Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  8. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  9. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  10. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  11. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  12. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  13. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  14. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  15. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela

Episode über Carlo Acutis als TV-Debüt von Scorseses Tochter

14. Dezember 2025 in Jugend, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Abschlussfolge der Dokureihe "Martin Scorsese Presents: The Saints" entstand in Italien - Francesca Scorsese: Jugendlicher Heiliger als Gegenmodell zur Social-Media-Oberflächlichkeit


Washington/Assisi (kath.net/KAP) Die US-Künstlerin Francesca Scorsese (26), die sowohl als Regisseurin als auch als Schauspielerin arbeitet und Tochter von Martin Scorsese (82) ist, hat für die zweite Staffel der Dokuserie "Martin Scorsese Presents: The Saints" eine Folge über den erst vor kurzem heiliggesprochenen Jugendlichen Carlo Acutis gedreht. Es handelt sich zugleich um ihr erstes TV-Regieprojekt. Die Episode fungiert als Schlusskapitel der neuen Staffel, die derzeit an mehreren Drehorten in Italien entsteht.

Carlo Acutis, geboren 1991 und 2006 im Alter von 15 Jahren an Leukämie gestorben, wurde von Papst Leo XIV. als der erste "Millennial-Heilige" gewürdigt. Schon als Teenager setzte er digitale Medien für religiöse Zwecke ein und verbreitete online Inhalte über eucharistische Wunder. "Er war ein Junge, der gelebt hat, während ich gelebt habe - das hat mich völlig verblüfft", sagte Francesca Scorsese dem Portal indiewire.com. Für sie sei es ungewohnt gewesen, eine heilige Figur zu porträtieren, die ihrer eigenen Generation angehöre: "Er war ein ganz normaler Teenager. Er ging auf Partys, spielte mit Freunden, konsumierte Popkultur. Und gleichzeitig hatte er dieses starke spirituelle Sensorium."

Die junge Filmemacherin beschreibt Acutis als jemanden, der mit digitalen Mitteln eine glaubensbezogene Botschaft vermittelte, und zwar in einer für seine Zeit ungewöhnlichen Form. "Ich sehe ihn als eine Art ersten Influencer - aber einen Influencer, der seine Reichweite ausschließlich für das Gute genutzt hat." Was sie daran besonders beeindruckte, war die Ernsthaftigkeit, mit der Acutis Internetplattformen nutzte, frei von Selbstinszenierung oder Ironie. Dass ein Jugendlicher in den Anfangsjahren des Webs eine eigene Art missionarischer Kommunikation erfand, habe sie tief fasziniert.


Auch Martin Scorsese selbst äußerte sich gegenüber indiewire.com anerkennend über Acutis. Er hob hervor, der Jugendliche habe "nicht verurteilt" und seinen Glauben ohne moralische Oberlehrerhaftigkeit gelebt. "Er machte niemanden runter. Die Frage lautet: Wie kann ein junger Mensch in einer Welt voller sexualisierter Medien, Ablenkungen und Konsumdruck sagen: 'Ich entscheide mich für ein anderes Leben' - ohne andere zu verurteilen?" Die von Francesca Scorsese inszenierte Folge zeige genau diese Spannung zwischen einem ganz gewöhnlichen Jugendalltag und einer außergewöhnlichen religiösen Tiefe, sagte der Regisseur.

Wütende Nonnen

Bei den Dreharbeiten in Assisi stand Francesca Scorsese vor der Aufgabe, den aufgebahrten Körper des Heiligen zu filmen. In der Basilika Santa Chiara ist der Leichnam in einem Glas-Sarkophag ausgestellt. "Sie haben ihm eine Silikonmaske aufgesetzt, und er sieht vollkommen erhalten aus, als würde er schlafen - im Jogginganzug und mit Turnschuhen", berichtete sie in einem weiteren Interview dem Magazin "Variety". Die Atmosphäre habe sie als zugleich irritierend und ehrfurchtgebietend erlebt. Aus diesem Grund entschied sie sich, visuell sparsam vorzugehen und nur wenige Archivbilder einzusetzen, um die Würde des Ortes zu betonen.

Der Dreh gestaltete sich auch organisatorisch schwierig: Zugang zur Basilika bekam das Team erst unmittelbar am Drehtag und lediglich für eine knappe halbe Stunde. "Wir hatten kaum Zeit, die Einstellungen zu planen, und wurden am Ende von wütenden Nonnen hinauskomplimentiert. Es war chaotisch und stressig", erzählte die Regisseurin. Um dennoch ein stimmiges Ergebnis zu erzielen, hatte sie sämtliche Einstellungen im Vorfeld präzise skizziert.

Digital und spirituell

Francesca Scorsese sprach zudem offen darüber, dass sie selbst in einer Phase persönlicher Glaubensfragen steckt. Die schwere Krankheit ihrer Mutter habe sie über Leid, Gerechtigkeit und Gottesbild nachdenken lassen. "Ich habe mich oft gefragt, warum Gott zulässt, dass gute Menschen so leiden", sagte sie. Die Beschäftigung mit Acutis' Leben sei für sie daher nicht nur beruflich, sondern auch innerlich bedeutsam gewesen als Auseinandersetzung mit einem jungen Menschen, der trotz seiner Krankheit und seines frühen Todes ein tiefes Vertrauen bewahrte. Sie habe ihn als "menschliche, verletzliche und zugleich sehr moderne Figur" zeigen wollen, jemanden, der Computerspiele mochte, "South Park" schaute und dennoch eine ungewöhnliche spirituelle Wachheit besaß. "Er verband das Digitale mit dem Spirituellen in einer Weise, die es so vorher nicht gab", sagte sie.

Nach der Fertigstellung der Acutis-Folge arbeitet Martin Scorsese derzeit an weiteren Episoden der zweiten Staffel. Laut den Produzenten haben die Dreharbeiten bei Trapani auf Sizilien begonnen; weitere Orte sind Rom, Assisi und Matera. Die erste Staffel - eine Mischung aus dokumentarischen und szenischen Elementen - erschien Ende 2024 auf Fox Nation und widmete sich unter anderem Johannes dem Täufer, Maria Magdalena, Franz von Assisi und Maximilian Kolbe.

Der 82-Jährige setzt damit seine langjährige Beschäftigung mit religiösen Themen fort, von der in den vergangenen Jahren Filme wie "The Last Temptation of Christ", "Kundun" oder "Silence" zeugten. Zuletzt kündigte er ein Dokumentarprojekt an, das auf seinem letzten Interview mit Papst Franziskus basiert und die von diesem gegründete Bildungsinitiative Scholas Occurrentes untersucht. Die Episode über Carlo Acutis ist seit Sonntag auf Fox Nation abrufbar.

Copyright 2025 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto: Carlo Acutis


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Heilige

  1. Der letzte Sommer des heiligen Thomas Morus
  2. Drei Heilige, die den Kampf gegen die Sucht verstehen
  3. Schutzpatron der Schwimmer – die erstaunliche Geschichte des heiligen Adjutor von Vernon
  4. Die Bekehrung der beiden Gefängniswärter des Apostels Petrus in Rom
  5. Spaniens Mikel Merino feiert WM-Siegestreffer mit Gruß an den hl. Fermín
  6. USA: Schülerin bemalt in Großprojekt ihre katholische Schule mit lebensgroßen Heiligenfiguren
  7. „Von den Möglichkeiten, die wir heute haben, konnten Ansgar und Bonifatius nur träumen“
  8. Papst Leo XIV.: „Von den Berufungen ist die Ehe eine der edelsten und höchsten“
  9. Wird die PlayStation von Carlo Acutis die erste Gaming-Reliquie in der Kirchengeschichte?
  10. Vatikan: Carlo Acutis ist glaubwürdiges Vorbild für Jugendliche







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Erschütterndes Historiendrama: Netflix-Serie „Fauda“ verarbeitet den Terror des 7. Oktober
  5. Muslimische Organisation: ‚In 45 Jahren wird Frankreich wieder katholisch‘
  6. Frankreichs neue „Generation Leo“: Warum die Jugend plötzlich wieder zum Papst strömt
  7. „Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“ (Psalm 91)
  8. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse
  11. Gesetzesvorschlag zum Verbot von Konversionstherapien in Nordirland ist ‚gefährlich‘
  12. 'Jesus macht alles und ich nichts'
  13. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  14. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  15. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz