06 September 2017, 11:30
Erzbischof von Granada schickt Josef Seifert in den Ruhestand
 
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Ein Artikel des österreichischen Philosophen, der eine kritische Frage zu ‚Amoris laetitia’ stellt, schade der Einheit der Kirche, verwirre die Gläubigen und verbreite Misstrauen gegen den Papst, behauptet Erzbischof Martinez.

Granada (kath.net/jg)
Javier Martinez Fernandez, der Erzbischof von Granada (Spanien) hat den österreichischen Philosophieprofessor Joseph Seifert wegen dessen Kritik am päpstlichen Schreiben „Amoris laetitia“ in den Ruhestand geschickt. Seifert war in den letzten Jahren am Philosophieinstitut Edith Stein des Erzbistums Granada tätig. Dies berichtet der Blog „One Peter Five“ (siehe Link am Ende des Artikels).

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Erzbischof Martinez bezieht sich auf einen Artikel, den Seifert im August unter dem Titel „Kann die reine Logik die gesamte Morallehre der katholischen Kirche zerstören?“ veröffentlicht hat. Der Artikel schade der Einheit der Kirche, verwirre die Gläubigen und verbreite „Misstrauen gegen den Nachfolger Petri“. Der Artikel diene daher nicht der Wahrheit des Glaubens, sondern weltlichen Interessen, wirft Erzbischof Martinez dem österreichischen Philosophen und langjährigen Mitglied der Päpstlichen Akademie für das Leben vor.

Seifert hat bereits 2016 in einem Artikel geschrieben, „Amoris laetitia“ würde die Lehre der Kirche teilweise auf den Kopf stellen. kath.net hat hier berichtet: Philosoph Josef Seifert kritisiert ‚Amoris laetitia’. Erzbischof Martinez hat ihn daraufhin vom Unterricht am erzbischöflichen Priesterseminar ausgeschlossen.

In seinem nun veröffentlichten Artikel bezieht sich Seifert auf Artikel 303 von „Amoris laetitia“. Dort heißt es wörtlich: „Doch dieses Gewissen kann nicht nur erkennen, dass eine Situation objektiv nicht den generellen Anforderungen des Evangeliums entspricht. Es kann auch aufrichtig und ehrlich das erkennen, was vorerst die großherzige Antwort ist, die man Gott geben kann, und mit einer gewissen moralischen Sicherheit entdecken, dass dies die Hingabe ist, die Gott selbst inmitten der konkreten Vielschichtigkeit der Begrenzungen fordert, auch wenn sie noch nicht völlig dem objektiven Ideal entspricht.“

Im Zusammenhang des nachsynodalen Schreibens bezieht sich dieser Abschnitt auf Personen, die in irregulären eheähnlichen Situationen leben. Diese gelten in der Morallehre der Kirche als schwere Sünde. Seifert stellt nun die Frage, ob dieser Abschnitt nicht die Tür dafür öffne, weitere in sich schlechte Handlungen unter gewissen Umständen moralisch gut zu heißen, auch wenn sie „nicht völlig dem objektiven Ideal“ entsprechen. Er lässt die Antwort dabei bewusst offen und will den Papst auf die möglichen Konsequenzen seiner Formulierung hinweisen.


Link zum Artikel auf OnePeterFive (englisch):

onepeterfive.com







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