen Nachwuchs bedroht?


Sollen Paare verhüten dürfen, wenn der Zika-Virus den möglichen Nachwuchs bedroht? Für Papst Franziskus scheint das denkbar. Da ist die Frage nach dem Gebrauch von Kondomen zum Schutz vor HIV nicht weit.

Vatikanstadt (KNA) Mit Äußerungen zur Empfängnisverhütung hat Papst Franziskus erneut für Schlagzeilen gesorgt, aber auch für Fragezeichen. Angesichts von Gefahren wie der Zika-Epidemie, die derzeit in Lateinamerika grassiert und bei ungeborenen Kindern zu schwersten Behinderungen führen kann, könne der Gebrauch von Verhütungsmitteln im Sinne des geringeren Schadens «in bestimmten Fällen» erlaubt sein, deutete er bei seiner sogenannten Fliegenden Pressekonferenz auf der Rückreise von Mexiko am Donnerstag an. Die Vermeidung einer Schwangerschaft sei dann - anders als Abtreibung - «kein absolutes Übel».

Ein päpstlicher Freifahrtschein zur Verhinderung behinderten Lebens ist das nicht. Vielmehr spielte Franziskus bewusst darauf an, dass Kinder mit der durch Zika verursachten Mikrozephalie, einer
Kleinwüchsigkeit des Kopfes, nicht nur schwerbehindert sein, sondern nur eine minimale Lebenserwartung haben können, von den Risiken für die Mutter abgesehen.


Zur Erläuterung seiner Position verwies der Papst im Flugzeug auf einen etwas anders gelagerten Fall aus den 1960er Jahren: Während des Kongo-Kriegs hatte Papst Paul VI. (1963-1978) Ordensfrauen, die damals massenhaft vergewaltigt wurden, die prophylaktische Einnahme der Pille als eine legitime Form der Selbstverteidigung gegen verbrecherische Gewalt gestattet. Dies galt später analog auch im
Bosnien-Krieg.

Franziskus' Argumentation wirft Fragen auf - denn die «Kongo-Pille» ist mit der Zika-Abwehr durch Frauen, die schwanger sind oder es werden wollen, nicht in jeder Hinsicht vergleichbar. Schließlich geht es nicht um gewaltsam erzwungenen Sex, sondern eher um Paare, deren Geschlechtsverkehr laut der Pillen-Enzyklia «Humanae vitae» von 1968 prinzipiell offen sein muss für neues Leben. Und es geht um die Bedrohung durch ein Virus.

Deshalb sehen nun manche in den Aussagen von Franziskus eine Sensation. Denn die Parallelen zur jahrzehntelangen Diskussion um das kirchliche Kondomverbot für HIV-Infizierte sind nicht zu übersehen. Zwar kamen aus dem Vatikan auch schon Impulse, betroffenen Paaren eine Verhütung zu erlauben. Auch Vorgänger Papst Benedikt XVI. (2005-2013) dachte in einem 2010 veröffentlichten Interviewbuch darüber nach, die Benutzung von Präservativen könne «im begründeten Einzelfall» zur Vermeidung einer HIV-Ansteckung in Betracht kommen. Lehrmäßig durchsetzen konnten sich solche Überlegungen bislang nicht.

Franziskus blieb in seiner Antwort vage, wie oft bei Fragen zur Ehe- und Sexualmoral. Wieder einmal sprach er nicht als kirchlicher Dogmatiker oder Moraltheologe, sondern als seelsorgender Pragmatiker. Der Mensch, zitiert er immer wieder das Wort Jesu, sei nicht für den Sabbat geschaffen, sondern der Sabbat für den Menschen. Andererseits lobt er die Anti-Verhütungs-Enzyklika «Humanae vitae» auffallend euphorisch und bezeichnete sie wiederholt als prophetisch – freilich nicht im Zusammenhang mit der Kondomfrage und HIV/Aids.

Ohne Zweifel hat Franziskus der kirchlichen Debatte nun neuen Spielraum eröffnet. In einem anderen Punkt unterstrich er während der Pressekonferenz die katholische Lehre drastisch: Abtreibung sei ein absolutes Übel und ein Verbrechen. «Es bedeutet, jemanden zu töten, um einen anderen zu retten. Das ist so wie das, was die Mafia tut.»

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

KNA-Watch

  1. Ethan Hawke schätzt den Buddhismus - und meditiert beim Joggen
  2. Zwischen Queen und Sex Pistols - Sänger Campino wandelt in London auf
  3. Regisseur Almodovar hält «Opus Dei» für gefährlich
  4. Der 'Franziskus-Katholik'
  5. Einfach mal abhängen - Am Freitag ist der «Tag der Hängematte»
  6. Basketballstar Dennis Schröder will später nach Mekka pilgern
  7. Jesuitenpater Mertes fordert Aufarbeitung kirchlicher Homophobie
  8. Spiegel-Verlag startet Bezahlangebot im Internet
  9. Australischer Priester kämpft gegen Notwehr-Paragrafen
  10. 60 Prominente fordern von Grünen Unterstützung für Volker Beck






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  4. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  5. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  6. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  11. Ein Frühstück für den Verleugner
  12. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  13. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  14. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  15. Warum zwei Kardinäle aus Afrika erst jetzt 80 Jahre alt werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz