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Augsburger Bischof Meier: Jahr ohne Priesterweihen wäre „keine Katastrophe“

15. Juli 2020 in Deutschland, 27 Lesermeinungen
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Bischof Meier sagte, die Kirche sei auch in der Vergangenheit, etwa in der Säkularisation, schon mehrfach „angezählt“ worden.


Augsburg (kath.net/mb)

Der neue Augsburger Bischof Bertram Meier sagte im Gespräch mit der Zeitung „Augsburger Allgemeine“ am Freitag, ein Jahr ohne Priesterweihen in seinem Bistum wäre für ihn „keine Katastrophe“. Er verwies auf Phasen in der Kirchengeschichte, „in denen die Kirche angezählt wurde. Doch Totgesagte leben am längsten.“ Meier erwähnte die Zeit nach der Säkularisation, als unter Napoleon zahlreiche kirchliche Institutionen, gerade Klöster, aufgelöst wurden. „Bereits in den 20er-Jahren des 19. Jahrhunderts setzte eine religiöse Erneuerung ein, die der Kirche in Bayern und weit darüber hinaus neue spirituelle und pastorale Akzente gab“, so der Bischof. „Ein großer Protagonist dieser Kirchenreform war Johann Michael Sailer, der bayerische Kirchenvater. Auch in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts gab es zahlenmäßig kleine Weihejahrgänge. Und noch lebt die Kirche.“ Nichtsdestotrotz räumte Meier ein, er wäre „als Bischof darüber sehr enttäuscht“, sollte er keine Priesterweihen vornehmen können.


 

Der promovierte Dogmatiker, dessen Bischofsweihe wegen der Corona-Krise von März auf Juni verschoben worden war, erklärte: „Berufungen lassen sich nicht machen, aber glaubwürdige Vorbilder und Berufungskümmerer in den Gemeinden können helfen, dass sich junge Menschen für diesen Beruf wieder mehr interessieren.“ Man müsse den Mut haben, gezielt junge Menschen auf eine mögliche Berufung zum Priestertum anzusprechen, ohne aufdringlich zu sein. Abgesehen vom Priestermangel gebe es aber auch einen Gläubigenmangel. „Auch vor Corona mussten die wenigsten Gotteshäuser wegen Überfüllung geschlossen werden“, sagte Meier. „Priester- und Gläubigenmangel sind zwei Seiten einer Medaille. Es geht um die Frage: Wie können wir die Kirche(n) nicht nur strukturell effizient organisieren, sondern geistlich mit Tiefgang erneuern, dass sie für die Menschen lebensrelevant sind?“

 

Meier bezeichnete die „Ansprüche an die Seelsorger und die Belastungsfähigkeit der Priester“ als Anlass zur Sorge. Er betonte, die Priester sollten hauptsächlich Seelsorger sein, „weniger Verwalter und Gemeindemanager. Es wird darauf ankommen, dass sich noch mehr Frauen und Männer aus dem Volk Gottes – sogenannte Laien – hauptberuflich und ehrenamtlich einbringen, um die Priester zu unterstützen, das heißt sie freizusetzen für das, was sie tatsächlich studiert haben und wofür sie ausgebildet sind: Theologie und Seelsorge.“ Viele Pfarrer seien „fachfremd unterwegs“, wenn sie sich mit Dingen außerhalb der Seelsorge befassten. „Letztlich geht es darum, ernst zu machen mit dem, was wir gern vollmundig ‚kooperative Pastoral‘ nennen. Da ist noch Luft nach oben. Die einzelnen Ämter, Dienste und Aufgabenfelder müssen sich noch mehr vernetzen. Falsche Konkurrenzen helfen nicht weiter, sondern schwächen das Anliegen der Evangelisierung.“

 

Archivfoto Bischof Meier (c) Bistum Augsburg


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Lesermeinungen

 Aschermittwoch 19. Juli 2020 
 

Das fehlende gute Vorbild

...ist keine Katastrophe. Herr Bischof, wie sieht es denn in Zukunft aus, wenn das jetzt gar nicht so schlimm ist? Die Heere von Pastoralreferenten*innen und eigenmächtigen PGR machen den Priesterberuf sicher nicht attraktiv. Die beste Werbung für den Priesterberuf ist immer noch ein guter Priester! Den man aber arbeiten lässt!


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 Lilia 18. Juli 2020 
 

Das Rätesystem wirkt wie ein Verhütungsmittel

Es blockiert die Wirkmacht der Geweihten in der Kirche und verhütet ihre Fruchtbarkeit.


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 Diadochus 17. Juli 2020 
 

@SCHLEGL

Den Artikel von Kardinal Brandmüller habe ich gelesen. Er ist dennoch nicht in Gold eingerahmt.


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 Kant1 17. Juli 2020 
 

Katastrophe oder nicht Katastrophe - das ist hier die Frage!

1. „Es gab auch schon in früheren Epochen der Kirchengeschichte schwierige Zeiten.“
Ja, „schwierige Zeiten“ gab es in der Kirchengeschichte immer wieder, aber wir leben nicht in „schwierigen Zeiten“ (z.B. finanzielle Not, Mangel an Ausbildungsmöglichkeiten, Verfolgung etc.), sondern in Zeiten mit Schwierigkeiten ... wegen einer unfähigen Leitung.
2. „Es wird auch wieder besser werden.“
Ganz sicher, denn die Kirche Jesu Christi kann nicht untergehen! Aber die Frage ist, ob du zu denen gehörst, die die Kirche erneuern, oder zu denen, die die Erneuerung be- oder sogar verhindern, wie der größte Teil des dt. Episkopats.
3. „Wir brauchen eine kooperative Pastoral.“
Eine banale Tatsache: jeder Pfarrer überläßt dem Küster die Sakristei, dem Rendanten die Finanzen und der Sekretärin den Schaukasten überläßt. Aber wenn Priester die Leitung der Pfarrei bezahlten Laien überlassen sollen, die weder die Weihevollmacht noch geistliche Befähigung aufweisen, wird es zu einer gefährlichen Ideologie.


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 SCHLEGL 17. Juli 2020 
 

@Diadochus

Ihre Bemerkung vom "glaubenszerstörenden Konzil",kann nicht unwidersprochen bleiben! Offenbar weigern Sie sich standhaft den großartigen Artikel von Kardinal Brandmüller zu diesem Thema zur Kenntnis zu nehmen. Ebenso die ganz KLARE FORDERUNG von Papst Benedikt XVI, die Gruppe FSSPX MÜSSE das GANZE II. Vatikanum in der Kontinuität der Tradition akzeptieren!das gilt für jeden, der KATHOLISCH sein will!
Diverse kirchliche Räte, zum Beispiel der Pfarrgemeinderat hat nur BERATENDE, aber nicht BESCHLIESSENDE(ausgenommen Vermögensfragen) Funktion. Ebenso ersetzt die Bischofskonferenz NICHT die Letztverantwortung des einzelnen Bischofs als Nachfolger der Apostel für seine Diözese.
Wenn man sich in Westeuropa von derartigen Räten an die Wand spielen lässt, ist das unsere eigene Schuld. Gehen Sie nach Polen, Kroatien, Slowenien, Slowakei, Ungarn, Litauen usw. und Sie werden finden wie positiv sich das Konzil und auch die Liturgie in LANDESSPRACHE ausgewirkt haben. Da gibt es genügend Priester.


4

4
 
 Diadochus 17. Juli 2020 
 

Kooperative Pastoral

Die eifrigen Erneuerer des glaubenszerstörenden Konzils wussten sehr genau, als sie das Rätesystem einführten, was das bewirken würde. Das Ergebnis sehen wir. Nur Bischof Meier sieht es nicht, als er nach wie vor von "kooperativer Pastoral" spricht. Es führe zu "falschen Konkurrenzen". Da sei noch "Luft nach oben". Da ist keine Luft nach oben. Es nimmt vielmehr die Luft zum Atmen, vor allem für die Priester. Das Rätesystem hat ausgedient. Da wird Bischof Meier noch ein blaues Wunder erleben, bzw. viele Katastrophen.


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2
 
 hape 17. Juli 2020 

Von den Stillen und den Lauten in der Pfarrei. 2 - Ende

Die Lauten, das sind v.a. die in den Gremien organisierten Laien. Nicht selten bestimmen sie allein die Musik, die in den Pfarreien gespielt wird. Unvergessen ist mir die Aussage eines Stellv. PGR-Vorsitzenden, der angesichts des neuen Pfarrers, der ihm als zu konservativ galt, meinte: „Nicht der Bischof, sondern wir bestimmen, wer unter uns (sic!) Priester wird.“ Diese Laien sind der verlängerte Arm des ZdK, des KDFB und des BDKJ.

Sie bilden das Herz jener „anderen Hierarchie“, von der Prof. Georg May schon 1997 schrieb: „Die andere Hierarchie ist ein entscheidender Schritt auf dem Wege der Verwandlung der katholischen Kirche in eine (weitere) protestantische Gruppe. Das Rätesystem ist ein gewichtiger Faktor bei dem unerhörten Prozess der Selbstzerstörung der katholischen Kirche, eine gigantische Fehlkonstruktion mit Folgeschäden größten Ausmaßes, eine der schlimmsten Verirrungen der nachkonziliaren Kirche im Allgemeinen und der Deutschen Bischofskonferenz im Besonderen.“
–––
Ende


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 Wynfried 16. Juli 2020 

@ G. T.

Über einen Bischofsmangel kann sich die Kirche in Deutschland in der Tat nicht beklagen. Die Frage ist nur, ob das alles mitsamt den aufgeblähten Ordinariaten noch verhältnismäßig ist.


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 ThomasR 16. Juli 2020 
 

@Chris2 die "neue Kirche"

eine "neue Kirche" wird es nicht geben. Das Gebilde "neue Kirche" wird auch von sich selbst absterben (Priestermangel, Massenaustritte, Bürokrattieausbau) da vom Menschen (selbst wenn innerhalb der Kirche, wie ein Geschwür) und nicht von dem Herren geschaffen. Das Absterben der "neuen Kirche" ist einer Heilung und Selbstbereinigung der Kirche gleichzusetzen.

Mit Bischof Meier hat Bistum Augsburg erstmal eine weietere Chance auf einen guten Hirten und die Erneuerung der Kirche bekommen.

Man wünscht Augsburg auf jeden Fall mehr Abhängigkeit von Rom und mehr Abstand von Königstein & Ingolstadt (Ingolstädter Erklärung der DBK 2018 war noch gefährlicher als Königsteiner Erklärung 1968, auch deswegen da man die Früchte vom Könistein kennt und trotzdem man auf den Weg des Untergangs weiterhin hält) & Bonn


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 hape 16. Juli 2020 

Von den Stillen und den Lauten in der Pfarrei. 1

In der Tat sind die „Ansprüche an die Seelsorger“ Anlass zur Sorge. Aber auch hier kommt es, wie so oft, darauf an, wie das konkret gemeint ist. Die besorgt Ansprüche an die Seelsorger kommen, jedenfalls nach meiner Wahrnehmung, von zwei sich unversöhnlich gegenüber stehenden Gruppen in den Pfarreien, die den Priester zu einem ungesunden geistlichen Spagat zwingen. Es geht um die wenigen Stillen und die vielen Lauten. Ich kenne Priester, die am Versuch gescheitert sind, die Lehre der Kirche ernsthaft zu verkündigen. Von den Stillen sehnsüchtig begrüßt und tatkräftig unterstützt, wurden sie von den Lauten tagtäglich und ebenso tatkräftig bekämpft. Mobbing würde ich das nennen. Das ist für Priester zermürbend. Jedenfalls, sofern sie sich nicht selbst zu den Lauten zählen. Die frommen Priester aber drohen auch weiterhin an den Lauten zu scheitern und ich frage mich jetzt, ob die Lauten nicht diejenigen sind, von denen sich Bf. Meier Entlastung verspricht?
–––
Forts.


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 Chris2 16. Juli 2020 
 

Beide Riten

@ThomasR Die "neue Kirche" scheut den klassischen Ritus, der bis in die ersten Jahrhunderte zurückreicht und von 1570 bis 1970 praktisch unverändert der Kult des Allerhöchsten unzähliger Generationen von Gläubigen und Heiligen war, wie der Leibhaftige das Weihwasser. Warum? So stellt sie sich doch selbst infrage, wie der spätere Papst Benedikt XVI. im "Salz der Erde" geschrieben hatte Gleichzeitig ist sie längst inhaltlich kollabiert und jetzt laufen ihr auch zunehmend die Taufscheinchristen davon, aber zunehmend auch jene, die nur noch direkt an Gruppen spenden, die die Gelder nicht zur Kirchenzerstörung verwenden (Verwüstung von Altarräumen, ZdK, BDKJ etc.). Die Seminare derer, die den klassischen Ritus pflegen (z.B. Petrus, Pius, Christkönig) oder sogar beide (SJM) sind dagegen meines Wissens voll, ebenso wie ggf. deren Kirchen...


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 Diadochus 16. Juli 2020 
 

Seelsorge

Bischof Meier betonte, die Priester "sollten hauptsächlich Seelsorger" sein. Genau das durften und dürfen die Priester in der Corona-Zeit nicht sein. Würde an die Realpräsenz in der hl. Eucharistie geglaubt werden, würde an die Heilkraft der hl. Sakramente geglaubt werden, so wäre das Seelsorge, so gäbe es Berufungen, so hätte das einen Tiefgang, so hätte das eine Strahlkraft. Mit Bischof Meier bleibt es beim Konjunktiv.


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 Konrad Georg 15. Juli 2020 
 

In der Augsburger Allgemeinen

ein Interview mit einem Palottiner aus Friedberg.
Exzellenz, Sie werden keine Ruhe bekommen. Die VerWAHRlosung im Denken ist die allergrößte Gefahr. Nicht die Lehre der Kirche, sondern der Zeitgeist beherrsch das Denken und damit die Forderungen an die Kirche. Als Zeitgenosse von bisher 7 Päpsten habe ich das Geschehen nach dem Konzil in Erinnerung, als plötzlich Neues verkündet wurde unter Berufung auf den Geist des Konzils.


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 ThomasR 15. Juli 2020 
 

Diözese Augsburg droht so eine Katastrophe erstmal nicht

Priesterseminar der Petrusbruderschaft im Wigratzbad (Wigratzbad ist auch Diözese Augsburg)ist voll.

Mir ist nicht bekannt, daß Bischof Meier, trotz so einer Möglichkeit nach Motu Proptrio Summorum Pontificium, die Ausbildung im Priesterseminar in Augsburg für beide liturgischen Formen des RR öffnete. Es ist immer Entscheidung von dem jeweiligen Ordinarius Ich vermute, es gibt in Deutschland inzwischen potentielle Kandidaten die ihre Priesterausbildung in beiden liturgischen Formen gerne absolvieren würden und bis dato von keinen diözesanen Priesterseminar angesprochen wurden (beim Irrtum bitte korrigieren)

www.youtube.com/watch?v=25ePCIhHykk


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 Veritatis Splendor 15. Juli 2020 

Kooperative = synodale Pastoral?

Wird dadurch nicht das an die Weihe gebundene Hirten- sprich Leitungsamt ausgehöhlt und behindert?

Wer trägt nämlich vor Gott die Letzt-Verantwortung für diese Mega-Pfarrei-Konstrukte (also für die darin lebenden Seelen), wenn Laien zunehmend dominieren? Alles Berufung oder was?

Bei Leitungs- und Verwaltungsfehlern wird hingegen gern die Schuld dem Priester/Bischof angelastet (bspw. Finanzskandal in Eichstätt).


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0
 
 Norbert Sch?necker 15. Juli 2020 

Die Überschrift irritiert

Insgesamt kann ich nämlich Exz. Meier zustimmen. Sein historischer Abriss stimmt, und er bekräftigt mich im Glauben daran, dass Christus seine Kirche nicht untergehen lässt, auch wenn zeitweilig die Gegner die Oberhand zu haben scheinen. Hier kann ich Bischof Meier für seine Ermutigung danken!

Auch seinen Darlegungen zum Umgang mit der derzeitigen Krise kann ich beipflichten. Bei aller Hochachtung vor so manchen Pastoralassistenten: als Priester will ich gar nicht, dass mir Laien die Seelsorge abnehmen, damit ich mich voll und ganz der Buchhaltung widmen kann. Und auch der Aussage mit dem geistlichen Tiefgang kann ich mich anschließen.

Die Kirche wird also nicht untergehen, wenn es ein Jahr ohne Weihe gibt, stimmt. Wenn aber einzelne Menschen wochenlang keine Chance auf das Sakrament der Beichte oder Eucharistie haben, dann kann das individuell sehr wohl eine Katastrophe sein. V.a., wenn der Mensch sich daran gewöhnt.


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 G.T. 15. Juli 2020 
 

Ein Jahr ohne Priesterweihe wäre "keine Katastrophe"

Ein Jahr(zehnt) ohne Bischofsweihe auch nicht, wenn so etwas dabei rauskommt!


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 Chris2 15. Juli 2020 
 

Angriff von außen, Strukturen weg, Geld weg.

Das sind die Hauptunterschiede zur Kirche in Deutschland heute. Schlechte Voraussetzungen für eine Erneuerungsbewegung, Exzellenz.


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 Winrod 15. Juli 2020 
 

Also wenn ein Bischof

das nicht als Katastrophe empfände, was wäre dann für ihn eine Katastrophe?


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 Fink 15. Juli 2020 
 

Ein entscheidender Unterschied !

Es stimmt schon. Die Zeit der Aufklärung vor 250 Jahren, die Französische Revolution, die Säkularisierung unter Napoleon, der Kampf gegen "Liberalismus" und "Modernismus" im 19. Jahrhundert, die Kirche war großen Anfechtungen ausgesetzt- und hat sie überstanden. ABER: Die Gegner, die Glaubensschwäche, die Irrlehren kamen VON AUSSEN ! Heute haben wir die Glaubenszersetzung, die "Fäulnis", INNERHALB von Theologie und Kirche !


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 hape 15. Juli 2020 

Werter Msgr. Schlegl,

Ihr Wort in Gottes Ohr! – Ihre Auslegung ist mir wohl bekannt und ich teile sie vollumfänglich. Allerdings frage ich mich, ob sich von der Wortwahl Bf. Meiers nicht auch jene angesprochen fühlen müssen, die sich von der Kirche getrennt haben. Jene, die die Einheit mit dem Papst verweigern, die sich in ihrer Selbstwahrnehmung aber auch als „Kirchen“ bezeichnen. Sie benutzen zwar dasselbe Wort, meinen aber etwas anderes. Ich finde das verwirrend. Wenn also Bf. Meier seine Herde sucht, Stichwort „Mangel an Gläubigen“, so wäre es doch eine Idee, sich zu fragen, ob die Schafe die Stimme des Hirten überhaupt wahrnehmen können? Rein methodisch, meine ich. Der Bf. soll den Schafen sowohl vorausgehen, als auch hinterherlaufen. Dann werden ihm die Schafe schon folgen; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen (vgl. Joh 10,4f).


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 nazareth 15. Juli 2020 
 

Liebe Priester. Bitte geht in die Kirche unter Tags beten, lest andächtigst das Hl. Messopfer, steht Gläubigen und Suchenden hörend zur Verfügung und betet für Eure Schäfchen. Wir brauchen keine neuen Begriffe und Strukturen sondern Euer Heilswirken im Hl. Geist durch die Vollmacht Eurer Weihe. Heilt,befreit,tröstet,richtet auf,löst und bindet. Und junge Männer werden diesen Dienst erstrebenswert und lebensfüllend empfinden.


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 Herbstlicht 15. Juli 2020 
 

Ein Jahr ohne Priesterweihe wäre "keine Katastrophe".

Aus dem Munde eines Bischofs hört sich das befremdend an.
Wenn es für Bischof Meier auch keine Katastrophe wäre, traurig bliebe es trotzdem.


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 SCHLEGL 15. Juli 2020 
 

@hape

Ich verstehe schon, was der Bischof mit Kirche im Plural meint, nämlich die Ortskirchen aus denen sich eine Diözese zusammensetzt. Die Kirche am Ort ist für die konkrete Seelsorge der Gläubigen zuständig.
Allerdings kann das Wort KIRCHEN auch innerhalb der einen katholischen Weltkirche verwendet werden, nämlich für die "Kirchen sui iuris"-früher "Rituskirchen". Das sind die katholischen Ostkirchen, die mit Rom in Kommuniongemeinschaft stehen. In Deutschland ist das die ukrainisch griechisch katholische Kirche, die mit Bischof Kryk eigenen Ordinarius hat, der unabhängig von der deutschen Bischofskonferenz ist. In Österreich unterstehen alle Gläubigen eines orientalischen Ritus dem Wiener Erzbischof Kardinal Dr. Christoph Schönborn.


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 hape 15. Juli 2020 

Eine komplizierte Frage, zwei einfache Antworten.

"Wie können wir die Kirche(n) nicht nur strukturell effizient organisieren, sondern geistlich mit Tiefgang erneuern, dass sie für die Menschen lebensrelevant sind?“ – Ich verstehe nicht, warum der Begriff "Kirche" von einem Bischof mit einem in Klammen gesetzten "n" dargestellt wird, also im Plural.

Eine erste Antwort auf die Frage von Bf. Meier wäre z.B. ein inhaltlich wie sprachlich klares Bekenntnis zur Kirche, die es nun mal nur im Singular gibt. Die Evangelisaton des eigenen Ladens sollte m.M. nach absolute Priörität haben. Also warum nicht sofort auf ökumenische Zweideutigkeiten verzichten?

Analog dazu wäre eine zweite Antwort, der Verzicht auf die gendergerechte Sprache, wie sie etwa im Weihegebet von Bf. Meier vorkommt. Dort ist von "Hörerinnen und Hörern des Wortes" die Rede und von "mutigen Zeuginnen und Zeugen Jesu". Wegen dieser Gendersprache tu' ich mich schwer damit, dieses Gebet zu sprechen. Aber ich bete trotzdem für Bf. Meier. Allerdings auf meine Weise.


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 girsberg74 15. Juli 2020 
 

Klingt für's erste nicht besorgniserregend,

falls er sich nicht auf das Gleis von Bode und seiner zahlreichen Konsorten lenken lässt.


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 Stefan Fleischer 15. Juli 2020 

Die Kirche geistlich mit Tiefgang erneuern

Das ist es, was wir brauchen. Geistlichen Tiefgang aber gibt es immer nur in Gott. Wo wir den Menschen ins Zentrum stellen, da werden wir nur immer mehr oberflächlich, da wird auch das Priestertum immer mehr unattraktiv. Da gibt es genügen andere Möglichkeiten sich zu profilieren. Da steht die Berufung Gottes, sei es zum Priestertum, sei es zum Ordensleben, der eigenen Selbstverwirklichung nur im Wege.


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