Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  13. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  14. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

Mit Zarah Leander durchs Sonntagsevangelium – ein Versuch!

7. Juni 2016 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wunder sind keine Märchen, sie sind geschehen und werden geschehen. Wunder sind Tatsachen, wir müssen nur den Jesus als Herrn, der ein Machtwort sprechen kann, wirklich ernst nehmen und ihm vertrauen. Predigt von Wilhelm Imkamp (Maria Vesperbild)


Ziemetshausen (kath.net) Predigt zum 10. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C, Evangelium Lk 7, 11-17

Es wäre ein billiger, unnützer Trost, wenn man der Witwe im heutigen Evangelium mit einem der berühmtesten Schlager von Zarah Leander (1907-1981) zurufen würde: „Nur nicht aus Liebe weinen, es gibt auf Erden nicht nur den Einen“, denn für diese Witwe gab es ja wirklich nur den Einen, sein Tod bedeutet für die verwitwete Mutter auch den Zusammenbruch aller sozialen Sicherungen. So erlebt sie als bittere Wirklichkeit: „Wir werden vom Schicksal getrieben und das Ende ist immer Verzicht“. Die Melancholie der Contra-Alt-Stimme von Zarah Leander trifft die Stimmung der Witwe wohl noch besser mit der Zeile: „Alles ist aus, ich bin so allein“. In dieser buchstäblich Trost-losen Situation trifft die Witwe mit dem Trauerzug auf Jesus und seine Begleitung: „Vor dem Stadttor begegnete der Zug des Lebens dem Zug des Todes“ (Walter Grundmann).

Jesus versteht sofort die Situation der Frau, er versucht gar nicht sie zu trösten oder „Trauerarbeit“ anzubieten, er handelt als der Herr, so wird er hier im Lukasevangelium erstmals bezeichnet. Zuerst befiehlt er der Mutter: „Weine nicht“! Dann hält er die Totenbahre an, „eine Geste der Herrschaftsausübung“ (Wilfried Eckey), und dann spricht er buchstäblich ein „Machtwort“: „Ich befehle dir….“ Jesus ist der Herr über Leben und Tod, er gibt Befehle, er übt Herrschaft aus und er spricht das Machtwort des Lebens!


Sein Mitleid ist kein unverbindliches Gefühl der Solidarität, sondern Motiv einer Herrschaftsausübung, die alle Naturgesetzlichkeiten hinter sich lässt. Der Zug des Todes „aus grauer Städte Mauern“ wird zum Triumphzug des Lebens durch das Machtwort des Herrn über Leben und Tod.

„Alles ist aus, ich bin so allein“, diese Worte, die das Gefühl der Witwe so gut treffen, stammen aus dem Schlager: „Davon geht die Welt nicht unter, sieht man sie manchmal auch grau“. Das Machtwort des Herrn vertreibt die Grauschleier von Trostlosigkeit und Einsamkeit. Ausdrücke wie Machtwort, Herrschaftsgeste, Herr und Befehl, aber auch Wunder, haben heute keine Konjunktur. Häufig sind wir auf die Grauschleier von Herrschafts- und Machtmissbrauch so fixiert, dass die Platte mit dem Zarah Leander-Schlager an der Zeile „Alles ist aus“ in der Endlosschleife irdischer Unzuträglichkeiten hängen bleibt. Nein, es gilt die Zuversicht: „Davon geht die Welt nicht unter“, denn: „ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn und dann werden tausend Märchen wahr“, wie Zarah Leander im Film „Die große Liebe“ (1942) gesungen hat.

Wunder sind keine Märchen, sie sind geschehen und werden geschehen. Wunder sind Tatsachen, wir müssen nur den Jesus als Herrn, der ein Machtwort sprechen kann, wirklich ernst nehmen und ihm vertrauen.

Schicksal, Verzicht, Einsamkeit müssen und dürfen nicht die Melodie unseres Lebens bestimmen! Hoffnung auf den Herrn, Vertrauen auf sein Machtwort sollten die Tonlage unseres Lebens bestimmen.

Dann, aus diesem Vertrauen heraus, gilt für uns, dass wir gerade deshalb nicht aus Liebe weinen sollen, weil es auf Erden nur den Einen gibt, nämlich Jesus Christus, aus dessen Machtwort wir Hoffnung schöpfen dürfen und dann können wir Zarah Leander ergänzen und in dieser Hoffnung sagen: „ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn, und auch ich werde von den Toten auferstehn“.

Erzbischof Thomas Gullickson, Apostolischer Nuntius in der Schweiz: Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild


Kirchenportrait der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild von katholisch1.tv


Foto oben: Prälat Imkamp (c) Wilhelm Imkamp


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 carl eugen 7. Juni 2016 

Imkamp for Bishop!!

Was für ein Mann Gottes! Wie sehr hätte ich mich gefreut, wäre der hw. Herr Prälat Nachfolger des grossen Kardinal Meisner geworden. Es ist unfassbar, dass ein solch grosser Kämpfer für das Evangelium nicht an vorderster Front für Gott und sein Wort steht.
Danke, lieber Prälat Imkamp, dass es Sie gibt. Sie sind ein starker Fels in der von Relativismus gebeutelten deutschen Kirche. Gott segne Sie!


10
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Maria Vesperbild

  1. Wallfahrtsdirektion Maria Vesperbild und Marktgemeinde Ziemetshausen beantragen Schutzzone
  2. Feuer in Maria Vesperbild – Gnadenbild unversehrt
  3. Ich habe der SPD meinen Priesterberuf zu verdanken!
  4. Prälat Imkamp gibt Leitung von Maria Vesperbild ab
  5. Auch das ist Ostern: Grabinspektion zur Befunderhebung
  6. Eine frische Rose
  7. Maria Vesperbild: Maria Himmelfahrt mit Kurienerzbischof Fisichella







Top-15

meist-gelesen

  1. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  2. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  3. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Fast der gleiche Glaube?
  8. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  9. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava
  10. Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
  11. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  12. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  13. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  14. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  15. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz