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Mafiaregions-Bischof: Papstwort muss Folgen für Seelsorge haben

23. Juni 2014 in Aktuelles, 26 Lesermeinungen
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Nunzio Galantino: Sakramentenspendung an bekannte Mafiosi wird zur Gewissensfrage an Priester - Aussagen des Papstes besonders ein Aufruf zur Bekehrung, Lebensstil kann aus Gemeinschaft mit Gott ausschließen


Rom (kath.net/KAP) Die scharfe Verurteilung der Mafia durch Papst Franziskus am Wochenende muss nach Ansicht des Generalsekretärs der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), Nunzio Galantino, konkrete Konsequenzen für den Alltag der Kirche haben. Jeder Priester müsse sich künftig fragen, ob er einem als Mafioso bekannten Gemeindemitglied noch die Sakramente spenden könne, sagte Galantino, der auch Diözesanbischof von Cassano all'Ionio ist, am Montag in einem Interview mit der Tageszeitung "La Repubblica". Gleiches gelte für die Übernahme einer Tauf- oder Firmpatenschaft. Geistliche müssten hierfür stärker sensibilisiert werden und eine "Fähigkeit zur Unterscheidung" ausbilden, forderte der Bischof weiter. Man könne den Leuten nicht religiöse Erfahrungen vermitteln und gleichzeitig diese "konkreten Kehrseiten" ausblenden. Galantino war in Kalabrien Gastgeber des Papstes.


Franziskus hatte am Samstag während eines eintätigen Kalabrien-Besuchs mit einer scharfen Verurteilung der Mafia Aufsehen erregt. "Diejenigen, die der Straße des Bösen folgen, wie die Mafiosi, sind nicht in Gemeinschaft mit Gott, sie sind exkommuniziert", sagte der Papst in einer Predigt vor mehr als 200.000 Menschen.

Nach Ansicht von Galantino hat Franziskus damit deutlich machen wollen, dass diejenigen, die aus finanziellen Motiven und um ihrer eigenen Interessen willen Gewalt anwenden und töten, sich von selbst exkommunizieren. Der Aufruf des Papstes sei jedoch vor allem theologisch zu verstehen, hob der CEI-Generalsekretär hervor. Franziskus habe in Erinnerung rufen wollen, dass alle, die eine "gewissen Lebensstil" pflegen, "außerhalb der Gemeinschaft mit Gott stehen". Daher habe der Papst zur Bekehrung aufgerufen. Denn jeder, der das Böse gewählt habe, könne bereuen und sein Leben ändern.

Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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