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„Das Ende von Maria 2.0“

29. September 2026 in Buchtipp, 8 Lesermeinungen
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„Zu einer Massenbewegung ist Maria 2.0 übrigens seit 2019 nicht geworden. Da hilft auch die zweifelhafte Unterstützung der Komikerin Carolin Kebekus nicht.“ – Leseprobe aus: „Die Kirche schafft sich ab: Die Katholische Kirche auf Abwegen“


Berlin (kath.net)  Alle Macht den Frauen
Aus einem kleinen Lesekreis einer Pfarrgemeinde in Münster entstand Großes: Fünf Damen im gesetzten Alter gründeten 2019 die Protestaktion „Maria 2.0“ und forderten, dass Frauen den Zugang zu allen Ämtern der Kirche bekommen. Sie beschlossen: „Wir müssen uns engagieren“. Ihr Engagement mündete in einen Kirchenstreik. 

Auf Facebook, ihrer Webseite und in einer Petition riefen die Maria-2.0-Initiatorinnen Katholik(inn)en (!) also dazu auf, den Gottesdiensten und kirchlichen Ehrenämtern für eine Woche fern zu bleiben, um Druck auf den Klerus und die Hierarchie auszuüben – und zu zeigen: Ohne Frauen gehe es nicht. Parallel fanden Gottesdienste, Mahnwachen und Veranstaltungen im Freien statt.

Die Gruppierung Maria 2.0 entstand als Antwort auf das tradierte Marien- und Frauenbild der „schweigenden und dienenden“ Frau, so die Initiatorinnen. Dies sei abwertend und längst überholt, daher der Zusatz „2.0“, der für einen Neuanfang steht. 

In dem Aufruf der Gruppe hieß es: „Wir rufen [...] alle Frauen auf, in einen „Kirchenstreik“ zu treten: Wir betreten keine Kirche mehr und tun keinen Dienst. Vor den Kirchen werden wir Gottesdienst feiern und unsere Klagen und Forderungen nachdrücklich und kreativ zum Ausdruck bringen.“ 


In einer bundesweiten Protestaktion schlug die Reforminitiative 2021 sieben Thesen für den Zugang von Frauen zu Kirchenämtern an die Türen katholischer Kirchen. Unterstützung kam von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands und dem Katholischen Deutschen Frauenbund. 

Franz-Josef Bode, Bischof von Osnabrück, zeigte großes Verständnis für die Aktion. Zwar sei problematisch, dass Frauen die Eucharistiegemeinschaft verließen und in Pfarrsälen eigene Feiern abhielten, aber man müsse die „Ungeduld“ wahrnehmen, hinter der eine „ganz tiefe Verletzung“ vieler in ihrer Kirche aktiver Frauen stehe: „Dass sie sich in Kirche nicht so angenommen fühlen, wie es ihrem Einsatz entspricht.“

Zahlreiche Frauen fühlten sich durch die Ankündigung des Kirchenstreiks motiviert und organisierten daraufhin ebenfalls Streikaktionen an vielen Orten im gesamten Bundesgebiet. Ein Aufruf zum Boykott von Gottesdiensten bedeutete eine neue „Qualität“ in der Auseinandersetzung innerkirchlicher Kräfte mit der katholischen Kirche.

In einem offenen Brief, der in der ZEIT veröffentlicht wurde, forderte Maria 2.0 Frankfurt die Kleriker sogar auf, zu heiraten und Kinder zu bekommen. „Kleriker heiratet und bekommt Kinder! Lernt zu lieben! Seid ganz Menschen – so wie Gott Mensch sein wollte! Steigt herab von euren hohen Rössern und goldenen Thronen! Steigt heraus aus euren Gräbern einer vorgestrigen Theologie! Lasst endlich eure toten Traditionen hinter euch, lasst alles hinter euch, was euch hindert zu Gott!“ 

Das Ende von Maria 2.0

Mit derartigen Forderungen entfernte sich Maria 2.0 von einfachen, frommen und glaubenstreuen Katholikinnen. Die Mutter Gottes wurde instrumentalisiert, ihr Name mit Forderungen nach der „Priesterinnenweihe“ verbunden. Viele Gemeindemitglieder waren und sind mit derartigen Ideen von Maria 2.0 nicht einverstanden. Diana Brenneke beispielsweise, von der Benrather Gemeinde St. Cäcilia, war der Überzeugung, die Kirche brauche im Augenblick vor allem die Unterstützung ihrer Mitglieder, um die Gemeinden wieder zu beleben, jedoch keinen neuen Thesenanschlag, wie einst bei Martin Luther. 

Zu einer Massenbewegung ist Maria 2.0 übrigens seit 2019 nicht geworden. Da hilft auch die zweifelhafte Unterstützung der Komikerin Carolin Kebekus nicht. Die Mitbegründerin der Reformbewegung Maria 2.0, Elisabeth Kötter, begrüßte die Unterstützung durch Kebekus mit folgenden Worten: „Eine Frau, die so stark für unsere Ziele kämpft, gehört zu uns.“ Kebekus ihrerseits rappte unterirdisch primitiv mit den Worten: „Bei der Priesterweihe komm’n wir nicht an die Reihe, nächster Papst wird eher ’n Heide als jemand mit ’ner Scheide.“ und forderte: „Lasst uns rein in euren Pimmelverein.“ Bei solch einladender Werbung wird sich die Kirche vor Eintritten kaum retten können, oder?

Die beiden Initiatorinnen von Maria 2.0, Elisabeth Kötter und Andrea Voss-Frick aus Münster traten folgerichtig aus der  katholischen Kirche aus, die sie zuvor bereits in Gedanken und Worten zerlegt hatten. Sie wollten zwar katholisch bleiben, aber nicht mehr als Mitglied „der öffentlich-rechtlichen Institution römischkatholische Kirche“. Da sie aber auf die Schnelle keinen Austrittstermin bekamen, konnten sie ihren Austritt erst nach einigen langen Wochen formal vollziehen.

kath.net-Buchtipp – Neuerscheinung!
Sylvia Sobel
Die Kirche schafft sich ab: Die Katholische Kirche auf Abwegen
Mit einem Beitrag von Gerhard Kardinal Müller
140 Seiten
2026 GHV
ISBN 978-3873368859
Preis Österreich: 18.50 Euro
Preis Deutschland: 18.00 Euro

 

 


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Lesermeinungen

 verkuender 4. Oktober 2026 
 

@orwell

Sie bedauern allen Ernstes, dass "Maria 2.0" nicht zur Weihe von Bischöfen geschritten ist? Als gläubiger Katholik bin ich dankbar, dass diese Frauenrunde nicht zu diesem spalterischen Akt geschritten sind. Diese Sichtweise unterscheidet uns.

Möglicherweise würden auch die Maria 2.0-Aktivistinnen einen Notstand erfinden können. Erfunden haben die Herren von "Pius" diesen Notstand, den Heiligen Vater unter Druck zu setzen versucht und selbst Bischöfe geweiht. Herr Fellay wird Rekordhalter bei den Exkommunikationen sein, 2x im Leben exkommuniziert zu werden schaffen nicht viele. Zum Glück, denn dieser Zustand ist eine gewaltige Aussage.

Bevor Maria 3.0 das Licht der Welt erblickte, haben sich die Pius-Leute zu einer Sekte entpuppt. Die richten mehr Schaden für das Seelenheil von Menschen an als fünf alte Frauen mit Plakaten. Definitiv.


0
 
 Versusdeum 29. September 2026 
 

Immerhin ehrlich schon im Namen

Wer nicht irgendein weitgehend oder gar komplett neu programmiertes Ersatzprodukt "2.0" untergejubelt bekommen möchte, nimmt sich die Gottesmutter zum Vorbild und bittet sie um Beistand. Immerhin hat der Herr sogar sein "vorgezogenes" erstes öffentliches Wunder auf ihre dringende Bitte hin gewirkt. Lassen wir uns also von Maria am Rosenkranz in den Himmel ziehen!


1
 
 orwell 29. September 2026 
 

@ 8994

"Und zumindest haben Sie keine eigenen BischöffInnenden geweiht."

Schade!
Hätten sie das, hätten sie sich selbst exkommuniziert, wie die 7 Frauen, die am 29. Juni 2002 auf einem Donauschiff zu Priesterinnen „geweiht“ wurden.


2
 
 DiosMio 29. September 2026 
 

Hängematte Ja so sieht es hier auch aus

Der Zulauf zu Maria 2.0 hält sich in Grenzen und wenn ich sehe wer da am Sonntag mit Banner und Flyer vor der Kirche steht, muss ich fast schon lachen. Eine Handvoll Mittelalter Damen die krampfhaft versuchen, Aufmerksamkeit zu bekommen. Junge Frauen die sich dann mal in die Kirche verirren, gehen achtlos vorbei und haben kein Interesse. Aber auch die offizielle kirchliche Frauengruppe findet keine Mitglieder Mehr und steht vor der Auflösung.


4
 
 antony 29. September 2026 

Was mir bei Maria 2.0 immer auffiel, was die ausnehmende Hässlichkeit ihrer Illustrationen.

Kann man auf der Homepage noch "bestaunen".
Auf der HP unter "Aktuelles" findet sich übrigens: Nichts.
Scheint wirklich tot zu sein, die Aktion.


1
 
 Hängematte 29. September 2026 
 

Nach meiner Beobachtung haben die jungen Frauen kein Interesse

an Maria 2.0.
Man redet viel von Nachhaltigkeit.
Das scheint aber nicht nachhaltig zu sein.
Wofür war die ganze Aufregung?


3
 
 8994 29. September 2026 
 

...

Wächst sich also von selbst aus, sehr gut. Und zumindest haben Sie keine eigenen BischöffInnenden geweiht.


6
 
 orwell 29. September 2026 
 

und so weiter...

nach Maria 2.0 kommt Maria 3.0, mit einem falschen Bischof und nach Maria 3.0 kommt Maria 4.0 oder deutsche „Päpstin Johanna Verein“… usw.
Die Deutschsprachigen geben nie auf ;-)


4
 

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