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Sozialaktion eröffnet Eucharistischen Weltkongress in Budapest

13. Jänner 2020 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Ungarischer Primas Kardinal Erdö: Organisatorische und "geistige" Vorbereitung auf einwöchiges internationales kirchliches Großereignis im kommenden September laufen auf Hochtouren


Budapest (kath.net/KAP) Eine landesweite Sozialaktion wird den Auftakt zum 52. Eucharistischen Weltkongress (IEC/NEK) der katholischen Kirche in Budapest bilden. In zahlreichen Städten Ungarns sollen am Tag vor der Eröffnung des kirchlichen Großereignisses vom 13. bis 20. September notleidende Menschen bei "Tafel"-Veranstaltungen zum Essen eingeladen werden, kündigte der Budapester Erzbischof Kardinal Peter Erdö an. Die organisatorischen wie auch "geistigen" Vorbereitungen für den Weltkongress liefen auf Hochtouren, schilderte der ungarische Primas jetzt in Interviews mit den Zeitungen Magyar Kurir und Gondola. Neben großen Gottesdiensten im Puskas-Stadion und auf Budapester Innenstadtplätzen wird das "Hungexpo"-Messegelände zentraler Schauplatz des Kongresses mit Katechesen, Ausstellungen und Konzerten sein.

Seit vergangenem Herbst läuft die Teilnehmer-Anmeldung über die offizielle Website www.iec2020.hu. Zu der einwöchigen Großveranstaltung, die das Verständnis und die Verehrung des Sakraments der Heiligen Eucharistie in der Orts- und Weltkirche fördern und vertiefen soll, hätten sich bereits Gläubige aus allen Erdteilen registriert, berichtete Kardinal Erdö. Allein für eine große Erstkommunionfeier im Rahmen des Eröffnungsgottesdienstes im Ferenc-Puskas-Stadion am Nachmittag des 13. September gibt es demnach bereits 3.500 Anmeldungen von Erstkommunikanten. Bereits fertiggestellt ist eine von einem ungarischen Künstler entworfene Monstranz für eine abendliche Eucharistische Prozession, die am 19. September vom Kossuth-Platz vor dem Parlament zum Heldenplatz führen wird, wo tags darauf die sonntägliche Schlussmesse des Kongresses stattfindet.

Budapest wird zum zweiten Mal nach 1938 Gastgeber des Eucharistischen Weltkongresses sein, die seit 1881 an wechselnden Orten in zuletzt vierjährigem Abstand stattfinden. Zuletzt war Cebu auf den Philippinen 2016 Gastgeber. Angesichts der vielfältigen Gegenwart Gottes, solle der NEK "eine einladende Veranstaltung sein, die den Teilnehmern das Gefühl gibt, dass Gott wirklich hier bei uns ist", sagte Kardinal Erdö. Er hoffe darauf, dass alle Besucher "Inspiration, Ermutigung und Glauben für ihre Gemeinden und ihr persönliches religiöses Leben schöpfen können".

Vielfältiges Programm

Hauptkongressort zwischen Eröffnungs- und Schlussliturgien wird das "Hungexpo"-Gelände sein. Für die Kongressteilnehmer beginnt dort jeder Tag mit einem gemeinsamen Gebet und von Bischöfen geleiteten Meditationen. Es folgen laut derzeitigem Programm Katechesen u.a. mit den Kardinälen Orani Joao Tempesta (Brasilien, Rio), John Onaiyekan (Nigeria), Timothy Dolan (USA, New York) und Oswald Gracias (Indien, Bombay) zu Glaubensthemen, sowie Gottesdienste und Arbeitsgruppen an den Nachmittagen. Am 16. September wird der melkitische Patriarch Yousif Absi zusammen mit etlichen Bischöfen der katholischen Ostkirchen aus aller Welt eine Messe im byzantinischen Ritus feiern.

Geplant ist auch ein Jugendabend in der Papp-Laszlo-Sportarena (18.9.) und ein Familientag auf der Margareteninsel (19.9.) sowie Konzerte u.a. mit der bekannten "Csik Band". Einen besonderen Programmpunkt gibt es zudem am 15. September: In einem Sonderzug reisen Weltkongress-Teilnehmer dann nach Esztergom. In der dortigen Basilika werden Mönche des Paulinerordens ein Gebet leiten. Anlass ist das 2020 stattfindende Gedenkjahr zum 750. Todestag des Ordensgründers Eusebius von Gran (Eusebius von Esztergom).

"Über die Mauern der Kirchen hinaus"

Inspiriert vom biblischen Psalm 87,7 steht der Weltkongress unter dem Motto "All meine Quellen entspringen in dir". "Ich glaube fest daran, dass Christus und die Eucharistie Quellen der Barmherzigkeit sind, die über die Mauern der Kirche hinausgehen und sich in der ganzen Welt verbreiten", so Kardinal Erdö.

Schon in der Woche vor dem Großereignis ist in Esztergom von 10. bis 12. September eine internationale theologische Konferenz geplant, bei der zahlreiche Referenten wie die an der Universität Wien lehrende Theologin Marianne Schlosser oder der deutsche Dogmatiker Helmut Hoping verschiedenen Aspekte der Eucharistie als Quelle des kirchlichen Lebens beleuchten werden. In Budapest selbst findet unmittelbar vor dem Weltkongress auch eine Tagung zur karitativen Arbeit der Kirche u.a. mit Weltcaritas-Präsident Kardinal Luis Antonio Tagle statt.

TV-Serie über "Gott und ich"

Die ungarische Kirche geht bereits seit Pfingsten 2017 einen insgesamt dreijährigen Vorbereitungsweg in Richtung des Weltkongresses. Das Großereignis biete vor Ort eine Chance zur Glaubenserneuerung und zur Stärkung des pfarrlichen Gemeindelebens, ist Kardinal Erdö überzeugt. So wurde u.a. eine Initiative zur Verbreitung von Angeboten der Eucharistischen Anbetung in den Gotteshäusern gestartet. Die "Schule der Anbetung" sei ein Weg, so Erdö im "Magyar Kurir"-Gespräch, damit sich der Mensch Gott öffnen könne.

Schon allein die Vorbereitungsarbeit auf den Kongress sei gelebte "Evangelisierung", sagte der Budapester Erzbischof. Insgesamt stärke aber auch schon die bloße Tatsache, dass mit dem Weltkongress eine derart große kirchliche Veranstaltung in Ungarn stattfinde und mit ihr auch der Glaube an Gott öffentlich präsent sei, die Gläubigen.

Für Aufmerksamkeit in Ungarn sorgt auch eine zu Weihnachten in mehreren TV-Sendern gestartete Serie, bei der insgesamt 52 Menschen unter dem Titel "Er und ich" über Gott und ihre eigene Glaubenserfahrung sprechen - unter ihnen sind Jugendliche genauso wie ein früher Obdachloser, ein Universitätsprofessor oder auch eine ältere Karmelitin, die im KP-Regime als Ordensfrau Jahre in einem Arbeitslager verbringen musste.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
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