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‚Franziskus soll 8. Kapitel von ‚Amoris laetitia’ zurückziehen’

22. Jänner 2018 in Weltkirche, 11 Lesermeinungen
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Das Kapitel und seine Interpretation durch die argentinischen Bischöfe enthielten unter dem Deckmantel der pastoralen Liebe einen Umsturz der moralischen Ordnung, kritisiert Gerald Murray, Kirchenrechtler und Priester der Erzdiözese New York.


Irondale (kath.net/LSN/jg)
Das achte Kapitel der nachsynodalen Exhortation „Amoris laetitia“ enthalte Irrtümer. Er hoffe, dass der Papst es zurückziehen werde, sagte der Kirchenrechtler Gerald Murray in einem Interview mit Raymond Arroyo für den katholischen Fernsehsender EWTN.

Murray verurteilte auch die Interpretation von „Amoris laetitia“, wie sie von den Bischöfen der Seelsorgeregion Buenos Aires vorgenommen wird und auf Veranlassung von Papst Franziskus in den Acta Apostolicae Sedis veröffentlicht worden ist. kath.net hat hier berichtet: Offizielles Lehramt? Kommunion für Wiederverheiratete in Einzelfällen Diese Interpretation sei ein „Umsturz der moralischen Ordnung“ und sollte ebenfalls zurückgezogen werden, verlangte Murray.


„Die katholische Lehre über die Natur der Ehe und die Unauflöslichkeit der Ehe, über das intrinsische Übel des Ehebruchs – das kann sich nicht ändern“, sagte der Kirchenrechtler wörtlich. Die Interpretation der argentinischen Bischöfe widerspreche der ausdrücklich verkündeten Lehre aller vorangegangenen Päpste. Dies sei nicht nur seine Ansicht, sondern die Position vieler Kritiker, betonte Murray.

Seine Kritik sei nicht als Angriff auf Papst zu werten, sondern als Hinweis auf einen Fehler, den der Papst und die argentinischen Bischöfe gemacht hätten. Er hoffe und bete, dass Franziskus das achte Kapitel von „Amoris laetitia“ von sich aus zurücknehme, weil es der Kirche große Probleme bereite.

Die Interpretation der argentinischen Bischöfe sei nichts weniger als ein „Umsturz der moralischen Ordnung“ und habe eine Krise in der Kirche verursacht. Die argentinischen Bischöfe würden behaupten, dass es in manchen Fällen unmöglich sei, Ehebruch zu vermeiden. Damit würden sie eine Auffassung in die katholische Theologie einführen, welche dieser vollständig fremd sei, nämlich die Vorstellung, dass jemand nicht in der Lage sei, ein Gebot zu erfüllen und dass sich diese Person nicht wirklich schuldig mache, wenn sie Ehebruch begehe. Unter dem Deckmantel der pastoralen Liebe verberge sich ein Umsturz der moralischen Ordnung. Eine Handlung, die in sich schlecht sei, wie beispielsweise der Ehebruch, könne nie etwas Gutes sein, indem man einfach behaupte, die Menschen könnten diese Sünde nicht vermeiden, kritisierte Murray.


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