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Synode: Jugendliche im Heiligen Land brauchen Perspektive

6. Oktober 2018 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Melkitischer Erzbischof von Haifa, George Wadih Bacouni: Junge Christen im Heiligen Land durch israelisch-palästinensischen Konflikt zutiefst in Mitleidenschaft gezogen.


Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Der melkitischer Erzbischof von Haifa, George Wadih Bacouni, hat hohe Erwartungen an die Bischofssynode zum Thema Jugend. Die schwierige Situation der christlichen Jugend im Heiligen Land verlange nach einem "prophetischen" Ansatz, sagte der griechisch-katholische Erzbischof in einem Interview mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR fest. Die jungen Christen im Heiligen Land seien durch den israelisch-palästinensischen Konflikt zutiefst in Mitleidenschaft gezogen, "durch die Gewalt und durch die politische, soziale und wirtschaftliche Instabilität". Daher gebe es viele junge Christen, die in "sichereren und stabileren Ländern eine bessere Zukunft suchen", stellte der Erzbischof fest, der selbst an der Bischofssynode teilnimmt und einmahnte, dass die Jugend eine Perspektive zum Bleiben brauche.


Die Kirche versuche in jeder Weise, den jungen Leuten zu helfen, damit sie in der Heimat bleiben können. Aber die Christen seien im Heiligen Land eine Minorität, "wir haben keine politischen Repräsentanten, wir haben nicht dieselben Rechte wie die anderen, wir sind ohne Einfluss und haben kein großes Gewicht in der Gesellschaft".

Die Fragen von Emigration, Arbeitsplatz, Familiengründung seien freilich nicht die einzigen Herausforderungen für die christlichen Jugendlichen im Heiligen Land, betonte Bacouni. Es gehe auch um die Fragen des Glaubens. "Auch bei uns entfernen sich die neuen Generationen von der Kirche", bedauerte der melkitische Erzbischof: "Den jungen Leuten das Evangelium nahezubringen, gehört zu den schwierigsten Herausforderungen für die Kirchen im Heiligen Land. Viele junge Christen werden vom säkularen Denken angezogen, wie im Westen". Bei den jungen Leuten nehme die Frequenz des Gottesdienstbesuchs auch im Heiligen Land ab, sagte der Erzbischof. Bei den Studenten sei das auch darauf zurückzuführen, dass die Universitäten am Sonntag in Betrieb sind.

Es gebe aber auch Hoffnungszeichen, so Bacouni. Dazu gehörten insbesondere jene jungen Christen, die statt zu emigrieren im Land bleiben, um für das Evangelium Zeugnis abzulegen: "Sie haben keine Furcht, sich zum christlichen Glauben zu bekennen". Diese jungen Christen seien auch sehr verbunden mit ihren Glaubensgeschwistern in Syrien und im Irak, die in der Auseinandersetzung mit dem Islamismus schwere Verfolgungen zu erleiden hatten. Seine Kirche habe viele geistliche Berufungen, vor allem in Jordanien, berichtete der melkitische Erzbischof. Erfreulich sei auch, dass in Israel an den Universitäten christliche Studenten-Gebetsgruppen entstehen. Es gebe seit einigen Jahren auch Studentenmessen.

Bacouni erhofft sich von der Bischofssynode Impulse, die den jungen Christen im Heiligen Land helfen, in einer jüdisch oder muslimisch geprägten Umwelt ihre Identität zu stärken: "Sie wollen mit den jüdischen und muslimischen Jugendlichen zusammenleben und zusammenarbeiten".

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


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