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Pfingsten, die Vollendung des Osterfestes

14. Mai 2016 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Gedanken des Hl. Augustinus (354-430) über Pfingsten


Rom (kath.net)
Das jüdische Volk feierte das Pascha, wie ihr wisst, mit der Opferung eines Lammes, das zusammen mit ungesäuerten Broten gegessen wurde. Diese Opferung des Lammes stellte schon die Opferung Jesu Christi dar und die ungesäuerten Brote das neue, vom alten Sauerteig geläuterte Leben [...] Fünfzig Tage nach dem Pascha feierte dieses Volk den Augenblick, in dem Gott auf dem Berg Sinai das von ihm eigenhändig, mit seinem Finger geschriebene Gesetz gegeben hatte. Dem Vorausbild des Pascha folgt das Pascha in Fülle (vgl. 1 Kor 5,7). Jesus Christus wurde geschlachtet und führt uns aus dem Tod ins Leben. Das Wort Pascha bedeutet denn auch wirklich „Übergang“, was der Evangelist beschreibt, wenn er sagt: „Die Stunde war gekommen, in der Jesus aus dieser Welt zu seinem Vater gehen sollte“ (vgl. Joh 13,1) [...]


Das neue Ostern wird gefeiert, der Herr ist auferstanden und läßt uns vom Tod zum Leben hinübergehen [...] und fünfzig Tage später kommt der Heilige Geist, „der Finger Gottes“ (Lk 11,20), auf die Jünger herab. Aber betrachtet nur den Unterschied zu den Ereignissen [auf dem Sinai]. Dort blieb das Volk weit entfernt stehen, es war die Furcht und nicht die Liebe, die es zurückhielt [...] Gott stieg auf dem Sinai im Feuer herab, versetzte das Volk in Furcht und Schrecken [...] Und ganz anders, als der Heilige Geist auf die Erde herabkam: die Jünger waren „alle beisammen an einem Ort“ und der Geist kam in das Haus, wo sie versammelt waren, ohne sie von der Höhe des Berges zu erschrecken (vgl. Apg 2,1ff.) [...]

Sie sahen, so sagt die Schrift, Feuerzungen, die sich verteilten. War es ein Feuer, das schon von Ferne Schrecken verbreitet? Ganz und gar nicht. Diese Feuerzungen ließen sich auf einem jeden von ihnen nieder und jene begannen in verschiedenen Sprachen zu sprechen, wie es der Geist ihnen eingab. Hört die Zunge, die spricht, und versteht, dass es der Geist ist, der schreibt, nicht in Stein sondern in die Herzen (Ex 31,18; 2 Kor 3,3). So ist also das Gesetz des lebenspendenden Geistes (Röm 8,2), geschrieben in das Herz und nicht auf Stein, ist also das Gesetz des lebenspendenden Geistes, so sage ich, in Jesus Christus, in dem das Pascha in ganzer Wahrheit gefeiert worden ist.


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