18 März 2018, 07:00
Das Weizenkorn muss sterben
 
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«Es geht um eine übernatürliche Fruchtbarkeit im Reich Gottes.» Predigt von Josef Spindelböck.

St. Pölten (kath.net/St. Josef)
5. Fastensonntag B (18.03.2018) L1: Jer 31,31-34; L2: Hebr 5,7-9; Ev: Joh 12,20-33
Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Im Johannesevangelium wird die Person Jesu Christi, des Erlösers, auf besonders eindrucksvolle Weise dargestellt. In seiner wahren Menschheit leuchtet das Geheimnis seiner Gottheit auf. Dies zeigt sich vor allem in der Art und Weise, wie Jesus sich seinem bevorstehenden Leiden und Sterben gegenüber verhält. Er erkennt darin den Willen seines himmlischen Vaters und ist bereit sein Leben hinzugeben für die Menschen. So erweist uns Gott seine ganze Liebe in der Opferhingabe seines Sohnes Jesus Christus am Kreuz; sein bevorstehender Tod ist zugleich das Tor zur Auferstehung.

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Kommt nicht all dies auf großartige Weise in jenem Gleichnis vom Weizenkorn zum Ausdruck, das Jesus seinen Zuhörern erzählt? Wer Jesus nachfolgen will, muss werden wie er. Er selbst aber lässt sich mit diesem Weizenkorn vergleichen, das in die Erde fällt und stirbt und eben auf diese Weise reiche Frucht bringt (vgl. Joh 12,24). Würde dieses Weizenkorn nicht in die Erde eingesenkt, dann bliebe es allein und brächte keine Frucht. So aber zeigt sich im Lauf der Natur, dass aus dem Tod das Leben kommt und dass es kein Vergehen gibt, dem nicht ein neues Werden folgen würde.

Der Erlöser stirbt am Kreuz, und sein Leib wird ins Grab gelegt. Er ist wie das Weizenkorn, das man in die Erde versenkt. Sein Tod aber ist nicht das Letzte. Am dritten Tag wird er auferweckt, und auf diese Weise bringt sein eigener Tod vielen Menschen das Leben. Es geht um eine übernatürliche Fruchtbarkeit im Reich Gottes. Der Erlöser gibt sein Leben hin für uns und macht sich in Liebe zu einer Gabe für die vielen, damit sie das Leben haben in Fülle. So wird der Tod überwunden, und der Sieger triumphiert in seiner Auferstehung!

Jesus belehrt seine Zuhörer durch das Gleichnis vom Weizenkorn, dass sie nicht ohne die Hingabe bis in den Tod zum wahren Leben gelangen können. Wir Menschen hätten gerne den Sieg und den Triumph ohne das damit verbundene Leiden und Sterben. Wir würden gern mit Christus verbunden sein in seiner Herrlichkeit, aber wir scheuen uns, Anteil an seinem Leiden und Sterben zu erhalten.

Hier ermutigt uns der Herr: Wenn wir ihm nachfolgen wollen, dann sollen wir in der Kraft seiner Liebe unser Leben einsetzen für unsere Brüder und Schwestern. Auch wir sollen gleichsam zum Weizenkorn der Liebe werden für andere. Und in der Hingabe unseres Lebens bis in den Tod wird uns und anderen neues Leben von Gott her geschenkt. Auf diese Weise haben wir Anteil am Ostersieg Christi!

Wir wollen uns noch in liebevoller Weise an den heiligen Josef von Nazareth erinnern, dessen Hochfest die Kirche am 19. März – also morgen – feiert. Er ist der Gemahl der seligen Jungfrau Maria, die den Sohn Gottes vom Heiligen Geist empfangen und geboren hat. Josef durfte gegenüber dem Jesuskind gemäß jüdischem Recht die Vateraufgabe erfüllen.

Das Leben des heiligen Josef war geprägt von der Hingabe seiner Person aus Liebe zu Gott und den Mitmenschen. Er war ganz einbezogen in das Geheimnis der Menschwerdung Gottes. Weil sich in der Heiligen Schrift später keine Erwähnung mehr von Josef findet, nehmen viele an, er sei vor der Zeit des öffentlichen Auftretens Jesu gestorben. Jedenfalls hat ihn Gott der Herr für seinen treuen Dienst am Ende seines irdischen Lebens aufgenommen in die himmlische Herrlichkeit. Die Kirche verehrt den heiligen Josef als ihren Schutzpatron, und auch wir ganz persönlich dürfen uns unter seinen Schutz stellen und ihn um seine Fürbitte bei Gott anrufen. Amen.







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