Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  4. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  5. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  9. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  12. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  13. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  14. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  15. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“

Erzbischof: Insolvenz von Puerto Rico war notwendig

7. Mai 2017 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Gonzalez Nieves gilt als einer der Ideengeber des Konkurses und zeigte sich dankbar für die getroffene Entscheidung - US-Außenterritorium schließt als erste Folgemaßnahme alle öffentlichen Schulen


San Juan (kath.net/KAP) Die Insolvenzerklärung von Puerto Rico war in den Augen des Erzbischofs der Karibikinsel ein "harter, aber notwendiger Schritt": Trotz ihrer noch unabsehbaren Folgen sei diese Entscheidung "notwendig, um die Schulden zu verringern, die wichtigsten Dienste aufrecht zu erhalten und wieder mehr Transparenz zu erlangen", sagte Roberto Gonzalez Nieves, Leiter der Erzdiözese San Juan, am Donnerstag (Ortszeit) gegenüber örtlichen Medien. Die Kirche sei der Regierung der 3,6-Millionen-Einwohner-Insel dankbar dafür.

Die Konkursanmeldung zur Restrukturierung der Schulden sei ein "natürlicher Schritt am Weg für die Erholung der Wirtschaft" und notwendig, "um inmitten dieser komplexen und kaum verständlichen Krise die Würde und das Wohlergehen der Menschen sicherzustellen", betonte der Erzbischof. Verantwortung aller sei es nun, die Sparpolitik wachsam zu verfolgen, einen "substanziellen Schuldenschnitt" einzufordern und darauf zu achten, dass der startende Gerichtsprozess die Armut auf der Karibikinsel verringere.


Die Regierung von Puerto Rico hatte am Mittwoch angesichts einer ausufernden Schulden- und Wirtschaftskrise bei einem US-Gericht den Konkurs angemeldet. Ein Schuldenberg von an die 120 Milliarden Euro, bestehend u.a. aus nicht beglichenen Verbindlichkeiten und ungedeckten Pensionsansprüchen von über 60 Städten und Bezirken, könnten dabei ausfallen. Bei der vergleichbaren Insolvenz von Griechenland im Jahr 2012 war es um 200 Milliarden Euro gegangen. Als erste Folgemaßnahme schlossen am Freitag die 184 öffentlichen Schulen der Insel.

Dass der Inselstaat nun einseitig einen Schuldenschnitt durchsetzen kann, wurde durch ein US-Sondergesetz von 2016, der sogenannte "Promesa-Act" möglich. Die Causa gilt als Präzedenzfall, da nun erstmals ein Territorium der USA - Puerto Rico ist seit der Eroberung 1898 im Krieg gegen Spanien ein selbstverwaltetes US-Außengebiet - von Insolvenz betroffen ist. Der Ausgang für Investoren und Finanzmärkte gilt als völlig offen, zudem könnten auch bald US-Bundesstaaten in ähnlicher Problemlage das Recht auf Konkurs einfordern.

Erzbischof Gonzalez war einer der Ideengeber für den Konkurs: Bereits im November hatte er im "Time"-Magazin für eine Insolvenz als zwar "nicht perfekte", jedoch faire und transparente Lösung für das Schuldenproblem geworben. Er würde eine freiwillige Lösung durch ein Insolvenzansuchen an den US-Kongress bevorzugen, schrieb er damals. Mit dem Scheitern der mehrmonatigen Verhandlungen zwischen Gläubigern und der Regierung über einen Schuldenerlass zu Wochenbeginn wurde daraus jedoch eine erzwungene Maßnahme.

Noch unmittelbar vor dem offiziellen Verhandlungsende hatte sich Gonzalez gemeinsam mit anderen Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Gläubigen am 1.-Mai-Großprotest in San Juan gegen die angekündigte Sparpolitik beteiligt. Die Demonstration mit zehntausenden Teilnehmern verlief friedlich, doch begann nach deren Abschluss eine kleine Gruppe zu randalieren, wobei es 13 Festnahmen gab. Die Kirche verurteilte umgehend die Ausschreitungen.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Lateinamerika

  1. Studie entdeckt ‚Johannes Paul II. – Effekt‘ auf Geburtenrate in Lateinamerika
  2. ‚Betet und vertraut’ – von Papst Franziskus abgesetzter Bischof dankt Unterstützern
  3. Ohne Begründung – Papst Franziskus setzt puertoricanischen Bischof ab
  4. Lateinamerika: Viele Seelsorger sterben an Covid-19
  5. Dutzende Priester sterben in Lateinamerika an Coronavirus
  6. Neue Kirchenkonferenz für das Amazonasgebiet gegründet
  7. Lateinamerikas Bischöfe weihen Kontinent der Madonna von Guadalupe
  8. Papst bestürzt über Ausmaß von Gewalt in Amazonien
  9. Amazonien-Synode findet vom 6. bis 27. Oktober statt
  10. Peru: 800.000 beim Marsch für das Leben







Top-15

meist-gelesen

  1. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  2. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  3. Belgien: Anteil der Euthanasiefälle in den letzten fünf Jahren verdoppelt
  4. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  5. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  6. Patrozinium im Mailänder Dom, während draußen Explosionen und Sirenen zu hören sind
  7. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  8. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  9. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  10. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  11. Apostolisch und nix anderes
  12. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  13. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  14. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  15. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz