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Kardinal Meisner ist verstorben!

5. Juli 2017 in Aktuelles, 112 Lesermeinungen
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Früherer Kölner Erzbischof sei während seines Urlaubs in Bad Füssing "friedlich eingeschlafen" - kath.net dankt Kardinal Meisner für die vieljährige vertrauensvolle Zusammenarbeit


Köln (kath.net) Joachim Kardinal Meisner, der frühere Erzbischof von Köln sei während seines Urlaubs in Bad Füssing "friedlich eingeschlafen". Der Kardinal wurde 83 Jahre alt.

Der Kardinal, der für sein hohes Engagement und für sein Rückgrat bekannt gewesen war, war von 1989 bis 2014 Erzbischof von Köln. Im Februar 2014 hatte Papst Franziskus sein Rücktrittsgesuch angenommen. Meisner wurde am Ende seines Lebens eine Audienz mit dem Papst verweigert.

Die Mitarbeiter von kath.net trauern um den geschätzten Kardinal. kath.net dankt Kardinal Meisner für die vieljährige vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir fühlten uns von ihm in unserer Berufung als freies und dem katholischen Lehramt verpflichtetes Mediumimmer unterstützt. Dazu erinnern wir an seine Aussagen über uns: "Wer sich an den gesellschaftlichen Diskussionen aktiv beteiligen will, muss möglichst vielfältig informiert sein und aus unterschiedlichen Quellen schöpfen. In der Vielfalt der Stimmen zeigt kath.net sein eigenständiges Profil und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung." Und weiter: kath.net leistet "einen wichtigen Beitrag zur Meinungsbildung" und ist ein "unverzichtbares Informationsmedium"

Das Erzbistum Köln zum Tod von Kardinal Meisner:

Das Erzbistum Köln trauert um Joachim Kardinal Meisner, emeritierter Erzbischof von Köln. Er starb am 5. Juli im Alter von 83 Jahren während seines Urlaubs in Bad Füssing. Kardinal Meisner war von 1989 bis 2014 Erzbischof des Erzbistums Köln. Zuletzt lebte der Kardinal in der Domstadt.

Am 25. Dezember 1933 wurde Joachim Meisner in Breslau, Deutsch Lissa, als zweiter von vier Brüdern geboren. Seine Eltern Hedwig und Walter Meisner, führten ein Einzelhandelsgeschäft, bis der Vater im Krieg fiel und die Familie 1945 zu Fuß und mit der Bahn vor der Roten Armee fliehen musste. Die Familie kam schließlich in Körner bei Mühlhausen in Thüringen an. Dort machte er 1948 seinen Schulabschluss und begann eine Lehre als Bankkaufman. In der Schule wurde der katholische Meisner in der überwiegend evangelisch geprägten Umgebung wegen seiner vielen schulfreien Feiertage beneidet. 1956 absolvierte er über das Norbertuswerk in Magdeburg das Abitur. Im selben Jahr begann er ein Studium der Philosophie und Theologie in Erfurt, das er sechs Jahre später erfolgreich abschloss.


Am 8. April wurde der junge Theologe in Neuzelle von Bischof Ferdinand Piontek, Apostolischer Administrator von Görlitz, zum Diakon geweiht. Am 22. Dezember 1962 erfolgte in Erfurt die Weihe zum Priester durch Weihbischof Josef Freusberg aus Erfurt. 1963 arbeitete er zunächst als Kaplan in Heiligenstadt (St. Ägidien), ab 1966 dann in Erfurt (St. Crucis). Als Rektor im Caritasverband Erfurt betreute von 1966 bis 1975 er das Referat „Kirchliche Dienste”. Gleichzeitig bereitete Meisner seine theologische Promotion vor, bis er 1969 dann zum Dr. theol. an der Gregoriana in Rom ernannt wurde.

Meisners Bischofsweihe fand am 17. Mai 1975 statt, ernannt wurde er zum Weihbischof in Erfurt/Meiningen und zum Titularbischof von Vina. Fünf Jahre später, am 25. April, wurde er zum Bischof von Berlin berufen. Die Amtseinführung fand am 17. Mai 1980 in Berlin statt. Meisner ließ sich in all den Jahrzehnten in der DDR nie von den Kommunisten beeindrucken und bemühte sich als Bischof besonders um die Aussöhnung mit Polen, Tschechen und Slowaken.

Den Vorsitz der Berliner Bischofskonferenz übernahm Meisner am 7. September 1982. Nur wenige Monate später, am 5. Januar 1983 wurde Meisner zum Kardinal ernannt und am 2. Februar des gleichen Jahres wurde er im Konsistorium zu Rom schließlich zum Kardinal erhoben. Damit übernahm Meisner auch weltkirchliche Mitverantwortung: Im Vatikan war er Mitglied der Kongregation für die Bischöfe; der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnungen; der Kongregation für den Klerus des Päpstlichen Rates für Gesetzestexte; der Präfektur für die wirtschaftlichen Angelegenheiten des Heiligen Stuhls; des Kardinalrates zum Studium der organisatorischen und wirtschaftlichen Fragen des Apostolischen Stuhls und des Obersten Komitees der Päpstlichen Missionswerke.

Nachdem er acht Jahre lang Bischof im geteilten Berlin war, folgt am 20. Dezember 1988 die letzte „Versetzung“ für Kardinal Meisner. Der Papst ernannte ihn zum Erzbischof von Köln. Am 1. Fastensonntag des Jahres, dem 12. Februar 1989, wurde er ins Amt eingeführt. Nach Köln habe er nie gewollt, betonte Kardinal Meisner immer wieder. Bei der Feier zur Emeritierung im Jahr 2014 gab er sich aber versöhnlich „da wo man nicht hin will, da ist man richtig.“

In der Deutschen Bischofskonferenz übernahm er oft wichtige Aufgaben. Er war Vorsitzender der Liturgiekommission und der Unterkommission für Mittel- und Osteuropa; Vorsitzender der Solidaritätsaktion Renovabis, des Osteuropa-Hilfswerks der Katholischen Kirche; Mitglied der Kommission Weltkirche und schließlich Präsident der Bischöflichen Kommission „Ecclesia celebrans“.

Kardinal Meisner erhielt zahlreiche öffentliche Ehrungen, so wurde ihm 1996 die Ehrendoktorwürde der Universität Breslau verliehen und 2005 die der Katholischen Universität Lublin. Meisner war Ehrenbürger der polnischen Stadt Trzebnica und Levoca. Die Tschechische Republik verlieh ihm den Orden des Weißen Löwen III. Klasse. 2003 erhielt er das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland mit Stern und Schulterband.

In den vielen Jahrzehnten seines Lebens, machte Meisner immer wieder folgende Erfahrung: Dem Glaubenden und der Kirche wie ihren Amtsträgern „weht der Wind ins Gesicht“. Um des Evangeliums und der Menschen willen vertrat er auch Positionen, die ihm Kritik einbringen.

Auf die spannende Gottesfrage hat er sich nicht nur mit Leib und Seele eingelassen, sondern auch auf die Spannungen, die damit in einer pluralistischen Gesellschaft verbunden sind. Dies machte ihn zu einem der profiliertesten Vertreter der Kirche nicht nur in Deutschland und zu einem gefragten Gesprächspartner – wobei er seine Beiträge nicht den Erwartungen des Publikums anpasst, sondern immer das Ziel vor Augen hat, aus einem unerschütterlichen Glauben heraus Christus berührbar zu machen.

Auf die Frage, was ihn in seiner Amtszeit in Köln am meisten beeindruckt habe, antworte Kardinal Meisner: „unvergesslich bis heute ist die Nacht auf dem Marienfeld".

Sein bischöfliches Motto „Unsere Hoffnung für Euch steht fest“ aus dem 2. Korintherbrief (1,7) war gleichzeitig auch der Titel des letzten Fastenhirtenbriefes, den er anlässlich seiner Emeritierung als Erzbischof am 28. Februar 2014 als Abschiedsbrief an die Gemeinden im Erzbistum Köln richtete.

Allen Aufgaben, die ihm im Laufe seines Lebens in der Kirche übertragen wurden, hat sich Joachim Kardinal Meisner mit einer bewundernswerten Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit und einem restlosen Einsatz gewidmet.

Was er tat, wusste er bei Gott geborgen.

Kardinal Woelki zum Tod seines Amtsvorgängers: ´Kardinal Meisner hatte noch das Brevier in den Händen, er muss darüber friedlich eingeschlafen sein´


Kardinal Meisner: Die deutsche Einheit und die Geheimnisse eines Papstes


KTV-Interview mit Kardinal Joachim Meisner - 19.1.2013



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