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Initiative NEUER ANFANG zur Erklärung „Fiducia supplicans“ des vatikanischen Glaubensdikasteriums

19. Dezember 2023 in Aktuelles, 72 Lesermeinungen
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Das römische Dokument verneint "alle vom 'Synodalen Weg' geforderten Veränderungen der Lehre von Ehe und Sexualität, wie sie in der Praxis schon in vielen Diözesen vorweggenommen wurden. Sie waren und sind verboten."


Vatikan (kath.net/Neuer Anfang) Da heute der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, einige zentrale Aussagen vergessen und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken einige Interpretationen gegen den Wortlaut der Erklärung vorgenommen hat, hier einige Klarstellungen der Initiative „Neuer Anfang“.

(Die Kirche) „bleibt“, so der Wortlaut des Dokuments, „fest bei der überlieferten Lehre der Kirche über die Ehe stehen und lässt keine Art von liturgischem Ritus oder diesem ähnliche Segnungen zu, die Verwirrung stiften könnten“, wie der zuständige Präfekt, Kardinal Víctor Manuel Fernandez, in der Einleitung feststellt.

Der vollständig und korrekt wahrgenommene Wortlaut der römischen Erklärung billigt gerade nicht, sondern delegitimiert die sich in Deutschland ausbreitende Praxis liturgisch-ritueller Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare sowie für andere irreguläre Beziehungen. Gleichzeitig verneint die neue Erklärung alle vom „Synodalen Weg“ geforderten Veränderungen der Lehre von Ehe und Sexualität, wie sie in der Praxis schon in vielen Diözesen vorweggenommen wurden. Sie waren und sind verboten.


Bricht die Glaubenskongregation mit Fiducia Supplicans mit der Morallehre der Kirche?

Nein, der Papst verwirft nicht die Responsio ad Dubium (Antwort auf eine zur lehramtlichen Klärung vorgelegte »Zweifels«-Frage) vom 22.2.21. Er verneint sie nicht, er ändert sie nicht einmal, er erweitert den Horizont um eine pastorale Perspektive.

Nein, der Papst erlaubt keine Feiern, keine Riten, keine Liturgien. Kirchliche Medien hatten die Meldung durch Bebilderung und Überschriften ins Zweideutige getrieben.

Nein, der Papst legitimiert in keiner Weise homosexuelle Beziehungen durch einen Segen.

Nein, der Papst verändert in keiner Weise die Lehre von der Ehe und der moralischen Bewertung homosexueller Handlungen.

Gibt es eine in der kirchlichen Lehrtradition stehende Motivation des Papstes, die die Erklärung ausdrücklich approbiert hat?

Ja, der Papst will die pastorale Zuwendung zu homosexuellen Menschen auch in Paarbeziehungen und zu Menschen in anderen irregulären Beziehungen auch in der Form des spontanen, nicht-liturgischen, nicht-rituellen Segens - ausdrücklich aber nicht zur Legitimation gängiger, unerlaubter Praktiken, sondern im Blick auf geistliches Wachstum im seelsorgerlichen Dialog mit betroffenen Menschen.

Für mich klingt das nach einem Schlupfloch, die Moral der Kirche doch noch zu ändern.

Nein, dies ist eindeutig kein Schlupfloch. Denn dies alles ergibt sich aus der unmittelbaren Lektüre des Textes. Es wird absichtlich missverstanden werden von reaktionärer wie progressiver Seite. Es wird bösartig instrumentalisiert werden.

Sollte dieser Text publizistisch verteidigt werden?

Ja, man muss alles tun, um das rechte Verständnis gegen absichtliche und unabsichtliche Missverständnisse nach vorne zu bringen. Denn die Absicht des Papstes ist wichtig und gut. Es muss gefragt werden, ob der Zeitpunkt opportun ist. Vorhersehbar ist seine Vereinnahmung durch extreme Positionen. Die einen werden den Papst instrumentalisieren und eine angebliche päpstliche Erlaubnis bejubeln, die anderen werden den Papst im Widerspruch zur Heiligen Schrift sehen und seine Lehrautorität in Frage stellen.

Die Erklärung enthält pastorale Präzisierungen und informiert, dass eine umfassende moralische Analyse keine Vorbedingung für die Erteilung des Segens sein kann. „Gottes Gnade wirkt in der Tat im Leben derjenigen, die nicht behaupten, gerecht zu sein, sondern sich demütig als Sünder wie alle anderen bekennen.“


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