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Islamische Radikalisierung der Justiz?

18. August 2019 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Christen im Irak in Sorge über Gesetzesreform.


Bagdad/ München (kath.net/ KiN)
Christen im Irak haben sich gegenüber dem weltweiten päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ sehr besorgt gezeigt angesichts der Pläne des irakischen Parlaments zu einer Justizreform. Demnach würden den 13 stimmberechtigten Mitgliedern des Bundesgerichtshofs künftig auch vier islamische Rechtsgelehrte angehören. Alle Entscheidungen des höchsten irakischen Gerichts würden dann die Zustimmung von mindestens drei der islamischen Gelehrten erfordern.

„Das bedeutet voraussichtlich, dass das islamische Recht, die Scharia, immer Vorrang hat“, erklärte Professorin Muna Yako, christliche Aktivistin und Verfassungsexpertin, gegenüber „Kirche in Not“. Der Bundesgerichtshof ist mit dem deutschen Bundesverfassungsgericht vergleichbar: Er legt die Verfassung aus und befindet darüber, ob strittige Gesetze und Vorschriften verfassungsgemäß sind.


Aus für Menschenrechte und Demokratie?

„Aktuell hoffe ich immer, dass bei einem verhandelten Fall am Bundesgerichtshof den Menschenrechten und der Demokratie Vorrang eingeräumt werden“, sagte Yako. „Wenn jedoch islamische Rechtsgelehrte im Gerichtshof Sitz und Stimme erhalten, haben wir keine Chance, dass diese Werte jemals wieder Priorität bekommen.“

Es sei zu befürchten, dass sich der Irak in eine islamische Theokratie verwandle, in dem die Scharia über den staatlichen Gesetzen stehe, so Yako: „Alle Gesetze werden dann auf der Religion basieren – zum Beispiel bezüglich Kleidung und Alkohol.“

Schon jetzt würden religiöse Minderheiten als Bürger zweiter Klasse behandelt, obwohl sie seit Jahrhunderten zur irakischen Gesellschaft gehören. So verbieten die aktuellen Gesetze, dass Muslime zum Christentum konvertieren – umgekehrt sei dies jedoch erlaubt. Ebenso dürfen christliche Männer keine muslimische Frau heiraten, ohne zum Islam zu konvertieren. „Das ist eine verfassungswidrige Diskriminierung“, stellte Yako fest. Alle Versuche, daran etwas zu ändern, würden durch den Einfluss islamischer Richter am Bundesgerichtshof zunichtegemacht.

Weitere Gefahr für Zukunft der Christen im Irak

So sieht dies offenbar auch der ranghöchste irakische Geistliche, Louis Raphael Kardinal Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche. In einem Brief an den Parlamentspräsidenten zeigte er sich verwundert darüber, dass die Gesetzesänderung ausgerechnet „nach all dem Leid, das wir Christen durch Terror, Vertreibung, Plünderung, Mord und Raub unseres Eigentums erlitten haben“, vorgeschlagen werde. Die Justizreform gefährde die Zukunft der Christen im Irak, indem das islamische Recht auch auf sie angewendet würde, zum Beispiel in Erbschaftsangelegenheiten.

Sollten Parlament und Regierung das neue Justizgesetz annehmen, erklärte Rechtsexpertin Muna Yako gegenüber „Kirche in Not“, habe sie „keine Hoffnung mehr“ für Christen, Jesiden und andere religiöse Minderheiten im Irak: „Ich befürchte, dass dann noch mehr Christen den Irak verlassen. Wir werden dann nur noch Geschichte sein.“

Um der bedrohten christlichen Minderheit weiterhin geistlich wie materiell beistehen zu können, bittet „Kirche in Not“ um Spenden – entweder online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05
Verwendungszweck: Irak

Foto: Professorin Muna Yako, christliche Aktivistin und Rechtsexpertin aus dem Irak. © Kirche in Not


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Lesermeinungen

 Anton_Z 20. August 2019 

Kontinuierliche Vertreibung

Nicht weiter verwunderlich. Seit ca. 1400 Jahren werden Christen kontinuierlich aus dem Nahen Osten vertrieben. Wobei, wenn sie nur vertrieben wurden, sie noch Glück gehabt haben. Und wer jetzt der Meinung ist, diese unbestreitbare Tatsache hätte etwas mit dem Islam zu tun, wird sofort als Rassist gebrandmarkt. Irrigerweise wird dabei immer unterstellt Religion hätte auch nur das Geringste mit Rasse zu tun.


2
 
 Diadochus 19. August 2019 
 

Theokratie

Das ist keine Demokratie mehr. Es ist eine islamische Theokratie. Vier islamische Rechtsgelehrte bestimmen künftig die Politik und das Gesetz. Dafür haben amerikanische Soldaten den Kopf hingehalten. Das ist unglaublich.


3
 
 Devi 19. August 2019 
 

Christen im Irak

Wieder eine Generation die ihre Religion missbraucht um Andersgläubige auszugrenzen.
Warum lässt die Regierung im Irak die Gläubigen, ihre Bürger nicht im Frieden leben? Was ist das für eine zänkische Welt?Devi


3
 

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