Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  2. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  3. "Katholischer Medienpreis" der DBK für "korrektive Fake News"
  4. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  5. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  6. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  7. 'Ich bin Protestant und glaube an die Realpräsenz der Eucharistie'
  8. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  9. Die deutsche Versuchung, selbst ins Autoritäre abzugleiten!
  10. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  11. Sozialethiker Rhonheimer: Jesus war kein Kapitalismuskritiker
  12. USA werden im Jahr 2100 ein katholisches Land sein
  13. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  14. „Schick diese Artikel gerne an alle neugierigen und fragenden Freunde weiter!“
  15. Wir sind hier, um der Welt zu erklären, dass auch Wladimir Putin für seine Verbrechen bezahlen muss"

'Lieber Mitkatholik Sternberg: weltweit steigt die Zahl der Priester'

2. September 2016 in Kommentar, 31 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ich kann nur mein tiefes Entsetzen zu Ausdruck bringen über Ihre Wortschöpfung „Import-Priester“! Offener Brief an Thomas Sternberg, Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Von Joachim Schroedel, „Import-Priester“ in Ägypten


Kairo (kath.net) Sehr geehrter Herr Dr. Sternberg,

in der „Augsburger Allgemeine“ vom 29. August war ein Interview zu lesen, in welchem Sie Ihre Besorgnis über die zurück gegangene Zahl der Priesterweihen zum Ausdruck bringen. Diese Sorge teilen wohl alle Katholiken in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Auch in anderen Ländern der Welt schaut man auf die katholische Kirche in Deutschland. Etwa auch hier in Ägypten, wo ich seit 21 Jahren als „Import-Priester“ für die deutschsprachigen Katholiken und für viele Einheimische tätig bin.

Allein die koptisch-katholische Kirche hat etwa 166.00 Mitglieder. Neun (!) Bischöfe stehen den über 160 Pfarreien vor, die von etwa 250 Priestern betreut werden. Auf einen Priester kommen etwa 700 Gläubige.

Natürlich kann man diese Zahlen nicht mit den deutschen Verhältnissen vergleichen. Aber: Es gibt eben nur EINE katholische Kirche, und es ist seit Jahrhunderten üblich, dass sich die Glieder der Kirche weltweit unterstützen. Nicht zu vergessen: Auch derjenige, der mit großer Kraft die Christenheit in unserer Heimat hat erblühen lassen, war ein Ausländer.


Auch ohne Mandat von anderer Seite kann ich nur mein tiefes Entsetzen zu Ausdruck bringen über Ihre Wortschöpfung „Import-Priester“!

Seit Jahrzehnten arbeiten in allen Diözesen aufopferungsvoll Priester aus Polen, Kroatien, Sri Lanka, Indien, Afrika Südamerika und anderen Gebieten unserer Welt in Deutschland. Sie haben die Sprache erlernen müssen und mussten sich mit der zumeist spröden Mentalität von uns Deutschen zurechtfinden. Sie leisten einen Dienst, oft fern von ihrer Heimat. Und natürlich müssen auch wir uns an sie gewöhnen. Doch glaube ich fest, dass gerade in der Begegnung mit Priestern aus der Weltkirche unserer Nabelschau und dem immer gleichen Jammern über hausgemachte Probleme ein Kontrapunkt gesetzt wird. Nie werde ich allein die indischen Schwestern vergessen, die in meiner Kaplanspfarrei Butzbach so segensreich gewirkt haben. Das war „Weltkirche“! Ich bitte Sie, diese diskriminierende und vielleicht schon rassistische Äußerung über die ausländischen Priester in Deutschland zurück zu nehmen!

Die „Lösungsvorschläge“, die Sie in diesem Interview bringen, bedürfen keines weiteren Kommentars; sie sind fast alle theologisch verquer, zum Teil uralt oder schon längst vom Lehramt geklärt. Und wer fordert, Pastoralreferentinnen sollten die Krankensalbung spenden dürften (diese Forderung ist natürlich ebenfalls nicht neu), sollte sich einmal mit der Sakramententheologie befassen.

Lieber Mitkatholik Sternberg; weltweit steigt die Zahl der Priester. In Regionen, in denen Christen benachteiligt oder verfolgt werden, blüht (wenn auch oft heimlich!) der Glaube. Ich lade Sie herzlich ein, einmal einen Besuch in Ägypten zu machen; vielleicht werden Sie dann, etwa im Gespräch mit Bischöfen, von denen einige Deutsch sprechen, weil sie als „Import-Priester“ in Deutschland gewirkt haben, etwas „katholischer“.

Msgr. Joachim Schroedel, Kairo

Monsignore Joachim Schroedel (Foto) war 19 Jahre im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz Seelsorger der deutschsprachigen katholischen Gemeinde in Kairo, ganz Ägypten und für die deutschsprachigen Katholiken im Nahen Osten. Die DBK hat ihn 2014 von dieser Stelle abberufen und diese Stelle nicht mehr neu besetzt. In Absprache mit seinem Heimatbischof ging Schroedel vorzeitig in Pension und steht - eingeschränkt durch mangelnde finanzielle Unterstützung - den Christen Ägyptens weiterhin als Priester zur Verfügung.

K-TV-Interview mit Msgr. Joachim Schroedel beim 4. Kongress ´Treffpunkt Weltkirche´ von ´KIRCHE IN NOT´


Foto Msgr. Schroedel (c) Kirche in Not


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

ZdK

  1. Erfurter Ex-OB Ruge legt nach mit Grundsatzkritik am bevorstehenden Erfurter Katholikentag und ZdK
  2. BKÄ weist Forderung flächendeckenden Abtreibungsmöglichkeiten zurück
  3. ZdK-Präsidentin fordert 'besseres Angebot' zur Tötung ungeborener Kinder in Deutschland
  4. Hartl: „Bereits die ersten Christen waren dafür bekannt, gegen Abtreibung zu sein“
  5. Wenn sich der ZDK-Präsident über kath.net ärgert ;-)
  6. Licht und Schatten im ZdK
  7. „Das Zentralkomitee beschließt, ich antworte“
  8. „Alle Getauften bilden die Kirche“
  9. Sternberg nicht legitimiert, für "die Katholiken" zu sprechen
  10. "ZDK erinnert mich an die 'unseligen Zeiten' des SED-Zentralkomitees"






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Oktober 2025 mit kath.net in MEDJUGORJE mit P. Leo MAASBURG
  3. 'Ich bin Protestant und glaube an die Realpräsenz der Eucharistie'
  4. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  5. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  6. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  7. "Katholischer Medienpreis" der DBK für "korrektive Fake News"
  8. Die deutsche Versuchung, selbst ins Autoritäre abzugleiten!
  9. USA: Dominican Sisters of St. Cecilia heißen dieses Jahr 21 Postulantinnen willkommen
  10. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  11. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  12. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  13. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  14. US-Erzdiözese Denver: Pfarreien nominieren 900 junge Männer für das Priestertum
  15. Wie zwei Konvertiten spannend den Glauben vermitteln

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz