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"Ich glaube, dass ich glaube"

5. Juni 2026 in Spirituelles, 4 Lesermeinungen
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"Letzthin ist mir aufgefallen, dass der kleine Satz: «Ich glaube» für sehr unterschiedliche Sachverhalte stehen kann." Von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net) Letzthin ist mir aufgefallen, dass der kleine Satz: «Ich glaube» für sehr unterschiedliche Sachverhalte stehen kann. Wenn ich sage: «Ich glaube, dass das Thema Glauben auf Interesse stossen könnte», so heisst das, dass ich mir dies vorstellen kann, oder auch, dass ich davon ausgehe. Wenn ich jedoch sage: «Ich glaube an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde» so erkläre ich damit, dass ich davon überzeugt bin, oder auch, dass dies zu meiner Weltanschauung, meiner Religion gehört, dass es dementsprechend für mich die absolute Wahrheit ist. Zwischen «nicht auszuschliessen» und «nicht zu leugnen» können also alle Stufen der Erkenntnis damit umschrieben werden.

In diesem Sachverhalt liegt also das Problem in den Diskussionen um den Glauben in der schwierigen Aufgabe, dafür zu sorgen, dass dieses Wort nicht einmal so und dann wieder ganz anders verwendet werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass solche «Missverständnisse» heute oftmals mehr oder weniger bewusst eingesetzt werden, um die Argumente der Gegenseite zu widerlegen oder mindestens zu verharmlosen, oder um den eigenen Argumenten ein Gewicht zu verleihen, das ihn nicht gebührt.


Damit stellt sich nun die Frage an uns, an mich selbst; glaube ich wirklich, oder glaube ich nur, dass ich glaube? «Denn was wir, da du es uns offenbart hast, von deiner Herrlichkeit glauben, das glauben wir, ohne jeden Unterschied, auch von deinem Sohne und vom Heiligen Geiste." betet die Kirche in der Präfation zu Fronleichnam.» Glaube ich das tatsächlich? Und welche Konsequenzen hat dieser Glaube für mich. Woher habe ich diese Offenbarung? Ist die Kirche für mich jene sichere Quelle des Wortes Gottes, der ich bedingungslos vertraue? Oder ist mein Glaube auch nur jener ABER-Glaube, der sagt: «Ich glaube, ABER ...?»

Dieser ABER-Glaube jedoch ist, nach meinen Beobachtungen, in unserer heutigen Zeit bis hinein in unsere Kirche weit verbreitet. Er geht so weit, dass viele Menschen sagen, sie glaubten an Gott, aber mit der Kirche, mit deren Lehren und besonders deren Vorschriften könnten sie nichts anfangen. Ihr Gott wird so zu einem mehr oder weniger unbekannten Wesen. Für viele ist er zwar immer noch jener, den man anrufen kann in der Not, den man aber sonst, wie Daniel Düsentrieb sein Helferlein, irgendwo versorgen kann, damit er im Alltag nicht stört. Vor dieser Versuchung sind die allermeisten von uns nicht gefeit.

«Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» (Mk 9,24) Ich glaube, diese Bitte sollte eigentlich immer wieder auch unsere, auch meine Bitte sein. So würden wir uns immer wieder bewusst, dass Glauben heisst, für wahr nehmen, was Gott uns durch die Schrift und die Tradition - das heisst durch das Lehramt der Kirche - gesagt hat und immer noch sagt. Das würde auch immer wieder ein neuer Anstoss uns/mich immer tiefer mit unserem ganzen, katholischen, allumfassenden Glauben zu befassen und dann konkret daraus zu leben.


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