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Nach Anschlag auf FTH Gießen: Linkes Bekennerschreiben aufgetaucht

16. März 2016 in Deutschland, 4 Lesermeinungen
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Die Hochschule vermittle ein „rückständiges Geschlechterbild“


Gießen (kath.net/idea) Der Farbbeutelanschlag auf das Gebäude der Freien Theologischen Hochschule (FTH) in Gießen steht offenbar im Zusammenhang mit dem Internationalen Frauentag am 8. März. Das legt ein anonymer Bekennerbrief nahe, der auf der Internetplattform „linksunten.indymedia.org“ veröffentlicht wurde. In der Nacht vom 7. auf den 8. März waren Fenster, Wände und das Schild der evangelikalen Hochschule stark verunreinigt worden. In dem Schreiben unter der Schlagzeile „Zum Frauen*kampftag sexistische Strukturen markiert“ heißt es, man habe der Hochschule „einen Besuch abgestattet“. Grund sei das dortige Institut für Ethik und Werte. Es vermittele „ein rückständiges, zutiefst (hetero)sexistisches Geschlechterbild“. Die FTH sei Teil eines Netzwerkes, „welches dieses heteronormative Weltbild verbreitet und abseits dessen Menschen nicht als Teil der Gesellschaft akzeptieren will“. Ausdrücklich erwähnt werden auch der ebenfalls in Gießen ansässige evangelikale Brunnen Verlag und das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft der ökumenischen Kommunität „Offensive Junger Christen“ (OJC/Reichelsheim im Odenwald).


Verantwortung für weitere Anschläge übernommen

Die Initiative übernimmt auch die Verantwortung für weitere Farbanschläge in Gießen – etwa auf das Wohnhaus eines Kommunalpolitikers der Alternative für Deutschland (AfD) sowie auf zwei Gießener Studentenverbindungen. Es sei nicht akzeptabel, dass solche Institutionen und Parteien immer noch ein Weltbild propagierten, das „selbstbestimmtem Leben entgegensteht und die freie Wahl, welche Person wen liebt, nicht akzeptieren will“. Das sei menschenverachtend.

Die Internetplattform bezeichnet sich als „ein dezentral organisiertes, weltweites Netzwerk sozialer Bewegungen“. Man biete die Möglichkeit, „frei von staatlichen Kontrollen und kapitalistischen Interessen Berichte, Erfahrungen, Analysen, Träume und Meinungen zu verbreiten, um Gegenöffentlichkeit zu schaffen“.

Bereits 2007 gab es einen Anschlag auf die FTH

Der Rektor der FTH, Prof. Stephan Holthaus, zeigte sich gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea zuversichtlich, dass es gelingen werde, den oder die Täter zu ermitteln. Man habe eine Kopie des Bekennerschreibens an die Polizei weitergeleitet. Holthaus zufolge war es nach 2007 bereits die zweite Attacke auf die evangelikale Ausbildungsstätte. Damals habe kein Täter ermittelt werden können. An der FTH studieren 140 Frauen und Männer. Sie werden von 15 Professoren und Dozenten unterrichtet. Die seit 1981 in Gießen ansässige Ausbildungsstätte ist seit 2008 eine staatlich anerkannte Hochschule. Ihre etwa 900 Absolventen sind nach Angaben der FTH in 42 Ländern tätig.


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