Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Das Priestertum in Deutschland leidet an kranken Strukturen
  2. Umwandlung der Hagia Sophia löst Proteste in Ost und West aus
  3. Keine Solidarität der Muslime in Deutschland
  4. Kritik: „Gewissensfreiheit durch die Hintertür eines faktischen Teilberufsverbots aushebeln“
  5. Medienbericht: Papst Franziskus hat Dokument für die Kurienreform unterzeichnet
  6. Diözese Linz verlinkt umstrittenes Bekenntnis zur LGBT-Propaganda
  7. Papst: Schmerz wegen der Geschehnisse in Istanbul um die Hagia Sophia
  8. Hagia Sophia als Moschee - Ein deutscher Jesuitenpater 'jubelt'
  9. Hagia Sophia: Zerstörung der 1300 Jahre alten Mosaiken befürchtet
  10. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  11. Apostolischer Vikar: Umwidmung der Hagia Sophia nachvollziehbar
  12. Entbehrliches Christentum?
  13. Kretschmann: Abtreibungspflicht für Ärzte wird es nicht geben
  14. Johannes Hartl: „Männer und Frauen sind verschieden“
  15. Türkisches Gericht annulliert Museumsstatus der Hagia Sophia

Papst Franziskus in der Toskana - Papst ermutigt Laiengemeinschaft

10. Mai 2018 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Jüngste inneritalienische Reisen des Papstes ist ein klarer Wink an die Laien, ihren Missionsauftrag ernstzunehmen - "Kathpress"-Bericht von Roland Juch


Rom, 10.5.2018 (KAP) Von der Fokolar-Bewegung mit ihren weltweit rund 108.000 Mitgliedern und zwei Millionen Unterstützern ist öfter zu hören. Aber Nomadelfia? Selbst in Italien sind der winzige Ort nahe der toskanischen Stadt Grosseto und die gleichnamige katholische Gemeinschaft, die Papst Franziskus am frühen Donnerstagmorgen als erste besucht, wenig bekannt. Das Erste, das auffällt, als der hohe Gast die Aula der Kommune betritt: Es sind keine Smartphones zu sehen, mit denen die Menschen den heiß erwarteten Gast sonst empfangen.

Neben den knapp 300 Mitgliedern der Gemeinschaft, die hier wohnen, sind 3.000 weitere Gäste und Neugierige auf das Gelände gekommen. Nicht nur die Örtlichkeit und die kommunale Lebensweise erinnern an einen israelischen Kibbuz. Als Papst Franziskus auf dem Grab des Gründers, des Priesters Zeno Saltini (1900-1981), einen Stein mit seinem Namen ablegt, legt er ihn zu hunderten anderen. Was wiederum an einen jüdischen Brauch erinnert.

Nomadelfia ist eine Art Kommune nach urchristlichem Vorbild. Sie besteht aus Gruppen mehrerer Familien, zu denen wiederum Ehepaare, deren leibliche sowie Pflegekinder gehören. Ein besonderes Merkmal sind unverheiratete Frauen und Männer, die als geistige "Mütter oder Väter aus Berufung" mitleben. Seelsorglich wird die Gemeinschaft von zwei Priestern betreut. In seiner Rede lobt Franziskus die Gemeinschaft, weil sie mit relativ wenig Strukturen und Organisationsaufwand nach dem "Gesetz der Geschwisterlichkeit" lebe.


Die Beschreibung der ersten Christen in der Apostelgeschichte - "ein Herz und eine Seele ... sie hatten alles gemeinsam" - zitiert an diesem Tag nicht nur Franziskus. Vor allem lobt er das Engagement für vernachlässigte Kinder und alte Menschen, die weiter in den Großfamilien gepflegt werden. In dieser Hinsicht sei die Gemeinschaft prophetisch.

Auf den ersten Blick - auch als Mitglieder der Kommunität Szenen aus dem Leben der Gemeinschaft nachspielen - vermittelt Nomadelfia den Eindruck einer heilen Welt. Dabei begann das urchristliche Experiment mit einem strafentlassenen Jugendlichen, den der damals 31-jährige Jungpriester Don Zeno, wie Saltini genannt wird, an Sohnes statt bei sich aufnahm. 1941 schloss sich ihm eine Studentin namens Irene an, die sich aus christlichem Engagement ebenfalls um vernachlässigte Kinder kümmern wollte.

Im Mai 1947 besetzen Don Zeno und andere das Gelände des früheren KZ und dann Flüchtlingslagers Fossoli bei Carpi. Dort entstand nach seinen Vorstellungen die Kibbuz-artige Kommune. Weil die Regierung der bald hoch verschuldeten Initiative die Unterstützung entzog, musste sie einen neuen Standort suchen. Im August 1952 zog man auf das zur Verfügung gestellte Landgut in Nomadelfia bei Grosseto.

Nomadelfia wie auch die 1943 von der damals 23-jährigen Italienerin Chiara Lubich (1920-2008) gegründete Fokolar-Bewegung sind Früchte der Nachkriegszeit. Antworten entschiedener Christen auf das Unheil von Diktatur und Krieg sowie Wegbereiter des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Auch das erwähnt Papst Franziskus in seinen Ansprachen. Getragen werden beide Gemeinschaften nicht von Priestern, sondern von Laien. In Loppiano erinnert Franziskus die Fokolare, deren offizieller kirchlicher Name "Werk Mariens" lautet, eigens daran: "Vergesst nicht, dass Maria eine Laiin war!"

"Freimut und Ausdauer", "Einheit, nicht Einförmigkeit", "Offenheit, Dialog und Erinnerung", "Demut und Risikobereitschaft" sowie "kreative Treue zum Auftrag Jesu" - das sind die Tugenden und Empfehlungen, die der Papst beiden Gemeinschaften ans Herz legt. Und nicht nur ihnen. Wie entsprungen seinem jüngsten Schreiben "Gaudete et exsultate" über Heiligkeit im Alltag befeuert Franziskus damit die Laien in ihrer Mission. Entklerikalisiert und entweltlicht schickt er sie in die Welt, wie sie ist. Und nicht nur an diesem Donnerstag fordert der Papst mehrfach: "Geht hinaus!", "macht weiter!".

Papst Franziskus besucht die Gemeinschaft in Nomadelfia 10.5.2018 (ohne Übersetzung)


Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Movimenti

  1. Die Erneuerung der Kirche passiert über kleine, brennende Orte
  2. Hunderte Jugendliche bei christlichem Jugendtreffen in Pöllau
  3. herzjesu’19: Ein Stück Himmel auf Erden
  4. Hunderte katholische Charismatiker zu Pfingst-Treffen im Vatikan
  5. "Man sieht wirklich, welchen Unterschied die Beichte macht"
  6. "Bist du bereit für die gewaltigste Reise, die es gibt?"
  7. Papst fordert von Christen "kreative Treue zum Evangelium"
  8. 'Die Liebhaber der Kirche'
  9. Charismatische Erneuerung: Von der 'Servicekirche' verabschieden
  10. Schönborn: Charismatische Erneuerung zeigt Zukunft der Ökumene








Top-15

meist-gelesen

  1. Medienbericht: Papst Franziskus hat Dokument für die Kurienreform unterzeichnet
  2. Das Priestertum in Deutschland leidet an kranken Strukturen
  3. „Meine Zeit im Gefängnis“ – „Mein katholischer Glaube hat mich gestützt“
  4. Entbehrliches Christentum?
  5. Umwandlung der Hagia Sophia löst Proteste in Ost und West aus
  6. Hagia Sophia: Zerstörung der 1300 Jahre alten Mosaiken befürchtet
  7. Papst nahm Rücktritt von Medjugorje-Gegner Bischof Peric an
  8. Türkisches Gericht annulliert Museumsstatus der Hagia Sophia
  9. Johannes Hartl: „Männer und Frauen sind verschieden“
  10. Gott hab ihn selig!
  11. Keine Solidarität der Muslime in Deutschland
  12. Papst: Schmerz wegen der Geschehnisse in Istanbul um die Hagia Sophia
  13. Überraschende Wende: Macron will identischen Nachbau des Notre-Dame-Vierungsturms
  14. Diözese Linz verlinkt umstrittenes Bekenntnis zur LGBT-Propaganda
  15. Kritik: „Gewissensfreiheit durch die Hintertür eines faktischen Teilberufsverbots aushebeln“

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz