Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  2. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  3. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  4. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  5. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  6. Papst will für 2033 Treffen aller Kirchen in Jerusalem
  7. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  8. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  9. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  10. "Hassprediger und Hofnarr"
  11. R.I.P. Martin Lohmann
  12. Salzburg: Die drei Goldensteiner Ordensfrauen dürfen im Kloster bleiben, ABER...
  13. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  14. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  15. Drei Brücken zum Licht. Vom Zion zum Bosporus: Erneuerung der Einheit

Mit Zarah Leander durchs Sonntagsevangelium – ein Versuch!

7. Juni 2016 in Spirituelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wunder sind keine Märchen, sie sind geschehen und werden geschehen. Wunder sind Tatsachen, wir müssen nur den Jesus als Herrn, der ein Machtwort sprechen kann, wirklich ernst nehmen und ihm vertrauen. Predigt von Wilhelm Imkamp (Maria Vesperbild)


Ziemetshausen (kath.net) Predigt zum 10. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C, Evangelium Lk 7, 11-17

Es wäre ein billiger, unnützer Trost, wenn man der Witwe im heutigen Evangelium mit einem der berühmtesten Schlager von Zarah Leander (1907-1981) zurufen würde: „Nur nicht aus Liebe weinen, es gibt auf Erden nicht nur den Einen“, denn für diese Witwe gab es ja wirklich nur den Einen, sein Tod bedeutet für die verwitwete Mutter auch den Zusammenbruch aller sozialen Sicherungen. So erlebt sie als bittere Wirklichkeit: „Wir werden vom Schicksal getrieben und das Ende ist immer Verzicht“. Die Melancholie der Contra-Alt-Stimme von Zarah Leander trifft die Stimmung der Witwe wohl noch besser mit der Zeile: „Alles ist aus, ich bin so allein“. In dieser buchstäblich Trost-losen Situation trifft die Witwe mit dem Trauerzug auf Jesus und seine Begleitung: „Vor dem Stadttor begegnete der Zug des Lebens dem Zug des Todes“ (Walter Grundmann).

Jesus versteht sofort die Situation der Frau, er versucht gar nicht sie zu trösten oder „Trauerarbeit“ anzubieten, er handelt als der Herr, so wird er hier im Lukasevangelium erstmals bezeichnet. Zuerst befiehlt er der Mutter: „Weine nicht“! Dann hält er die Totenbahre an, „eine Geste der Herrschaftsausübung“ (Wilfried Eckey), und dann spricht er buchstäblich ein „Machtwort“: „Ich befehle dir….“ Jesus ist der Herr über Leben und Tod, er gibt Befehle, er übt Herrschaft aus und er spricht das Machtwort des Lebens!


Sein Mitleid ist kein unverbindliches Gefühl der Solidarität, sondern Motiv einer Herrschaftsausübung, die alle Naturgesetzlichkeiten hinter sich lässt. Der Zug des Todes „aus grauer Städte Mauern“ wird zum Triumphzug des Lebens durch das Machtwort des Herrn über Leben und Tod.

„Alles ist aus, ich bin so allein“, diese Worte, die das Gefühl der Witwe so gut treffen, stammen aus dem Schlager: „Davon geht die Welt nicht unter, sieht man sie manchmal auch grau“. Das Machtwort des Herrn vertreibt die Grauschleier von Trostlosigkeit und Einsamkeit. Ausdrücke wie Machtwort, Herrschaftsgeste, Herr und Befehl, aber auch Wunder, haben heute keine Konjunktur. Häufig sind wir auf die Grauschleier von Herrschafts- und Machtmissbrauch so fixiert, dass die Platte mit dem Zarah Leander-Schlager an der Zeile „Alles ist aus“ in der Endlosschleife irdischer Unzuträglichkeiten hängen bleibt. Nein, es gilt die Zuversicht: „Davon geht die Welt nicht unter“, denn: „ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn und dann werden tausend Märchen wahr“, wie Zarah Leander im Film „Die große Liebe“ (1942) gesungen hat.

Wunder sind keine Märchen, sie sind geschehen und werden geschehen. Wunder sind Tatsachen, wir müssen nur den Jesus als Herrn, der ein Machtwort sprechen kann, wirklich ernst nehmen und ihm vertrauen.

Schicksal, Verzicht, Einsamkeit müssen und dürfen nicht die Melodie unseres Lebens bestimmen! Hoffnung auf den Herrn, Vertrauen auf sein Machtwort sollten die Tonlage unseres Lebens bestimmen.

Dann, aus diesem Vertrauen heraus, gilt für uns, dass wir gerade deshalb nicht aus Liebe weinen sollen, weil es auf Erden nur den Einen gibt, nämlich Jesus Christus, aus dessen Machtwort wir Hoffnung schöpfen dürfen und dann können wir Zarah Leander ergänzen und in dieser Hoffnung sagen: „ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehn, und auch ich werde von den Toten auferstehn“.

Erzbischof Thomas Gullickson, Apostolischer Nuntius in der Schweiz: Pontifikalamt in der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild


Kirchenportrait der Wallfahrtskirche Maria Vesperbild von katholisch1.tv


Foto oben: Prälat Imkamp (c) Wilhelm Imkamp


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 carl eugen 7. Juni 2016 

Imkamp for Bishop!!

Was für ein Mann Gottes! Wie sehr hätte ich mich gefreut, wäre der hw. Herr Prälat Nachfolger des grossen Kardinal Meisner geworden. Es ist unfassbar, dass ein solch grosser Kämpfer für das Evangelium nicht an vorderster Front für Gott und sein Wort steht.
Danke, lieber Prälat Imkamp, dass es Sie gibt. Sie sind ein starker Fels in der von Relativismus gebeutelten deutschen Kirche. Gott segne Sie!


10
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Maria Vesperbild

  1. Wallfahrtsdirektion Maria Vesperbild und Marktgemeinde Ziemetshausen beantragen Schutzzone
  2. Feuer in Maria Vesperbild – Gnadenbild unversehrt
  3. Ich habe der SPD meinen Priesterberuf zu verdanken!
  4. Prälat Imkamp gibt Leitung von Maria Vesperbild ab
  5. Auch das ist Ostern: Grabinspektion zur Befunderhebung
  6. Eine frische Rose
  7. Maria Vesperbild: Maria Himmelfahrt mit Kurienerzbischof Fisichella






Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  7. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  11. "Hassprediger und Hofnarr"
  12. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  13. Papst will für 2033 Treffen aller Kirchen in Jerusalem
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz