Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  8. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  9. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  10. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  11. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  12. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  13. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  14. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  15. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“

„Wenn Kirche 2.0 draufsteht, aber Konstrukte von wenigen drin sind“

18. April 2019 in Kommentar, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


"Eigentlich wundert es niemanden mehr, wenn die Reaktionen auf eine Wortmeldung des emeritierten Papstes im gleichen Schema ablaufen." Gastbeitrag von Christian Schaller/Institut Papst Benedikt XVI.


Regensburg (kath.net) Eigentlich wundert es niemanden mehr, wenn die Reaktionen auf eine Wortmeldung des emeritierten Papstes im gleichen Schema ablaufen. Wie seine Theologie und die Erfüllung seines kirchlichen Dienstes als Präfekt und Papst beurteilt wird, zeigt aber v. a. eines: Die wenigsten haben seine Wortmeldungen der letzten 60 Jahre gelesen. Wer ihm Reformunfähigkeit, ein autokratisches Amtsverständnis, ein Zurück-hinter-das Konzil und Vieles mehr attestiert, kennt wohl keinen Text, der von ihm bereits im Vorfeld des Konzils verfasst wurde. Ebenso auch seinen Beitrag als Konzilstheologe und seine Kommentierung und in besonderer Weise sein Mühen um Vermittlung der Lehre des Konzils in Vorträgen, Interviews, Publikationen und in seiner Verkündigung nicht. All dies scheint der Theologie in Deutschland verborgen geblieben zu sein. Eine Disziplin, die wie keine andere den offenen Diskurs fordert, vergisst dabei eine Person, die maßgebliche Beiträge zur Theologie des 20. Jahrhunderts geliefert hat. Blendet einen aus, dessen Reformkonzept für die Kirche die Fortschreibung und Vertiefung des Glaubens war, eine Reform, die intensiver erkennen lassen will, was der Glaube ist, und die nicht eine Kirche 2.0 will, wo Jesus draufsteht, aber Konstrukte von Wenigen drin sind, die zugleich allen anderen sagen möchten, was zu tun, zu glauben und zu denken ist. Wenn Moderne bedeutet, sich dem Diktat der Wenigen zu unterwerfen, dann ist Reform wohl eher ein Rückschritt.


Ratzingers Theologie befreit dagegen den Menschen – das ist modern – in die persönliche Glaubensentscheidung hinein, gibt ihm die Freiheit Kirche zu sein und nicht Mitglied eines Vereins. Ratzingers Theologie und sein Verständnis seines an unterschiedlicher Stelle geleisteten Dienstes ist deshalb modern, weil er es geschafft hat, unveränderbare Inhalte des Credos heutig zu vermitteln, verstehbar zu machen für den Nicht-Theologen und ihn so zur Freiheit von der Bevormundung zu führen, auch und gerade der Experten, die sich scheinbar mehr ihren Ideen verpflichtet fühlen.

Autoritär ist der Diskussionsverweigerer, der aus seinem Koordinatensystem – aus welchen Gründen auch immer – nicht heraustritt und selbstkritisch anderen zuhört, ihnen fair begegnet und echte Disputatio sucht und sich ihr stellt. Wenn man also Ratzinger derartiges vorwirft, lässt sich daraus nur ablesen, von welch bestechender Unkenntnis seines Werkes man ist. Die Unfähigkeit sich einem Topos der Forschung mit objektiver Distanz anzunähern, ist eine Unkultur.

Eröffnend könnte Ratzingers Bereitschaft sein, Thesen von Kollegen zu studieren und zu adaptieren, kritisch im Wortsinn zu hinterfragen und so im Fluss des Gesprächs das „aggiornamento“ zu erreichen, das auch das Ziel des Konzils war. Rein politisches Agieren kennt nur die Durchsetzung eigener Programme. Theologie sollte die Diskussion, das Ringen um die Wahrheit als Hermeneutik wieder finden, damit Kirche das bleibt, was sie eigentlich ist, und wovon Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. immer – ganz modern und reformfreudig geschrieben und gesprochen hat: Volk Gottes vom Leib Christi her!

Dr. Christian Schaller ist der Stellvertretende Direktor des „Institut Papst Benedikt XVI.“ in Regensburg.

Buchtipp: Joseph Ratzinger, Zur Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils (Joseph Ratzinger Gesammelte Schriften Band 7), Freiburg 2012.

Passauer Neue Presse - Kardinal Gerhard Ludwig Müller: ´Benedikt XVI. ist Theologe vom Rang der Kirchenväter´. 10 Jahre Institut Papst Benedikt XVI.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Benedikt XVI.

  1. "Derselbe Polarstern"
  2. Namhafter anglikanischer Kanoniker wird katholisch, beeinflusst durch Kard. Newman und Benedikt XVI.
  3. Il Giornale: Benedikt XVI. hatte ‚große Besorgnis‘ wegen des Synodalen Wegs
  4. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  5. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  6. Kardinal Kasper erinnert sich wertschätzend an Benedikt XVI./Ratzinger - „Kennen uns seit 1963“
  7. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  8. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  9. Papst Leo verlieh Ratzingerpreis an den Stardirigenten Riccardo Muti
  10. "Unsere Liebe Frau von Guadalupe" ist "Mutter und Stern der Evangelisierung in Amerika"







Top-15

meist-gelesen

  1. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  2. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  3. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  4. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  5. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  6. Apostolisch und nix anderes
  7. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  8. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  9. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  10. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  13. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  14. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  15. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz