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Meisner nimmt Kopie seiner Taufurkunde mit ins Grab

15. Juli 2017 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
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Bei Prozession zum Kölner Dom am Samstagvormittag wird vor Kardinal Meisners Sarg sein Bischofssstab mit der Krümmung nach unten vorangetragen - Die Lieder „Adeste fideles“ und „Segne du Maria“ wurden von Meisner ausdrücklich gewünscht


Köln (kath.net/pek) Der beliebte Kölner Kardinal Joachim Meisner wird am Samstag im Kölner Dom zur letzten Ruhe gebettet. Nach der Aufbahrung in der romanischen Kirche St. Gereon, wo viele Gläubige von ihm Abschied genommen haben, liegt er inzwischen schon im violetten Messgewand in einem schlichten Sarg aus Eiche, wie das Erzbistum Köln bekannt gab. In den Sarg wurden Kopien der Urkunden von seiner Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe beigegeben. Diese Urkunden verwahrte er Zeit seines Lebens in einem Kästchen auf, das er „seine Bundeslade“ nannte und von der er häufig erzählte. Meisner trägt Bischofsring und Pallium, auch eine Mitra wurde mit in den Sarg gelegt. Das Brustkreuz, das Kardinal Meisner selbst für die Bestattung bestimmt hat, ist ein schlichtes Holzkreuz, in das ein Kreuz aus Nephrit, einer Mineralie aus seiner Heimat, eingearbeitet ist.

Prozession zum Dom

Der Dom wird bereits um 8.30 Uhr geöffnet und ist für Gläubige frei zugänglich. Einige Bänke sind für Familie, Vertreter aus Politik und Gesellschaft sowie Menschen mit Behinderungen reserviert. Die Prozession setzt sich um 9.15 Uhr an St. Gereon in Bewegung. Voran geht die Kreuzgruppe mit Ministranten, dann folgen die Fahnenträger von Vereinen und Verbänden sowie Seminaristen, Diakone, Priester, das Domkapitel und Bischöfe. Direkt vor dem Sarg geht der derzeitige Erzbischof von Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki. Der Leichenwagen wird von den Maltesern, Grabesrittern und Mitarbeitern der Dombauhütte begleitet. Direkt hinter dem Leichenwagen gehen zwei der engsten Mitarbeiter Meisners. Sein letzter Sekretär Monsignore Oliver Boss wird den Bischofsstab mit der Krümme nach unten tragen. Sein langjähriger Fahrer Roman Dolecki trägt eine Mitra. Ihnen schließen sich die Familienangehörigen des verstorbenen Kardinals und Vertreter des politischen und gesellschaftlichen Lebens an.

Karinal Erdö predigt bei Exequien


Kardinal Woelki wird die um 10 Uhr beginnenden Exequien leiten. Auf Einladung von Kardinal Woelki wird der langjährige Freund Meisners, Erzbischof Peter Kardinal Erdö aus Esztergom-Budapest und Primas von Ungarn, predigen. Auch die musikalische Gestaltung orientiert sich am Leben des verstorbenen Kardinals. Die Lieder „Adeste fideles“ und „Segne du Maria“ wurden von Kardinal Meisner ausdrücklich gewünscht. Meisner liebte die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart, aus der nun auch Teile vorgetragen werden. Singen werden der Mädchenchor, die Herren des Domchores, die Domkantorei und das Vokalensemble Kölner Dom. Die Beisetzung findet am Ende des Gottesdienstes in der Bischofsgruft statt. Informationen zum Ablauf der Feierlichkeiten werden laufend auf www.erzbistum-koeln.de/news/Ablauf-der-Trauerfeierlichkeiten-fuer-Kardinal-Meisner aktualisiert. Am Dom wird es die üblichen Sicherheits- und Taschenkontrollen geben. Mehr Infos unter www.koelner-dom.de/informationen/sicherheitsvorkehrungen

Zahlreiche Gäste aus Politik und Kirche

Am Samstag werden zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft erwartet. Konzelebrieren werden unter anderem der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterovic, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Reinhard Kardinal Marx sowie Erzbischof Peter Kardinal Erdö aus Budapest (Ungarn).

Auszug aus der Gästeliste (Stand 12. Juli):

Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterovic
Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, Vorsitzender Deutsche Bischofskonferenz
Erzbischof Gerhard Ludwig Kardinal Müller, Rom
Erzbischof Peter Kardinal Erdö, Budapest
Erzbischof Dominik Kardinal Duka, Prag
Erzbischof em. Friedrich Kardinal Wetter
Erzbischof Heiner Koch, Berlin
Erzbischof Georg Gänswein, Rom
Erzbischof Jean-Claude Hollerich, Luxemburg
Erzbischof em. Robert Zollitsch
Präses Manfred Rekowski, Evangelische Kirche im Rheinland
Ministerpräsident Armin Laschet
Angehörige der Familie Meisner

In dieser Bischofsgruft des Kölner Doms wird Kardinal Meisner am 15. Juli bestattet.


Kardinal Meisner aufgebahrt in St. Gereon - Bewegende Worte von Woelki über Meisner - Szenen aus Meisners Zeit in Köln


Foto oben © Erzbistum Köln/Boecker


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Lesermeinungen

 Stephanus1972 17. Juli 2017 
 

Ein Großer ist gegangen

Meisner war ein Großer, im Glauben, im Gebet in seiner ihm eigen Standhaftigkeit und Sprache. Aber er war immer ein Hirte der Seelen, emphatisch im Umgang, feinfühlig. Ich hoffe er ist im Himmel! Das Problem mit Papst Franziskus ist, dass er die Kirche in Europa nicht wirklich versteht. In Europa ist Kirche ein Teil des Sozialsystems, d.h. sie allein wird nicht unbedingt gebraucht, die Menschen sind mehr oder weniger gut abgesichert und es gibt zahlreiche Dienstleister im Sozialbereich (staatlich, kirchlich, privat). Daher verfehlt das Tun des Papstes den beabsichtigten Effekt. Kirche in Europa muss nicht nur allein auf die Ränder zugehen (das sollte sie natürlich tun, aber mit eher wenig Erfolg gesegnet) sondern Kompass für die Vielen Menschen sein, die im Materialismus feststecken. Die Botschaft des Herrn geht an alle "Armen", sei es materiell oder geistig (im Sinne der Seele). Diese Lektion muss Franziskus vielleicht noch lernen, damit er die richtigen Rezepte an die RKK verteilt.


1
 
 MontiRa 15. Juli 2017 
 

In den Sarg wurden Kopien der Urkunden von seiner Taufe, Firmung, Priester- und Bischofsweihe beige

Dies hat Kard. Meisner zeitlebens wohl so verfügt. Mich hat das zugegebenermaßen immer etwas irritiert. Hatte der kardinal eine so schlechte Meinung über die himmlische "Buchführung" ?


3
 

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