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'Meine erste Aufgabe: Das Evangelium zu verkünden'

31. Dezember 2014 in Kommentar, 22 Lesermeinungen
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Bischof Stefan Oster: „Manchmal werde ich gefragt, warum ich mich nicht häufiger zu politischen Themen äußere, jüngst zum Beispiel zu Pegida oder etwa zur Flüchtlingsdebatte oder zur Genderfrage oder zur Familienpolitik und anderes mehr.“


Passau (kath.net/Facebookseite Bischof Oster) Liebe Facebook-Freunde, manchmal werde ich – auch auf dieser Plattform – gefragt, warum ich mich nicht häufiger zu politischen Themen äußere, jüngst zum Beispiel zu Pegida oder etwa zur Flüchtlingsdebatte oder zur Genderfrage oder zur Familienpolitik und anderes mehr.

Zunächst: Zu manchen der aktuellen Themen habe ich mich dezidiert und explizit geäußert, bei manchen bin ich angesichts der Komplexität der Thematik zurückhaltend. Ich will vor allem dann nicht allzu schnell urteilen, wo mir vertiefte Kenntnisse fehlen.

Aber wichtiger ist mir zunächst dieses: Ich halte es für meine erste Aufgabe, das Evangelium zu verkünden. Und das Evangelium ist die Ansage des Reiches Gottes – und zwar ausdrücklich vor aller Politik! Reich Gottes ist, wo Gott herrscht, wo Gott König ist. Und wenn bei einem einzelnen Menschen beginnt, dass Gott die Herrschaft über sein Denken, Sprechen und Handeln übernimmt, dann tritt er ein in das Reich Gottes, schon jetzt und heute – auch wenn es dieses Reich seiner Fülle erst später vollends sichtbar wird. Damit dieser Eintritt aber geschehen kann, muss ein Mensch Jesus persönlich und in Gemeinschaft kennen und lieben lernen. Denn Jesus ist – so steht es sehr klar im Evangelium – der einzige Weg dort hinein, der einzige Weg ins Reich des Vaters und zum Vater (vgl. Joh 14,6). Paulus sagt deshalb im 1. Korintherbrief überdeutlich (frei übersetzt): „Wer den Herrn nicht liebt, gehört nicht zu uns!“ (vgl. 1 Kor 16,22).

Ich halte es deshalb für meine erste Aufgabe als Bischof, Jesus selbst und das Geheimnis seiner Kirche immer besser und tiefer bekannt machen und zu verkündigen, was natürlich auch voraussetzt, dass ich selbst ihn immer besser kennen und lieben lernen will und soll. Und ich muss sagen: Mit dieser Aufgabe bin ich tatsächlich schon sehr herausgefordert neben all den Dingen, die die Leitung eines Bistums täglich mit sich bringt.

Ich bin aber zusätzlich davon überzeugt, dass uns aus der Herzenserkenntnis Jesu und aus dem damit verbundenen Eintritt in sein Reich und ins Reich des Vaters auch die politischen Überzeugungen zuwachsen, die für uns besonders relevant sind: Zum Beispiel unbedingter Schutz und Achtung der Personwürde vom Moment der Empfängnis bis zum natürlichen Tod - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Nation, religiösem Bekenntnis etc.; nötiges Engagement für die wenig Privilegierten, für Menschen in Not, für Bildung, für junge und alte Menschen, für Arbeit, für den Erhalt der Familien, für die Bewahrung der Schöpfung, für ein gerechtes Wirtschaftssystem, für den Schutz von Minderheiten, für Flüchtlinge und anderes mehr. Alles das sind Dinge, die im Grunde selbstverständlich aus dem Evangelium erwachsen – auch dann, wenn sie den Gläubigen nicht alle zu allen Zeiten gleich bewusst waren. Und sicher werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch einige dazu kommen, die uns heute noch nicht bewusst sind. Die Stichworte Biotechnologie oder Neuro-Enhancement, um nur zwei zu nennen, stellen uns jedenfalls ganz neue Fragen, für die wir auch Antworten auf der Basis des Evangeliums brauchen.


Die Frage ist trotzdem: Warum verlieren wir als Kirchen in unserer Gesellschaft so deutlich an politischer, ökonomischer, kultureller oder auch wissenschaftlicher Relevanz? Meine persönliche Antwort: Weil unser eigener Glaube an Christus und seine Einladung in sein Reich für uns selbst an Relevanz verliert und verloren hat. Wo in uns und unter uns das Bewusstsein und die Erfahrung schwinden, dass wir tatsächlich Kinder des Vaters, Neugeborene, neue Menschen, Schwestern und Brüder Jesu, Angehörige seines Reiches sind, verliert der Glaube in der Gesellschaft selbst an Bedeutung. Wo unser Leben nicht mehr selbstverständlich getragen wird aus der Freude an der Zugehörigkeit zu einer Kirche, die uns Christus schenkt und damit den Anfang der Zugehörigkeit zum Gottesreich, dort haben oder bekommen wir als Christinnen und Christen notwendig ein Identitätsproblem. Wir wissen dann im Grunde nicht mehr allzu gut, wer wir sind – und wozu wir da sind. Und wenn wir es nicht mehr wissen oder wenn diese Identität ins Wanken gerät, dann brauchen wir äußere Mechanismen der Identitätssicherung, die uns von innen her fehlen.

Dann suchen wir uns zum Beispiel Verbündete, mit denen wir auf die Straße gehen, um uns unserer „abendländischen“ Identität zu versichern. Aber solch eine Versicherung ist im Grunde ex negativo: Wir suchen nach einem Verstehen, wer wir sind („abendländische Patrioten“?), indem wir uns und den anderen gemeinsam sagen, wer wir nicht sind („Islamisten“?). Hier artikuliert sich dann schwache Identität, die Angst hat vor starker oder vermeintlich stärkerer Identität. Denn was hieße für einen Christen Islamisierung? Und wie könnten wir Furcht vor Islamisierung haben, wenn wir wirklich in Christus stünden, weil wir Ihn kennen und lieben? Paulus schreibt im 8. Kapitel des Römerbriefes: „Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben — wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? ... Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“

Meine ehrliche Überzeugung: Unser Glaube an Christus hat die Gotteserfahrung unserer jüdischen Brüder und Schwestern vertieft und ungeahnt erneuert. Der Jude und Pharisäer Paulus wusste sehr tief darüber zu sprechen und er wusste – existenziell ergriffen - von wem er sprach. Der Islam scheint mir (in dem, was ich bislang von ihm weiß), deutlich verwandter mit dem von Paulus beschriebenen Judentum als mit dem Christentum. Mir hat sich bislang jedenfalls noch nicht erschlossen, worin seit Christus und dem, was das Evangelium über ihn sagt, die besondere spirituelle oder intellektuelle Herausforderung bestünde, vor die uns der Islam stellt. Die eigentliche herausfordernde Dimension ist aus meiner Sicht deshalb die politische. Aber die Frage nach dem Verhältnis von Glaubensgemeinschaft und Politik beantworten Christen und Muslime aus meiner Sicht sehr verschieden.

Das Christentum hat vor allem in der Zeit seit der Aufklärung und der Katholizismus in besonders ausdrücklicher Weise nach dem II. Vatikanischen Konzil sein Verhältnis zum Staat neu geklärt. Das politische Gemeinwesen ist seither gegenüber der Kirche weitgehend autonom und das ist recht so. Aber die Politik lässt im gelingenden Fall die Kirchen Partner im politischen Meinungs- und Willensbildungsprozess sein - und nicht selbst politisch Mächtige. Denn die geistliche Vollmacht Jesu ist eine andere als die politische Macht des Pilatus, dem er sich ausliefert. Selbst dann noch, wenn auch dem Pilatus seine Macht „von oben“ gegeben wurde (Joh 19,11)

Der Islam dagegen - auch in seinen nichtradikalen Ausprägungen - strebt nach meiner Kenntnis aus sich selbst nach geistlicher Hoheit auch über die politischen Angelegenheiten. Eine muslimische Theokratie wäre also eher folgerichtige Konsequenz dieser Ambitionen und nicht etwa ein unaufgeklärter Unfall, weil politische Macht auch zu den Zielen des Islam gehört. Und die innerreligiöse kritische Stellungnahme und Distanz zu politischer Macht, die in der christlichen Kultur mit der Person Jesu selbst Bestandteil des kritischen Verhältnisses von Staat und Kirche wurde und immer neu ist, hat es nach meiner Kenntnis in dieser starken Ausprägung im Islam nicht gegeben. Mohammed war selbst Anführer eines Kriegsheeres und weltlicher Herrscher, Christus nie.

Wenn dem so ist, muss das Christentum im Prozess politischer Willensbildung seine eigene Kraft aus anderen Quellen gewinnen als im primären Streben nach politischem oder öffentlichem Einfluss. Es kann sie nach meiner Einschätzung primär nur im Erringen geistlicher Identität und Autorität gewinnen. Das heißt: Im Maß, in dem Christen glaubwürdig leben und bezeugen, dass sie deshalb anders leben, weil sie zu Christus und zum Reich Gottes gehören, werden sie von selbst eine politische Größe, mit der Staat und Kultur zu rechnen haben. Schwindet diese Identität aber, ist die Versuchung der Christen groß, sich an Einflusssphären anderer Art zu klammern und im politischen Prozess nur noch genau so und nicht mehr anders mitzuwirken, wie eben alle anderen auch: Im äußeren Streben nach Macht, Einfluss und öffentlicher Wahrnehmung. Das ist grundsätzlich nicht nur verkehrt, und es ist gut, wenn Christinnen und Christen auch darin kenntnisreich tätig sind. Aber es wird verkehrt, wenn es unser hauptsächlicher Weg ist, weil unsere eigentliche Kraftquelle zu versiegen scheint.

Schließlich: Auch die Pegida-Debatte – und die mehr oder weniger christlichen Stellungnahmen dazu – weisen für mich einmal mehr darauf hin, dass diese Welt nichts mehr nötig hat als das Evangelium vom Reich und von Christus, der gestorben und auferstanden ist, damit alle Menschen wieder in dieses Reich finden. Dies ist der erste Schwerpunkt für mich als Bischof. Politik ist darüber hinaus nicht unwichtig, aber dennoch sekundär. Denn wenn auch Christinnen und Christen bei Pegida mitmarschieren, ist das möglicherweise für viele von ihnen in erster Linie die Artikulation einer Suche nach einer stabilen Identität, die sie durch ihre Kirche nicht mehr finden, weil sich ihnen der Zusammenhang zwischen Kirche und dem Eintritt in Gottes Reich kaum mehr erschließt. Mein Schwerpunkt ist deshalb: Helfen, diesen Zusammenhang immer neu zu erschließen – und damit Mithilfe am (Neu- oder Wieder-) Aufbau christlicher Identität. Wo dieser Aufbau sich neu ereignet und gelingt, gewinnt er von selbst auch Strahlkraft und Wirksamkeit hinein in die Sphäre der Politik und andere Felder gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Passauer Bischof Stefan Oster im Interview: ´Ich möchte, dass junge Menschen das Geschenk der Begegnung mit Christus erfahren dürfen´.



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Lesermeinungen

 Wiederkunft 2. Jänner 2015 
 

Pegida- Bewegung

Kann zwar aus Österreicher nicht wirklich mitreden, sehe aber trotzdem die Gefahr, diese Bewegung ausschließlich in das rechte Eck zu drängen. Habe erst kürzlich eine Dokumentation über die Zeit des Prinz Eugens gesehen, wie er erfolgreich die Türken aus dem Habsburgerreich zurück gedrängt hatte. Wie viele Menschen mussten dafür ihr Leben lassen, um uns die Islamisierung zu ersparen. Da scheint mir aus Sorge und Angst eine Demonstration völlig angebracht zu sein! Leider wird sie von Rechtsextremen instrumentalisiert! Wenn unsere Politiker und Bischöfe glauben, dass die Moslime, auch die Gemäßigten, nicht zusammen halten werden, wenn es um die Übernahme westlicher Regierungen geht, sobald sich eine Gelegenheit ergibt, dann träumen sie sich etwas zusammen. Denn warten wir nicht noch immer auf Worte und Taten gegenüber den radikalisierten Islamisten?


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 queenie 2. Jänner 2015 
 

Leute mit grauen Haaren/Taize´-treffen in Prag

Mehrmals habe ich asiatische Besucher mit in den Sonntagsgottesdienst mitge-
nommen. Übereinstimmend fragten sie
mich, warum hier fast nur Leute mit grauen Haaren seien. Die Antwort fiel mir schwer.
Um so mehr wundere ich mich, daß in diesem Forum und auch von offizieller
Seite von dem Taize´-Treffen in Prag
kaum berichtet wird. Es scheint, als
interessiere die Zukunft nicht. Dabei
ist Taíze´ der Magnet für die weltweite Jugend und die Jugend aus Europa (West-
und noch stärker Osteuropa) überhaupt.
In der evgl. Kirche ist die Jugendarbeit
vielfach überzeugender - z.B. CVJM.
Komischerweise spielen auch dort Themen
zum übel werden
wie z.B. beim BDKJ überhaupt keine
Rolle.


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 jadwiga 30. Dezember 2014 

Man verlangt auch nicht mehr von den Bischöfen! Sie sollen evangelisieren!

"...ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben.."

Wer Angst von Islamisierung hat, der sollte sich mal fragen; Warum die Islamisten keine Angst von Christianisierung haben? Wo ist die christliche Glut, die die Märtyrer bewegt?


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 gema60 30. Dezember 2014 
 

@Tisserant
Ich kann ihnen voll und ganz zustimmen wie schreiben. Die Pegida-Bewegung wird zwar leider auch von den Rechten unterwandert, aber sie hat in ihren Grundforderungen recht. Es sollte meiner Meinung nach hauptsächlich um das Thema Islamisierung in Europa gehen. Dieses Thema wird die Zukunft bestimmenen. Auch wenn das die linken Politiker nicht wahrhaben wollen.


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 Nummer 10 30. Dezember 2014 

Herr Jesus Christus, ich preise Deinen Heiligen Namen!

Ich stimme voll zu, vergelt's Gott, lieber Herr Bischof Oster!
Danke, danke, danke!!!
So ein wertvoller Bischof.
Vater unser....., Gegrüßet seist du, Maria..... Ehre sei dem Vater.....


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 stri 30. Dezember 2014 
 

Dieser Bischof macht es vor

Islam mit seinem Gewaltkern und Herrschaftsanspruch - im Koran und der Überlieferung belegt, linke Kirchenführer, Glaubensverfall usw. sind bekannt Sachverhalte. Das muss auch angesprochen werden. Wir sollten aber wesentlich mutiger in der Verkündigung des Evangeliums sein und noch beharrlicher im Gebet. Wir wissen grob, dass die Zeiten vor der Wiederkunft schwer sein werden und der Feind in der Kirche und entsprechenden Gremien sitzt. Jesus hat selbst versprochen bei uns zu sein bis zum Ende. Also lasst und verstärkt den Glauben bezeugen und in geeigneter Weise evangelisieren. Es wird sich keiner bekehren, wenn wir die Islamisierung anprangern oder über schlechte Zustände in der Kirche reden - allerdings sollen wir auch nicht schweigen und und die Wahrheit unterdrücken. In erster Linie muss das Evangelium verkündigt werden und zwar zur Zeit und zur Unzeit. Jeder soll es tun, wie er eben kann. Wir müssen hier dringend in die Gänge kommen und dem Bischof O. seinem Bsp. folgen.


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 bellis 30. Dezember 2014 

Aufgaben der christlichen Laien

Ich lebe aus einer festen katholischen Identität,suche diese nicht(bei PEGIDA),sondern aufgrund meiner katholischen Identität bin ich gerufen, als katholischer Laie mich politisch zu engagieren gegen antichristliche Regelungen entweder einer freimaurerischen atheistischen Regierung oder einer islamischen Macht, die das Leben als Christen bedrängt, bedroht.Schon heute können viele Berufe von Christen nicht mehr ausgeübt werden,weil sie in diesen Berufen töten müssen (Arzt, Hebamme, Krankenschwester Apotheker)oder Kinder Verderbliches lehren müssen (Erzieherinnen in Krippe/Kita, Lehrer)oder von Gott Verbotenes sanktionieren müssen (Standesbeamter) gegen die Kirche und für antichristliche Programme schreiben müssen(Journalisten, Mitarbeiter im öffentl. Dienst) etc. Auch wehre ich mich gegen eine islamische Macht, die Kreuze,Glockenläuten, Schulgebete aggressiv abschaffen oder Kindern im Ramadan das Essen/Trinken in der Schule verbieten wollen.Hier ist das Aufgabenfeld christlicher Laien.


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 Tisserant 30. Dezember 2014 

@Antigone
Ihnen erschließt oder will sich nicht erschließen, weshalb es die Bewegung PEGIDA gibt!

Sie sprechen diesen Menschen ja sogar ihr Christ sein ab!
Und nun wollen Sie auch noch, die politisierung der Prietser!

Eine typische Denkweise der linken alt 68 ziger, die meinten das Evangelium in die Politik zu übertragen!

Vermutlich haben Sie noch nicht einen einzigen Punkt der PEGIDA gelesen oder sich mit Menschen unterhalten die dort friedlich demonstrieren! Im tun sie übrigen aus allen Nationen und Schichten!

Die Menschen haben die Nase voll, von der Bevormundung in Politik und von einigen Kirchenvertretern, sie wollen Demokratie die den Namen verdient kein herablassendes "Ihr seid alle blöd und wir Politik und Politchristen wissen wie es geht!"

Die Zeiten des Wohlfühlchristetums sind vorbei, wir steuern auf harte Zeiten zu!
Der Zusammenbruch dieser Gesellschaft wird kommen!
Der EURO wankt, die EU ebenso, der Sozialstaat, die Bedeutungslosigkeit der Kirchen usw...


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 Herbert Klupp 30. Dezember 2014 
 

Aufreizend richtig

Die Worte von Bischof Oster sind derart richtig, treffen ins Schwarze, daß es einem drängt, hier weiterzudenken. Wir (die Kirche) brauchen wirklich nur Jesus Christus und das Evangelium zu verkünden, und schwupps, schon sind wir politisch geworden, weil eine mediale Umwelt voll "sprungbereiter Feindseligkeit" alle unsere Thesen aufgreift, und zu widerlegen versucht (und weil das kaum geht, lächerlich zu machen sucht). Alles entscheidend ist die Art und Weise, WIE das Evangelium konkret verkündet wird. Jesus hat in Vollmacht gesprochen, hat Tote auferweckt und ist übers Wasser gegangen, um seine Worte unsterblich zu machen, wirkungsvoll zu machen. Steht uns das auch zur Verfügung ? Eher nicht. DAHER wird alles davon abhängen, ob bspw Bischof Oster (aber gerne auch alle anderen Bischöfe) eine neue präzise und nach vorne gehende Katechese auszuarbeiten in der Lage sind, und diese über alle Pfarrer usw in die Gemeindesäle (oder auch Stadthallen usw) tragen kann. Kurz: offensiv werden !!!


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 sttn 30. Dezember 2014 
 

Es ist unser aller Aufgabe

das Evangelium zu verkünden. Und weil wir es nicht tun, gibt es die Probleme im der Kirche.


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 Suarez 30. Dezember 2014 

Liebe Antigone, da muss ich Ihnen ganz entschieden widersprechen

Christlicher Glaube ist nicht ins Politische aufzulösen, ansonsten er banal wird, weil er nicht über das Weltliche hinausreicht.

Natürlich wirkt die christliche Ethik immer in unsere gesellschaftliche Lebenswirklichkeit hinein, aber eben nicht als politisches Programm oder Vorgabe, sondern allein aus den Glaubensinhalten heraus.

Ich erwarte von einem Priester nicht, dass er mir politische Ratschläge erteilt, sondern dass er mir den Glauben in seiner ganzen Tiefe ausfaltet. Das Weltliche ist nicht deckungsgleich mit dem Entweltlichten, drum betonte ja Jesus Christus, dass SEIN Reich nicht von dieser Welt ist.

Das politische Engagement in der Kirche, z.B. im Pfarrgemeinderat, verfälscht den Glauben und reduziert ihn so auf den Status einer Ideologie, die politische Normen abgeben will. Wirklicher Glaube ist aber nicht in politische Praxis zu überführen, im Gegenteil, dann verliert er seinen Grund und wird eine Ideologie unter vielen.


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 Reichert 30. Dezember 2014 
 

Theobald

Wieviele Oster's haben wir in Deutschland?
Tatsache ist doch wohl, daß die Hirten statt ihrer Herde als wahre Hirten voran-
zugehen, infolge ihrer Uneinigkeit nur
immer neue Verwirrung erzeugen. Im Dritten
Reich, als es wirklich um Leib und Leben
ging, waren die Bischöfe noch ein Boll-
werk gegen die damalige Ideologie.Nichts
desto weniger ergeht sich der Essener
Bischof Overbeck in Schuldvorwürfen gegen sie. Er selbst kommt mir immer
wieder daher als jemand, dessen Maxime
weitgehend von der politischen Korrekt-
ness geprägt ist statt das Evangelium
ohne Wenn und Aber zu verkündigen. Jesus
hat keine Politik gemacht, sondern den
Menschen den Weg des Heiles aufgezeigt.
Für mich ist eine der bedeutendsten Aus-
sagen unseres emeritierten Papstes
Benedikt seine Warnung vor dem immer
mehr sich ausbreitenden Relativismus
in der Verkündigung unserer Kirche, der
ursächlich ist für den lawinenartigen
Abschied vom katholischen Glauben.


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 mirjamvonabelin 30. Dezember 2014 
 

Ich habe das schon

so verstanden, das Politik wichtig ist aber sekundär, primär ist das Evangelium wichtig. Wenn uns das Evangelium unter der Haut ist, dann werden wir auch politisch richtig handeln und spüren was gut ist oder nicht, ohne das wir ständig Bischöfe oder Priester fragen müssen. Wir übernehmen Verantwortung, entscheiden selbst, ohne irgendjemand verantworttlich für unser tun oder nichttun zu machen.

Oder hab ich den Bischof Oster falsch verstanden?


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 ThomasR 30. Dezember 2014 
 

Kleine Kritik

die Hilfe den Armen gehört wie die Verkündung von Evangelium und Liturgiefeier zu den primären Aufgaben der Kirche , die vom Christus auf seine Kirche auferlegt worden sind
Bei den Flüchtlingen handelt es sich ohne Zwiefel um die Armen unter uns- aus der Flüchtlingsdebatte bzw aus der aktiven Hilfe den Flüchtlingen darf sich selbst Bischof Oster so leicht als katholischer Bischof nicht zurüzkziehen
Ausgerechnet die Flüchtlingsdebatte erscheint in meinen Augen als das richtige Ort für die Verkündung von Evangelium


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 Wunderburger 30. Dezember 2014 
 

Danke, Bischof Stefan!

Wie immer hat der Oberhirte der Kirche von Passau den Nagel auf den Kopf getroffen! Nur eines möchte ich an dieser Stelle doch einmal hinterfragen: Sicherlich geht es im Christentum in erster Linie um die persönliche Begegnung des einzelnen mit Christus, seinem Erlöser. Was passiert aber, wenn aus dieser Begegnung eine innige Liebesbeziehung zwischen Mensch und dem Gott geworden ist, wenn eine wahrhaft bräutliche Liebe zwischen Christus und dem einzelnen herangewachsen ist. Wird diese Vereinung - wie sie übrigens vom dreifaltigen Gott zum Heil des Menschen gewollt ist - sich vollzogen hat, wird sich das dann nicht im Lebensvollzug des einzelnen widerspiegeln? Und hat das dann nicht auch Auswirkungen auf das politische Leben, an dem wir als demokratische Bürger ja alle teilhaben? Gewiss strebt der echte Christ niemals - menschlich verstanden - die Herrschaft über andere an, dennoch übt er in Christus eine königliche Herrschaft aus, deren Grundlage die Liebe und die Wahrheit sind.


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 Fides Mariae 30. Dezember 2014 
 

Das Bischofswunder

Bischof Oster ist für mich "das Bischofswunder". Einer, der sich so verhält, wie ich es mir von meinem Bischof erhoffe. Einer, der für die Gläubigen, für den Glauben Bischof ist und nicht zuerst eine Figur des öffentlichen und politischen Lebens. Bravo!!!!!!


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 MaryJoe 30. Dezember 2014 

Evangeliumsverkünden und leben

Eine wunderbare Ansicht - allerdings muss man als Christ, wenn die weltlichen Gesetze ein Hindernis für den Glauben darstellen - ihn leben zu können, Beispiel Abtreibung , wo Gott und sein Gesetz seit jeher anderer Meinung sind, dann muss man sich als Christ auf die Beine stellen und Einfluss nehmen. Und so ist es mit vielen weltlichen Bestimmungen, die immer mehr werden, je stärker atheistisch die verschiedenen Gesetzgeber agieren- mittlerweile entpuppt sich Brüssel mit seinen Gerichtshöfen als Moloch, der unsere Kinder frisst. Als Christ muss ich soviel Bewusstsein an den Tag legen, dass ich die Verantwortung für den Nächsten, der u.U. zu schwach ist übernehme und den Mut habe, Flagge zu zeigen. Wir haben genug Märtyrer, die uns, nur mit den Waffen des Bekenntnisses zu Christus, das vorgelebt haben.


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 Helena_WW 30. Dezember 2014 
 

Sehr schön dargelegt. Danke! Ja, verkündet das Evangelium

damit wir alle Orientierung haben für unser christliches Leben, als Christen in Welt.
Und bitte auch die frohe Botschaft wirklich frohmachend verkünden, in Wort, Gebet, Gesang und Musik, damit wir alle Glauben, Hoffnung und Liebe daraus schöpfen und weitergeben.


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 prim_ass 30. Dezember 2014 
 

Volle Zustimmung

Dem kann ich nur aus ganzem Herzen zustimmen. Genau so eine Stellungnahme tut Not und kein pc-Sprech von Polit-Bischöfen...

Herzlichen Dank!


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 Antigone 30. Dezember 2014 
 

Die Schafe sind verwirrt

Lieber, sehr geehrter Herr Bischof Oster,

natürlich haben Sie Recht: die Verkündigung des Evangeliums kommt vor aller Politik.
Aber Sie sagen selbst: "Die eigentlich herausfordernde Dimension ist aus meiner Sicht deshalb die politische."
In der Predigt, so habe ich es gelernt, soll es zuerst den dogmatischen Teil geben, dann aber die "Nutzanwendung", und die muss sich ja auf unser heutiges, konkretes und auch innerweltliches Leben beziehen. Und deshalb ist es für einen Priester wichtig, sich mit den politischen Dingen auszukennen. Denn die Schafe sind damit konfrontiert und brauchen Anleitung, wie sie, konkret, damit umgehen sollen. Zum Beispiel Pegida.


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 mirjamvonabelin 30. Dezember 2014 
 

Einfach großartig

Bischof Oster läßt uns nicht allein mit unseren Fragen, Verwirrungen....und auch für einfach gestrickte verständlich.


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 Theobald 30. Dezember 2014 
 

Top!

So ziemlich das Klügste, was ein deutscher Bischof seit langem dazu gesagt hat!
Gerade hierzulande hat man ja oft den Eindruck, kirchliche Würdenträger wollten zu jedem tagespolitischen Thema ihren Senf geben.
Bischof Oster rückt das gut zurecht. Verkündigung an der ersten Stelle. Wer Ohren hat zu hören, wird aus der Verkündigung klüger als aus einer Stellungnahme.


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