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Luxemburg: Christdemokraten wollen Religionsunterricht abschaffen

9. Oktober 2013 in Jugend, 4 Lesermeinungen
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Laut Programm für die vorgezogenen Neuwahlen soll Religionsunterricht nur noch in der Grundschule stattfinden.


Luxemburg (kath.net)
Dem Großherzogtum Luxemburg, in dem 79% der Bevölkerung katholisch sind, droht der Verlust des Religionsunterrichts an weiterführenden Schulen. So sieht es das Wahlprogramm der regierenden „Christlich-Sozialen Volkspartei“ (CSV) vor. Die Partei regiert das Land seit dem 2. Weltkrieg ununterbrochen mit einer Ausnahme von 1974-1979. Ihre Chancen, erneut Regierungsverantwortung übernehmen zu können, sind allerdings schlecht. Verschiedene Affären, darunter ein außer Kontrolle geratener Geheimdienst, haben der Reputation von Premierminister Jean-Claude Juncker sehr geschadet.

Im Wahlprogramm der Partei ist zu lesen: „Wir werden in der Grundschule, entsprechend dem deutlichen Wunsch der Mehrheit der Eltern, weiterhin konfessionellen Religionsunterricht parallel zum Werteunterricht anbieten. In der Sekundarschule wird der Werte- und Religionsunterricht in Zusammenarbeit, im Dialog und nach Verhandlungen mit den zuständigen Anbietern in einem gemeinsamen Werte- und Zivilisationsunterricht zusammengeführt.“


Das bedeutet, dass die Wahlfreiheit zwischen Religionsunterricht und säkularem Werteunterricht wegfällt. Letzterer wäre dann verpflichtend.

Die Religionslehrer wehren sich gegen diesen Vorschlag der CSV. In einer Stellungnahme heißt es wörtlich: „Das Komitee der Religionslehrer im ‚Secondaire’ (weiterführende Schule, Anm. d. Red.) ist über die Absicht der CSV schockiert, die beiden aktuellen Fächer („Instruction religieuse et morale“ und „Formation morale et sociale“) abzuschaffen und in einen "Werte- und Zivilisationsunterricht" zusammen zu führen. Das Komitee ist erstaunt, dass es in solch einer bildungspolitisch wichtigen Frage wie der der Wertevermittlung in den öffentlichen Schulen nicht zu einem fundamentalen Reflexionsprozess gekommen ist. Über 60% der Schüler im Secondaire wählen das Fach "Instruction religieuse et morale". Die bisherige Wahlmöglichkeit zwischen den beiden Alternativfächern ist Ausdruck eines pluralistischen, modernen und demokratisch handelnden Staates.“

Die CSV war bereits in den vergangenen Monaten mehrfach als kirchenkritisch in Erscheinung getreten. So wurde der Abriss der Kirche "Notre-Dame des douleurs" in Differdange, dem Süden des Landes, forciert – trotz Bemühungen des Denkmalschutzes, das Bauwerk zu erhalten.

Das Wahlprogramm der CSV zielt darauf ab, Wähler der linken Mitte für die Partei zu gewinnen. Eine christliche Alternative im Parteienspektrum steht den Luxemburger Wählern bei den anstehenden Wahlen nicht zur Verfügung. Von der Unzufriedenheit über die Regierungspartei könnten – da Wahlpflicht besteht – die Grünen profitieren, die gemäßigt auftreten.


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