25 Mai 2017, 10:00
Koptischer Papst-Patriarch Tawadros II. in Moskau
 
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Bei Begegnung mit Patriarch Kyrill stand der Kampf gegen Terrorismus und islamistischen Fundamentalismus im Mittelpunkt

Moskau-Wien (kath.net/KAP) Der koptisch-orthodoxe Papst-Patriarch Tawadros II. hält sich dieser Tage in Moskau auf. Anlass seiner Russland-Reise ist die Entgegennahme des Preises der "Internationalen Stiftung der Einheit der orthodoxen Nationen", wie die Stiftung "Pro Oriente" berichtete. Tawadros II. wurde am Montag am Flughafen Domodedowo u.a. vom Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew), und dem Präsidenten der "Stiftung der Einheit der orthodoxen Nationen", Walerij Aleksejew, empfangen.

Schon bei der Begrüßung brachte Metropolit Hilarion den Wunsch zum Ausdruck, dass der Besuch von Tawadros II. zu einem neuen "Markstein" in den Beziehungen zwischen der der russisch-orthodoxen und der koptisch-orthodoxen Kirche werden möge. Seit dem ersten Russland-Besuch des koptischen Papst-Patriarchen sei es zu einer wesentlichen Intensivierung der bilateralen Beziehungen gekommen.

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Der koptische Patriarch wird von einer größeren Delegation begleitet, der u.a. der Wiener koptische Bischof Anba Gabriel, der koptische Metropolit Serapion von Los Angeles (Ko-Vorsitzender der russisch-orthodoxen/koptisch-orthodoxen Dialogkommission) und der für Großbritannien zuständige koptische Bischof Anba Angelos angehören. Tawadros II. wird sich bis 25. Mai in Moskau aufhalten.

Am Dienstag traf er mit dem russischen Patriarchen Kyrill I. zusammen. Thema des Gesprächs war u.a. der Kampf gegen den Terror und der islamistische Fundamentalismus, wie die Nachrichtenagentur "Tass" meldete. Tawadros nahm auch an der Feier zum Namenstag des Moskauer Patriarchen teil.

Tawadros zuvor in Großbritannien

Erst vor kurzem hatte Tawadros II. auch der koptischen Kirche in Großbritannien einen ersten Pastoralbesuch abgestattet. Im Rahmen dieses Pastoralbesuchs wurde der Papst-Patriarch am 9. Mai von Königin Elizabeth II. am 9. Mai auf Schloß Windsor empfangen. Bischof Anba Angelos sagte danach, die Begegnung zwischen der Königin und dem Patriarchen habe sinnfällig zum Ausdruck gebracht, wie sehr die koptische Kirche heute in Großbritannien verwurzelt sei. Viele koptische Gläubige hätten nach wie vor Wurzeln in Ägypten, sie seien aber zugleich zutiefst in die britische Gesellschaft integriert.

Die allgemeinpolitische Bedeutung des Pastoralbesuchs kam bei einem vom anglikanischen Bischof von Coventry, Christopher Cocksworth, ausgerichteten Festessen am Sitz des Oberhauses im Westminster Palace zum Ausdruck, bei dem Tawadros II. der Ehrengast war. Bischof Cocksworth unterstrich die tiefe Verbundenheit mit den koptischen Christen und deren Leidenserfahrungen. Diese Verbundenheit reiche über den christlichen Bereich hinaus und weite sich zu einer menschlichen Verbundenheit mit den Kopten "und großem Respekt für die geduldige Ausdauer" der ägyptischen Christen in ihren Heimsuchungen.

Am 12. Mai traf Tawadros II. mit dem Oberhaupt der Anglican Communion, Erzbischof Justin Welby von Canterbury, im Lambeth Palace zusammen. Der Papst-Patriarch betonte dabei die Dankbarkeit für die Zusammenarbeit, den Dialog und die christliche Liebe zwischen anglikanischer und koptisch-orthodoxer Kirche. Wörtlich fügte er hinzu: "Wir hoffen und beten, dass die christliche Einheit mehr und mehr hergestellt wird. Wir glauben, dass dies durch die Liebe Gottes und das 'ökumenische Blut' der christlichen Märtyrer möglich sein wird".

Erzbischof-Primas Welby sagte seinerseits, dass die Erfahrung der Kopten nicht nur ein Beispiel für die Christen in aller Welt sei, sondern auch eine "tiefe Inspiration". Der Mut der Kopten, ihr "beständiger Glaube, ihre Standhaftigkeit und ihre Ausdauer" seien gleichsam eine Übersetzung der Worte des Heiligen Paulus in seinen Briefen in das Leben von heute. Nach der Begegnung im Lambeth Palace nahmen Tawadros II. und Welby gemeinsam am "Evensong", dem anglikanischen Abendgottesdienst, in der Westminster Abbey teil und beteten miteinander am Schrein des Heiligen Eduards des Bekenners.

Am 17. Mai war der koptische Papst-Patriarch bei Kronprinz Charles im Clarence House zu Gast. Prinz Charles betont immer wieder seine Verbundenheit mit den orthodoxen und den orientalisch-orthodoxen Christen, vor allem mit den von Verfolgung Betroffenen im Nahen Osten.

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