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'Warum ich Frauenpriestertum nicht unterstützen kann'

20. Oktober 2016 in Kommentar, 41 Lesermeinungen
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„Wenn Jesus in seiner Kirchen Priesterinnen hätte haben wollen, hätte er sie von Anfang an dazu berufen.“ Gastbeitrag der Religionspsychologin Martha von Jesensky


Zürich (kath.net) Engagierte Katholiken versuchen ihrem guten Willen einen praktischen Inhalt zu geben. So auch Theologinnen und Theologen, die das Frauenordinarius fordern. Sie argumentieren, dass Jesus nur deshalb Frauen nicht als Priesterinnen berufen hat, weil das in der damaligen Zeit noch nicht denkbar gewesen wäre. Heute würde er das tun.

Diese Argumentationsweise ist aber nicht richtig; denn, wie man in den Evangelien nachlesen kann, Jesus setzte sich mehrmals über die damaligen Bräuche hinweg. Zum Beispiel, er aß und trank mit Sündern und Zöllnern (Markus 2,16), einen von ihnen hat er sogar zum Apostel berufen (Matthäus 9,9), er brach die Bestimmungen der Pharisäer (Schriftgelehrten) zum Sabbat, indem er ausgerechnet an diesem Tag einen Kranken heilte. Aber auch an den traditionellen Reinigungsvorschriften hielt er sich nicht (Markus 7,2f); er korrigierte eigenmächtig die Interpretationen des Alten Testamentes durch die Schriftgelehrten („…Die Alten haben euch gesagt…Ich aber sage euch…“Matthäus 5,21), mutet seinen Zuhörern zu sein eigenes Fleisch zu essen – und begeht sogar in den Augen der Juden das größte Verbrechen (Blasphemie), indem er sich selbst als Gottes Sohn ausgibt (Lukas 22,70f.).


Jesus hat also die Auseinandersetzung nicht gescheut, wenn es darum ging, seine Sendung zu erfüllen. Man könnte fast sagen, das ganze Evangelium ist eine „Aneinanderreihung von Situationen, in denen sich Jesus gegen den herrschenden Trend seiner Zeit stellt. Warum hätte er nicht auch Apostelinnen berufen sollen, wenn er es wirklich gewollt hätte?“ (vgl.www.kath.eu.tf) Mit anderen Worten: Wenn Jesus in seiner Kirchen Priesterinnen hätte haben wollen, hätte er sie von Anfang an dazu berufen. Aber weil er das offensichtlich nicht gewollt hat, bleibt die Kirche dieser seiner Entscheidung treu. Weihbischof Andreas Laun fragt in diesem Zusammenhang: “Wissen Sie nicht, dass kein Papst und kein Konzil und auch sonst niemand in der Kirche die Gebote Gottes ändern kann?“ (Aus: „Memorandum: Dialog oder vielmehr ein Angriff auf die Kirche?“)

Diese Aussage wird schon im Apostolischen Schreiben vom Papst Johannes Paul II. bekräftigt: „Obwohl die Lehre über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe sowohl von der beständigen und umfassenden Überlieferung der Kirche bewahrt als auch vom Lehramt in den Dokumenten der jüngeren Vergangenheit mit Beständigkeit gelehrt worden ist, hält man sie…diskutierbar, oder schreibt der Entscheidung der Kirche, Frauen nicht zu dieser Weihe zuzulassen, lediglich eine disziplinäre Bedeutung zu. Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich kraft meines Amtes, …dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden.“ (Auszug aus dem Apostolischen Schreiben vom 22. Mai 1994, Nr. 4)

Aber warum haben dann gewisse Theologinnen, Theologen, Pfarrer, Gemeindeleiterinnen und katholische Frauenorganisationen Mühe, diese Erklärung zu akzeptieren? Ich wollte es in Erfahrung bringen und sprach mit vielen von ihnen, sowohl bei uns in der Schweiz als auch im Ausland, vor allem in Deutschland. Auch schon deshalb, weil ich immer wieder gebeten wurde, ihr Anliegen zu unterstützen. Zum Beispiel in Form einer Petition an Papst Franziskus, der ihrer Meinung nach, die Frauenpriesterweihe einführen könnte.

Ich sehe es so: Obwohl alle diese Personen in guter Absicht agieren, dennoch verstehen sie nicht, dass über unserem guten Willen der Wille Gottes steht, der sich eindeutig im Willen Jesu manifestiert. Jesus hat beim letzten Abendmahl offiziell die zwölf Apostel als Priester eingesetzt, keine einzige Frau war dabei - nicht einmal seine Mutter Maria. (vgl. Mt 26,20f; Mk 14,17f; Lk 22,14f) Das zu akzeptieren ist aus meiner Sicht ein Akt des Gehorsams, dessen tiefste Dimension Jesus selbst im Gethsemane Garten durchgelitten hat: „Nicht wie ich will, sondern wie Du willst“.

Dr. phil. Martha von Jesensky ist Religionspsychologin und praktizierende Katholikin. Die Schweizerin führte lange eine eigene Praxis in Zürich, ihren (Un-)Ruhestand verbringt sie in Matzingen TG



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