Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  8. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  9. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  10. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  11. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  12. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  13. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  14. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  15. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela

Evangelische Landeskirche Sachsen: Das Wort ‚Spaltung‘ steht im Raum

15. Juni 2012 in Deutschland, 28 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Streit um Homosexualität eskaliert - Kirche suspendiert Evangelisten - Die Landeskirche wirft Lutz Scheufler vor, die Kirche spalten zu wollen. Scheufler will Landeskirche wegen Stellung zu Homopfarrern nicht länger als geistliche Leitung anerkennen


Dresden/Waldenburg (kath.net/idea) Der Streit in Sachsen um homosexuelle Partnerschaften im Pfarrhaus eskaliert. Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens hat den Evangelisten und Liedermacher Lutz Scheufler (Waldenburg) am 13. Juni vom Dienst suspendiert. Das bestätigte der Pressesprecher der Landeskirche, Matthias Oelke (Dresden), auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Scheufler hatte zusammen mit sieben weiteren Mitgliedern des Evangelisationsteams Sachsen erklärt, die kirchenleitenden Gremien nicht länger als geistliche Leitung der sächsischen Landeskirche anzuerkennen. Außerdem wurde die Einberufung einer Bekenntnissynode gefordert. Zu den Unterzeichnern der Erklärung gehört auch der bekannte Evangelist und Pfarrer i.R. Theo Lehmann (Chemnitz), der zu DDR-Zeiten regelmäßig die höchsten Besucherzahlen (bis zu 5.000) bei seinen Gottesdiensten hatte. Als Grund wurde die Entscheidung von Kirchenleitung und Landessynode angegeben, die Pfarrhäuser in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Partnerschaften zu öffnen. Wie Kirchensprecher Oelke sagte, habe Scheufler mit dem Appell zur Gründung einer Bekenntnissynode zur Spaltung aufgerufen: „Das kann nicht ohne angemessene Reaktion bleiben.“ Wenn ein Bediensteter der Landeskirche deren rechtlichen Grundlagen in Frage stelle, sei eine „Suspendierung das Mindeste“. Man gebe dem Betroffenen aber die Gelegenheit, sein Verhältnis zur Landeskirche zu klären, „bevor weitere dienstrechtliche Konsequenzen gezogen werden“.


Scheufler: Ich bleibe in der Kirche

Wie Scheufler gegenüber idea sagte, habe ihm die Landeskirche es bis auf weiteres untersagt, sich als Landesjugendwart zu äußern und im Auftrag der Landeskirche zu predigen. In der nächsten Woche solle es ein Gespräch von Landesjugendpfarrer Tobias Bilz mit ihm in Dresden geben, so Scheufler. Er habe weiterhin nicht vor, die Kirche und seine Heimatgemeinde in Waldenburg zu verlassen. Welche Konsequenzen die Erklärung für die anderen mit der Landeskirche dienstrechtlich verbundenen Unterzeichner hat, konnte Scheufler nicht sagen: „Da jeder einen anderen Vorgesetzten hat, kann das unterschiedlich lange dauern.“ Dem Evangelisten Andreas Riedel (Vielau bei Zwickau) wurde als Reaktion auf die Erklärung jedoch die Prädikantenerlaubnis entzogen. Damit darf er in Sachsen keine landeskirchlichen Gottesdienste mehr leiten.

Bohl: „Illoyalität gegenüber den Leitungsorganen“ beispiellos

Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) hatte am 11. Juni erklärt, das Votum des Evangelisationsteams könne nicht anders verstanden werden „als eine Aufkündigung der Gemeinschaft“, weil sie das Gespräch verweigere. Die „Illoyalität gegenüber den Leitungsorganen“ und den „Aufruf zur Spaltung der Landeskirche“ bezeichnete er als „beispiellos“. Die Stellungnahme sei zudem anmaßend, weil sie andere Auffassungen, zu denen Christenmenschen in ihrem Bemühen um das Verständnis der Heiligen Schrift gekommen seien, nicht gelten lasse. Laut Bohl hat die Landessynode ihre Beschlüsse ausdrücklich in ihrer „Verantwortung für die Einheit der Landeskirche“ gefasst.

Ex-Kirchenleitungsmitglied: Bischof Bohl ist der Spalter

Unterstützung bekommen Scheufler und das Evangelisationsteam Sachsen von dem früheren Kirchenleitungsmitglied und Synodalen der sächsischen Landeskirche, Wilfried Gotter (Rossau). Der Geschäftsführer der Sächsischen Israelfreunde übt scharfe Kritik an Bohl: „Aus meiner Sicht ist er der Kirchenspalter und nicht das Evangelisationsteam, das nur auf die Gültigkeit der Bibel hinweist.“ Dass eine ethische Frage keine Heilsbedeutung habe, wie die Kirchenleitung sage, sei „eine glatte Lüge“: „Denn es ist ein Unterschied, ob ich in Unkenntnis handele oder ob ich die Gebote und Worte Gottes bewusst verfälsche und in kirchliche Verlautbarungen gieße.“ Er sei dem Evangelisationsteam dankbar, dass es „so klar auf die hundertprozentige Verbindlichkeit des Wortes Gottes“ hinweise: „Eine Struktureinheit wie eine Landeskirche möge darüber ruhig zerbrechen.“ Aber das sei nicht das Ende des Christentums in Sachsen, so Gotter, der im Jahre 2000 aus der Landeskirche austrat und inzwischen einer Baptistengemeinde vorsteht.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Evangelische Gemeins

  1. „Die Kirche in Deutschland hat abgehängt“
  2. Evangelische Pfarrerin segnet VIER Männer in sogenannter „Polyhochzeit“
  3. "Interviews mit Bedford-Strohm oder Margot Käßmann nur noch schwer an Kitsch zu übertreffen"
  4. Reiner Haseloff: Luther ist den Katholiken heute näher als der evangelischen Kirche
  5. Kunstaktion: Plastikmüll in Taufbecken
  6. Evangelische Kirchengemeinde streicht klassischen Sonntagsgottesdienst
  7. „Respektvolle Trennung statt endlosen Streits“
  8. EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm erhält Morddrohungen
  9. Stehen die Methodisten unmittelbar vor weltweitem Schisma?
  10. „Jetzt hat auch die EKD ein Problem“







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Erschütterndes Historiendrama: Netflix-Serie „Fauda“ verarbeitet den Terror des 7. Oktober
  5. Muslimische Organisation: ‚In 45 Jahren wird Frankreich wieder katholisch‘
  6. Frankreichs neue „Generation Leo“: Warum die Jugend plötzlich wieder zum Papst strömt
  7. „Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“ (Psalm 91)
  8. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse
  11. Gesetzesvorschlag zum Verbot von Konversionstherapien in Nordirland ist ‚gefährlich‘
  12. 'Jesus macht alles und ich nichts'
  13. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  14. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  15. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz