Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  2. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. Bätzing gegen Papst Leo
  5. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  6. Der anderskatholische Papstkritiker
  7. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  8. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  9. „Wir werden erwartet“
  10. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  11. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  12. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  13. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni
  14. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘

vor 48 Minuten in Österreich, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Erzbischof Grünwidl sorgt mit seinen jüngsten Gedanken zu Kopftuchverbot und Familiennachzug für heftige Reaktionen und Kirchenaustrittsankündigungen auf X.


Wien (kath.net/jg)
Der neue Wiener Erzbischof Josef Gründwidl (63) hat in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Radiosender Ö1 auch zu politischen Themen Stellung genommen und damit teils heftige ablehnende Reaktionen geerntet.

Grünwidl hatte unter anderem die Reduktion des Kontingents für den Familiennachzug von 6.000 auf 300 kritisiert. Wörtlich sagte der Erzbischof: „Ich glaube nicht, dass das Integration fördert. Es ist eine Tatsache, dass Familien leichter zu integrieren sind als Einzelpersonen. Das Recht auf Familienleben ist ein Menschenrecht.“

Der Jugendforscher und Publizist Bernhard Heinzlmaier kommentiert diese Aussage scharf: „Der geistig-intellektuelle Verfall der katholischen Kirche ist eklatant“, schreibt er wörtlich auf X. Grünwidl sei Doktor der Theologie, habe aber keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten auf die kulturelle und soziale Integration. Die Gruppe mache die Abschottung nicht nur leichter, sondern auch wahrscheinlicher, betont Heinzlmaier. In die Volksschulen würden Kinder der dritten Generation, deren Eltern und Großeltern Deutsch sprechen, ohne Deutschkenntnisse eintreten, weil in den abgeschlossenen Communities der Migranten nicht mehr Deutsch gesprochen werde. 


Die „heilige Familie“ sei für Katholiken aber offenbar unantastbar. Negative Effekte der Familien- und Clanbildung würden einfach negiert, wirft Heinzlmaier dem Wiener Erzbischof vor. „Entweder hat er keine Ahnung oder er verdreht die Wahrheit so, wie er sie gerade brauchen kann. Die Glaubwürdigkeit dieser Leute ist völlig kaputt“, schreibt er wörtlich.

Ebenso argumentiert der Anthropologe Martin Fieder von der Universität Wien.Wörtlich schreibt er, ebenfalls auf X: „die Aussage des Erzbischofes, dass ‚es eine Tatsache ist, dass Familien leichter zu #integrieren sind als Einzelpersonen‘, stimmt pauschal so nicht: bei großen Communities hat dies genau den gegenteiligen Effekt - die Community wächst, Abschottung ist noch leichter möglich.“

Auch die „pauschal negative Aussage über das Kinderkopftuchverbot“ werde den Diskussionen zu dem Thema nicht gerecht, schreibt Fieder.

Grünwidl hatte ein generelles Kopftuchverbot falschen Weg bezeichnet, „weil es in die freie Religionsausübung eingreift.“

Ein anderer User kündigt nach dem Interview von Grünwidl auf X sogar seinen Austritt aus der Katholischen Kirche an. Wörtlich schreibt er, direkt an den Erzbischof: „Ich werde jetzt als letzter Erwachsener unserer Familie aus der Kirche austreten und final Schuld sind Sie! Ich mache da einfach nicht mehr mit! Auf Wiedersehen, ein mehrfacher Taufpate und auch Firmpate (war ja sonst keiner mehr bei der Kirche, daher habe ich das immer übernommen).“

 

Foto Erzbischof Grünwidl: (C) Katholische Presseagentur Wien/Paul Wuthe

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Nachdenklich68 vor 23 Minuten 
 

Doktor der Theologie

Der derzeitige Erzbischof von Wien hat KEINEN Doktor der Theologie. Er hat nicht einmal ein Lizentiat in Theologie, so dass die "unterste Anforderungs-Stufe" des Kirchenrechts zum Einsatz kommt, wenn es um die Eignung zum Bischofsamt geht. Natürlich sagen akademische Titel nichts über die Eignung und Qualitäten eines Menschen aus. Sie sprechen aber auch nicht gegen ihn und schaden nicht, wenn es - wie vorliegend - um Äußerungen zu hoch komplexen Themen geht.


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Der unbekannte Bekannte: St. Martin
  3. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  4. Allerheiligen oder Heilige für alle?
  5. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni
  6. „Die Heiligen sind keine kleine Gruppe Auserwählter, sondern eine unzählige Schar“
  7. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  8. NGO nach Massaker an Christen in Äthiopien: "Welt darf nicht wegsehen"
  9. Wie Halloween begann: Das Fest wurzelt in einem großen Exorzismus
  10. Karmelitinnen in Pennsylvania bauen von Hand ein Kloster für 1.000 Jahre
  11. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  12. „Wir werden erwartet“
  13. Leo XIV. drängt auf internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
  14. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um
  15. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz