Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  3. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  4. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  5. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  6. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  7. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  8. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  9. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  10. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  13. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  14. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  15. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse

Die Nazi-Projektion

4. März 2026 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Gedanken aus dem Auenland von Nikolaus Lobkowicz


Linz (kath.net/gem/rn)

Heute passiert es ja durchaus schnell mal, dass gewisse Menschen andere als „Nazis“ bezeichnen. Jetzt kann es ja durchaus auch gut sein, dass es tatsächlich immer noch solche „faulen Eier“ unter uns gibt. Falls das so ist, dann habe ich das Gefühl, dass die sich gut vor mir verstecken. Ich persönlich habe jedenfalls noch nie einen richtigen Nazi getroffen. Glaube ich jedenfalls – aber man weiß ja nie. Eigentlich erstaunlich, denn angeblich soll es ja heute wieder ziemlich viele Nazis bei uns in Deutschland geben. Ich persönlich habe allerdings noch nie jemanden getroffen, der die Grundpfeiler der nationalsozialistischen Weltanschauung explizit bejaht.

Grundpfeiler der Nazi-Ideologie sind (in etwa) die Einteilung der Menschheit in höhere und niedere Rassen und insbesondere die Juden als Verkörperung des menschlichen Feindbildes. Das sog. „Führerprinzip“. Extremer Nationalismus (in Form einer absurden Überhöhung der „deutschen Herrenrasse“) im Verbund mit der kommunistisch anmutenden Idee der den Individualismus zugunsten der Allgemeinheit überwunden habenden „Volksgemeinschaft“. Dann wären da auch noch die Ablehnung der Demokratie, Gewaltverherrlichung und der Militarismus zu nennen, und nicht zuletzt eine aggressive Abneigung gegen die Kirche.

Allerdings kenne ich durchaus einige Leute, die ernsthaft finden, dass „Weiße“ weniger wert seien als „Farbige“ – besonders dann, wenn diese Weißen heterosexuelle, christliche Männer sind. Dieselben Leute mögen meistens auch keine Juden (besonders dann nicht, wenn diese in einem eigenen Staat leben) und finden „From the River to the Sea, Palestine shall be free“ schon eine gute Forderung. Viele dieser Leute waren während der Covid-Jahre ganz schnell dabei, all jenen einen Mangel an „Gemeinschaftssinn“ vorzuwerfen, die sich den autoritären Maßnahmen widersetzten (besonders der Impfung) – und sie finden auch, dass Demokratie nur so lange in Ordnung ist, wie „ihre Werte“ hochgehalten werden. Sobald „ihre Werte“ vermeintlich in Gefahr sind, fordern sie, dass die Partei, aus der diese „Gefährdung“ kommt, verboten werden soll**,** und bezeichnen pauschal alle, die dieser Partei ihre Stimme geben, als Nazis. Einige dieser Leute wollen auch unbedingt, dass Deutschland gegen Russland in den Krieg zieht, und von der Kirche (besonders der katholischen) halten sie nicht viel.


Dazu kommen noch einige andere Behauptungen, wie zum Beispiel, dass das Geschlecht nur ein „soziales Konstrukt“ sei, dass ungeborene Menschen nichts als „Zellhaufen“ seien und dass es eine gute Sache sei, alten Menschen, „die nichts mehr zum Allgemeinwohl beitragen“, nicht nur die legale Möglichkeit zum assistierten Suizid nahezulegen, sondern ihnen dies sogar proaktiv schmackhaft zu machen. Gerade diese Leute sind oft besonders schnell dabei, Andersdenkende als „Nazis“ zu bezeichnen, und finden es dann durchaus großartig, wenn so jemand mal ordentlich auf die Schnauze kriegt – wie man leicht an den Kommentaren unter einschlägigem**,** in den sozialen Medien geteiltem Material ablesen kann. „Nazis klatschen“ – dieser Begriff hat es sogar in einige Liedtexte geschafft, die sich bei diesen Leuten großer Popularität erfreuen. Sogar hohe Politiker (wie zum Beispiel der heutige Finanzminister und ehemals stolzes Antifa-Mitglied Lars Klingbeil) bezeichnen ihre politischen Gegner gerne ganz unverblümt und selbstbewusst als Nazis.

Ich frage mich manchmal, ob diesen Leuten eigentlich auffällt, wie merkwürdig ähnlich sie selber in ihrer Weltanschauung den Architekten des Dritten Reiches sind. Mal sehen:

Wenn Rassismus heißt, dass man Leute aufgrund ihrer Hautfarbe anpöbelt, dann trifft das auch zu, wenn man Weißen ihr Weißsein vorwirft.

Wenn jemand „From the River to the Sea…“ sagt, dann fordert er/sie die Auslöschung Israels – und wenn das kein extremer Antisemitismus ist, dann weiß ich auch nicht.

Gemeinschaft (ideologisch gleichgeschaltet) über Individualismus? Definitiv.

Ablehnung der Demokratie? Man kann noch so sehr behaupten, ach so besorgt um „unsere Demokratie“ zu sein – wenn man im gleichen Atemzug das Verbot einer neuen Volkspartei fordert, straft man sich selbst Lügen. Und eine Demokratie, in der alle Parteien ideologisch gleichgeschaltet marschieren, hatten wir gerade erst in der DDR – der „Deutschen Demokratischen Republik“. Da kann man noch so lautstark behaupten, ein großer Demokrat zu sein und deswegen ganz viel „gegen Rechts“ demonstrieren.

Gewaltverherrlichung? „Nazis klatschen“ cool finden und sich schön freuen, wenn wieder mal einer von der „Nazi-Partei“ ordentlich aufs Maul gekriegt hat – das, liebe Leute, ist Gewaltverherrlichung. Und die Hamas zu verteidigen, natürlich ebenso.

Antiklerikalismus, besonders was die katholische Kirche angeht? Vielleicht ist das heute in Deutschland bei diesen Leuten vor allem deswegen nicht mehr so ausgeprägt, weil die Kirche (zumindest in Deutschland) diesen Leuten angesichts der eben aufgezählten Punkte beklagenswert wenig Anlass zum Affront bietet.

Wie gesagt, einen echten Nazi habe ich persönlich noch nie getroffen. Aber ich kenne viel zu viele Leute, die andere gerne so bezeichnen – und dabei selbst viel mehr ideologische Überschneidungen mit den Nazis aufweisen als die von ihnen in dieser Weise Verunglimpften. Aber wer weiß – vielleicht geht es ja auch nur mir so.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gedanken aus dem Auenland

  1. Die denkwürdige Wandlung des Tucker Carlson
  2. Grösse
  3. Glaube & Sex vs. Vernunft & Geld?
  4. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  5. Bekenntnisse eines Warmduschers
  6. Stranger Things
  7. "Als wären wir in einem griechischen Epos"
  8. "Aktuelle Zerrspiegel-Reflexion"
  9. Der Gaza Konflikt - Versuch einer Einordnung
  10. Die Polarisierung unserer Gesellschaft, und was dagegen unternommen werden kann.







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. Leo XIV. will Südamerikareise offenbar antreten
  4. Papst wusste offenbar seit einem Monat von Krebsverdacht
  5. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass
  6. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets
  7. „Du trägst Gottes Bild“
  8. Papst Leo feiert Hl. Messe im Gemelli-Krankenhaus
  9. Der Beginn eines neuen Kapitels im Vatikan?
  10. 'The Chosen': Sechste Staffel ab Dezember auf Netflix
  11. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  12. Kanadas führende Tageszeitung verlangt Euthanasie in katholischen Krankenhäusern
  13. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  14. Ermittlungsverfahren gegen christliche YouTuber eingestellt
  15. Grünwidl bei Medjugorje-Friedensgebet: Beten und Frieden stiften

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz