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Bugnyar sieht in Trump-Vorstoß zu Jerusalem Friedensimpuls

4. Jänner 2018 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Rektor des Österreich-Hospizes in Kärntner Kirchenzeitung: "Jetzt haben wir das heiße Eisen Jerusalem am Tisch und es muss geschmiedet werden" - Aktuelle Lage in der Stadt "erstaunlich ruhig"


Klagenfurt (kath.net/KAP) Die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump bringt nach Einschätzung des Rektors des Österreichischen Hospizes in Jerusalem, Markus Bugnyar, wieder Bewegung in die Friedensgespräche. Die Entscheidung gebe keine Lösungen vor, rege die Konfliktparteien aber dazu an, diese selber zu finden. "Jetzt haben wir das heiße Eisen Jerusalem am Tisch und es muss geschmiedet werden", so der Hospiz-Rektor in der aktuellen Ausgabe der Kärntner Kirchenzeitung "Sonntag".

Die aktuelle Lage in der Stadt ist laut Bugnyar "erstaunlich ruhig". Es habe zwar einige Demonstrationen mit Verletzten auf beiden Seiten gegeben, neue Straßenkriege oder gar eine Intifada hält er allerdings für unwahrscheinlich. "Die Menschen sind müde und wollen endlich Frieden." Für viele Israelis habe die Entscheidung Trumps "nichts weltbewegendes Neues gebracht", für sie sei Jerusalem immer schon "ihre Hauptstadt" gewesen. Das Leben dort gehe seinen "gewohnten Gang".


Einen Frieden in der Region hält der Hospiz-Rektor für möglich, allerdings nur dann, wenn die Existenz Israels gesichert und zugleich den Palästinensern eine nachhaltige wirtschaftliche Perspektive geboten wird. "Wenn sich Resignation und Müdigkeit breit machen und dann den Boden für Terror bereiten, dann deshalb, weil viele Menschen von dem Wenigen, das sie haben, nicht menschenwürdig leben können", so Bugnyar. Die Rolle der Hamas sieht er dabei differenziert. Die Organisation kümmere sich in Palästina um viele soziale Anliegen, betreibe Schulen und Kindergärten. Das erkläre auch den Rückhalt, den sie in der Bevölkerung habe.

Beim Thema "Siedlungspolitik" lohnt es sich laut dem Hospiz-Rektor, genau hinzusehen: "Wo sind diese Siedlungen? Ist es herrenloses Land oder ist es enteigneter Boden und wenn ja, aufgrund wovon? Sind es neue Siedlungen, sind es illegale Siedlungen, reden wir von Zuwächsen aufgrund des Bevölkerungswachstums in schon bestehenden Siedlungen oder von völlig neuen?" Dabei einfach in Aggression zu verfallen, helfe nicht weiter. "Nicht jeder, der sich zu diesem Thema meldet, hat auch wirklich Ahnung, wovon er redet, und leider verleitet Unwissenheit selten jemanden zum Schweigen."

Dass ein friedvolles Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen in Jerusalem möglich ist, zeige sich am Österreichischen Hospiz, das Arbeitgeber für 30 Menschen verschiedener Religionen ist. "In der besten Tradition des Wortes sind wir hier neutraler Boden", und es komme immer wieder zu unverhofften Begegnungen und Gesprächen, die an anderen Orten nur schwer möglich wären, so der Rektor.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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