Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  6. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  7. „Warum bin ich Christ“
  8. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  9. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  10. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  11. Was eine Messe wiegt
  12. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  13. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  14. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass
  15. 'Wenn ich zurückkönnte, würde ich sie wieder wählen – genau wie sie sind'

„Was ist synodale Kirche im katholischen Sinne?“

15. Oktober 2024 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Oft wird II. Vatikanum in neognostisch-antikatholischen Hermeneutik missdeutet als Start in Neue Ära einer Kirche, die mit woke-atheistischen Anthropologien kompatibel ist, sich elegant des Kreuzes Christi entledigt.“ Von Gerhard Card. Müller, Rom


Rom (kath.net) Für die Vision einer synodalen Kirche beruft man sich gern auf die Abschlussformel der sieben Briefe in der Apokalypse: „Hören, was der Herr den Gemeinden sagt“ (Offb 2, 7.11.17.29; 3, 6.13.22). Es handelt sich jedoch um die Aufforderung, Jesus Christus treu zu bleiben, „der derselbe ist gestern, heute und in Ewigkeit“ (Hebr 13, 8). Die Christen sollen sich unter keinen Umständen „von mancherlei fremden Lehren irreführen lassen“ (Hebr 13, 9). Niemals können sie über die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus hinauszugehen in Richtung einer „modernistischen oder progressistischen“ Kirche, die angeblich die Aufklärung nachholen muss, aber dabei doch nur ihrem Naturalismus (ohne den Gott der Offenbarung) verfällt und sich als Zivilreligion dem absoluten Staat (im Sinne von Hobbes, Hegel und Marx) würdelos andient.

Oft wird das II. Vatikanum in einer neognostisch-antikatholischen Hermeneutik missdeutet als Start in die Neue Ära einer Kirche, die mit woke-atheistischen Anthropologien kompatibel ist und die wie einst die französischen Salon-Abbés sich elegant des Kreuzes Christi entledigt. Geschichtstheologisch kommt aber nach dem Reich des Vaters und des Sohnes keineswegs ein innerweltliches Reich des Heiligen Geistes im Sinne des Joachim von Fiore oder Hegels.

Das inkarnatorische Christentum kann nicht überwunden werden durch ein montanistisches oder enthustiastisches =(schwärmerisches) Geistchristentum ohne Dogma, Sakrament und apostolisches Lehramt. Wir können auch nicht nach dem Vorbild der alten Gnostiker die katholische Kirche durch in ein höheres Stadium ihrer geschichtlichen Existenz überführen und diesen Verrat mit dem schönen Etikett von einer synodalen Kirche verschleiern.


Die Katholizität der Kirche ist eines ihrer wesentlichen Attribute, die wir als Wahrheiten der Offenbarung bekennen. Die Synodalität meint lediglich in Analogie zur Kollegialität der Bischöfe bei den Ökumenischen und regionalen Konzilien ein Instrument und eine Methode der Koordination und Kooperation von Laien, Religiosen und Klerikern in ihrer je eigenen Teilhabe am Hirten-, Lehr- und Priesteramt Christi, des Hauptes der Kirche. Denn der Heilige Geist „bereitet und lenkt die Kirche durch die verschiedenen hierarchischen und charismatischen Gaben und schmückt sie mit seinen Früchten.“ (Lumen gentium 4) Nicht wir geben der Kirche durch eine organisatorische Reform ihrer Strukturen eine Zukunft. Es ist vielmehr des Geist des Vaters und des Sohnes, der „durch die Kraft des Evangeliums die Kirche allezeit sich verjüngen lässt, um sie zur vollkommenen Vereinigung mit ihrem Bräutigam zu geleiten“. (Lumen gentium 4).

Doch ebenso wie die Quadratur des Kreises den Prinzipien der Geometrie widerspricht, so ist auch in der katholischen Ekklesiologie eine Kombination des protestantischen Konzepts der Synodalität, das auf der Negation des von Christus der Kirche eingestifteten sakramentalen Ordo und der bischöflichen Verfassung der Kirche göttlichen Rechtes beruht, mit dem katholischen Begriff von Synode und Synodalität von prinzipiell zum Scheitern verurteilt. John Henry Newman hat in seiner Schrift „ An Essay on Development of Christian Doctrine“ (1845) im Blick auf die Kirche der Väter bewiesen, dass der Anglikanismus als Mittelweg (via media) zwischen protestantischer und katholischer Auffassung gescheitert ist und keine Option für den katholischen Ökumenismus darstellt.

Das II. Vatikanum weist in Lumen gentium 10 einen anderen Weg. Die Einheit im Wirken und die Verschiedenheit im Auftrag von Laien aufgrund der Taufe und der Bischöfe und Priester aufgrund des Weihesakraments wurzelt in der Teilhabe am dem einen Priestertum Christi. Er ist das Haupt des Leibes, der in seinen Gliedern von allen getauften und spezifisch als Haupt von den Bischöfen und Presbytern repräsentiert wird. Die sakramentale Verfassung der Kirche gründet in ihrer Lebenseinheit mit Christus und darf in keiner Weise mit den Verfassungen von politischen Gemeinwesen verwechselt oder vermischt werden. Der griechische Begriff von der hierarchischen Verfassung der Kirche, die bei Pseudo-Dionysius Areopagita (De ecclesiastica hierarchia) auch die Charismen der Gläubigen einschließt, besagt in der lateinischen Kirchensprache nichts anderes als die Sakramentalität der Kirche. Sie hat nichts mit einer soziologischen Form der Herrschaft „von oben nach unten“ zu tun, die in demokratischen Zeiten durch eine Herrschaft „von unten nach oben“ ersetzt werden könnte oder müsste.

Es wäre eine Sünde gegen den Heiligen Geist der Einheit der Kirche in der geoffenbarten Wahrheit, wenn man die Träger der Gesamtsendung der Kirche im Laienapostolat, im geweihten Leben der Ordensleute und im Episkopat in einen Kampf um Macht im politischen Sinne verwickelt, anstatt zu verstehen, dass der Heilige Geist ihre symphonische Kooperation leitet, damit alle zur Einheit in Christus hinkommen. In Wirklichkeit sollen sich alle übertreffen im Dienst am Aufbau des Reiches Gottes.

Theologische Konklusion:

Synodalität im katholischen Sinne ist also nicht das Konstrukt einer postkatholischen Kirche oder ihrer Transformation in eine wokeness-konforme NGO, sondern bezeichnet das vom Heiligen Geist geleitete Zusammenwirken aller Laien, Ordensleute, Diakone, Priester, Bischöfe unter der Leitung des Nachfolgers Petri (Lumen gentium 23), damit auf dem Antlitz der Kirche des dreifaltigen Gottes Jesus Christus aufleuchtet als das Licht der Völker, „indem sie das Evangelium allen Geschöpfen verkündet.“ (Lumen gentium 1).


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  3. Die Familie als Schule der Liebe - Eine Kirche aus Familien
  4. Vatikan: Papst verbrachte nach Krebs-OP eine ruhige Nacht
  5. CDU-Politiker mahnt: Kirchen dürfen sich nicht auf ‚Sozialbuden‘ reduzieren
  6. EU finanziert Konferenz, welche die USA als ‚ausländische Informationsbedrohung‘ charakterisiert
  7. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  8. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  9. Vatikan teilt mit: Papst nach Lungen-Eingriff wohlauf
  10. Papst wird noch am Dienstag-Nachmittag operiert
  11. Was eine Messe wiegt
  12. Eucharistischer Weltkongress 2028 in Sydney - 24. Sept. bis 1. Oktober 2028
  13. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  14. EU-Parlament beschließt Resolution gegen Islamismus - Gegenstimmen von Grünen und SPÖ
  15. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz