Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  5. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  8. Wir können NICHT schweigen!
  9. Was auch immer Synodalität sein soll
  10. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  11. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  12. Was eine Messe wiegt
  13. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  14. Der „Hirt des Hermas“: Als ein frühchristliches Erbauungsbuch hoch im Kurs stand
  15. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti

Hat der KGB die Befreiungstheologie erfunden?

8. Mai 2015 in Chronik, 17 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Rumänischer Ex-Geheimdienstchef behauptet: Die Befreiungstheologie sei nicht auf christlichem Boden gewachsen, sondern sei eine Erfindung des sowjetischen Geheimdienstes KGB gewesen.


New York/Boston (kath.net/idea) Die Befreiungstheologie, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem in Lateinamerika Furore machte, ist nicht auf christlichem Boden gewachsen – sie war eine Erfindung des sowjetischen Geheimdienstes KGB. Das behauptet der frühere Geheimdienstchef des rumänischen Ceausescu-Regimes, Ion Mihai Pacepa. Der heutige US-Bürger gilt als der ranghöchste Überläufer im Kalten Krieg. Er bat 1978 in der Bonner US-Botschaft um Asyl und arbeitete später für die CIA. Wie er in der konservativen politischen Zeitschrift National Review (New York) schreibt, wird die Befreiungstheologie weithin als „Hochzeit“ von Marxismus und Christentum verstanden. Sie sei aber kein Produkt von Christen gewesen, die kommunistische Ideale verfolgten, sondern von Kommunisten, die Christen verfolgten und Desinformation betrieben. 1971 habe der KGB den heutigen Moskauer Patriarchen Kyrill I. als Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche nach Genf in den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) entsandt. Sein Auftrag habe darin bestanden, den ÖRK in die Verbreitung der Befreiungstheologie in Lateinamerika einzubinden.


„Das Programm des ÖRK ist unser Programm“

1975 sei es dem KGB gelungen, Kyrill im ÖRK-Zentralausschuss zu platzieren. Wenig später habe er dem Geheimdienst gemeldet: „Das Programm des ÖRK ist unser Programm.“ Kyrill habe seinen Sitz im Zentralausschuss behalten, bis er 2009 Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche wurde. Mit Hilfe der von der Sowjetunion unterstützten Christlichen Friedenskonferenz sei bereits 1968 die katholische Lateinamerikanische Bischofskonferenz in Medellin (Kolumbien) mit der „Option für die Armen“ veranstaltet worden. Freilich hätten sich später der polnische Papst Johannes Paul II. (1920-2005) und der Präfekt der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger – der spätere Papst Benedikt XVI. – nicht von der marxistisch inspirierten Theologie vereinnahmen lassen, sondern sie als Bedrohung für die Kirche angesehen.

USA für evangelikales Wachstum verantwortlich?

Der katholische US-Publizist John L. Allen (Boston/Bundesstaat Massachusetts) macht darauf aufmerksam, dass der Kalte Krieg auch Auswirkungen auf Religion und Kirchen hatte. So behaupteten nicht wenige lateinamerikanische Katholiken, dass das massive Wachstum theologisch konservativer evangelikaler, speziell pfingstkirchlicher Gemeinden das Resultat einer Strategie der USA gewesen sei, um linksgerichtete katholische Kräfte durch Abwanderung zu schwächen. Ein entsprechendes Konzept sei 1980 vom Rat für Inter-Amerikanische Sicherheit erarbeitet worden. Diese konservative Denkfabrik habe in der Amtszeit von Präsident Ronald Reagan (1911-2004) Berater ins Weiße Haus entsandt.

Evangelikaler Theologe: „Verschwörungstheorien“

Wie Allen im Internetportal „Crux“ der Zeitung Boston Globe weiter schreibt, haben sich die Rivalitäten des Kalten Krieges zweifellos auch in der religiösen Welt niedergeschlagen. Doch Behauptungen, dass die beiden Supermächte weitreichende religiöse Bewegungen in Lateinamerika „erschaffen“ hätten, seien wahrscheinlich übertrieben. Zwar gebe Pacepa die KGB-Strategie vermutlich richtig wieder, aber er überschätze die tatsächliche Wirkung. So halte der evangelikale peruanische Missionswissenschaftler Samuel Escobar Behauptungen, dass Lateinamerikas religiöse Trends auf ausländischen Einfluss zurückgingen, schlicht für „Verschwörungstheorien“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Lateinamerika

  1. Studie entdeckt ‚Johannes Paul II. – Effekt‘ auf Geburtenrate in Lateinamerika
  2. ‚Betet und vertraut’ – von Papst Franziskus abgesetzter Bischof dankt Unterstützern
  3. Ohne Begründung – Papst Franziskus setzt puertoricanischen Bischof ab
  4. Lateinamerika: Viele Seelsorger sterben an Covid-19
  5. Dutzende Priester sterben in Lateinamerika an Coronavirus
  6. Neue Kirchenkonferenz für das Amazonasgebiet gegründet
  7. Lateinamerikas Bischöfe weihen Kontinent der Madonna von Guadalupe
  8. Papst bestürzt über Ausmaß von Gewalt in Amazonien
  9. Amazonien-Synode findet vom 6. bis 27. Oktober statt
  10. Peru: 800.000 beim Marsch für das Leben







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  3. Aktionäre fordern FedEx auf, den Versand von Abtreibungspillen einzustellen
  4. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  5. Israel: Vikariat ruft drei Jahre nach 7. Oktober zu Versöhnung auf
  6. Georgien: Kirchen- und Staatsoberhaupt bekräftigen christliche Wurzeln
  7. Bischofstreffen zu Ehe und Familie will Abschlussbericht publizieren
  8. Du bist eingeladen – mit deinem ganzen Leben
  9. Überraschung im Vatikan - Kardinal Tagle ist neuer Dekan des Kardinalskollegiums
  10. Erzbischof Randazzo: Synodalität kein Grund, Elemente der kirchlichen Tradition zu verwerfen
  11. Der „Hirt des Hermas“: Als ein frühchristliches Erbauungsbuch hoch im Kurs stand
  12. 'Tatsächlich Gott'
  13. Wir können NICHT schweigen!
  14. Marco Rubio in Athen: Ein Aufruf zur Rückbesinnung auf die christlich-abendländischen Wurzeln
  15. „Warum bin ich Christ“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz