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| ![]() „Von den Möglichkeiten, die wir heute haben, konnten Ansgar und Bonifatius nur träumen“vor 2 Stunden in Weltkirche, keine Lesermeinung Msgr. Georg Austen/Bonifatiuswerk: „Manchmal frage ich mich, was Heilige wie Ansgar oder Bonifatius mit ihrer Energie und ihrem Mut zum Wagnis heute anpacken und bewirken würden?“ Grußwort zur Eröffnung des Ansgar-Jubiläums in Kopenhagen Kopenhagen-Paderborn (kath.net/pl) kath.net dokumentiert das Grußwort von Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatius-Werkes (Paderborn), das er in Kopenhagen (Dänemark) am 25.01.2025 zur Eröffnung des Ansgar-Jubiläumsjahrs gehalten hat, in voller Länge und dankt dem Bonifatius-Werk für die freundliche Erlaubnis zur Weiterveröffentlichung: Sehr geehrter Herr Kardinal Parolin, darf ich Sie zu einem Gedankenspiel für das geistige Auge einladen? Betrachten wir einmal die Lebenswege des Heiligen Ansgar und des Heiligen Bonifatius auf der europäischen Landkarte. Bonifatius, „Apostel der Deutschen“ genannt, wurde im englischen Crediton geboren. Seine Missionsreisen führten ihn von Westen nach Osten, bis nach Thüringen. Ansgar, der „Apostel des Nordens“, stammte aus Frankreich. Er brach vor 1.200 Jahren vom Kloster Corvey in Westfalen zu seinen Missionsreisen Richtung Dänemark und Schweden auf. Legt man die beiden Achsen dieser Wegmarken auf der Landkarte übereinander, dann erblicken wir ein großes Kreuz mitten in Europa. Es mag Zufall sein, dass die Lebenswege der beiden Missionare das Zeichen der Christen bilden. Es ist jedoch historisch betrachtet gewiss kein Zufall, dass sich ihre Pfade auf der Landkarte kreuzen – auch wenn ein Jahrhundert dazwischenliegt – und dabei weite Teile Europas von West nach Ost und von Süd nach Nord verbinden. „Vom Mut, Grenzen zu überschreiten“: Das Motto des Ansgar-Jubiläums passt ebenso gut zu Bonifatius, der unserem Bonifatiuswerk seinen Namen gegeben hat. Ursprünglich gegründet 1849 als Missionsverein für die Diaspora in Deutschland, wirken wir heute international in der Weltkirche als Hilfswerk für den Glauben und die Solidarität. Seit 1974 hat das Bonifatiuswerk die Länder der Nordischen Bischofskonferenz als Förderregionen in seine Satzung aufgenommen – ergänzend zu den deutschen St.-Ansgar-Werken in Köln, Osnabrück und Münster. Im September 2024 haben wir das 50-jährige Jubiläum unserer Nordeuropahilfe gefeiert. Welcher Ort wäre dafür besser geeignet gewesen als das Kloster Corvey, nicht weit von unserer Zentrale in Paderborn entfernt? Ich erinnere mich noch gut an den eindrucksvollen Festakt in Ansgars Kloster, von wo er im Jahr 826 nach Norden aufgebrochen war. Mit unserer Nordeuropahilfe haben wir in den letzten zehn Jahren mehr als 14 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt. Hinzu kommt die Unterstützung des Diaspora-Kommissariats für Priester in Nord-, Mittel und Osteuropa. Die katholischen Priester in Deutschland spenden dafür monatlich ein Prozent ihres Gehalts. In den letzten zehn Jahren hat das Diaspora-Kommissariat mehr als 43 Millionen Euro für Nordeuropa bereitgestellt. Ansgar war, wie Bonifatius, ein Benediktiner-Mönch. Beiden gemeinsam ist auch, dass sie die Mauern ihrer Klöster verlassen haben, um als Missionare in ferne, fremde Länder aufzubrechen. Legendär sind die Entbehrungen und Gefahren, die sie auf sich genommen haben. Es gab immer wieder Rückschläge und Enttäuschungen. Bonifatius wurde, im Alter von 80 Jahren, bei seiner letzten Missionsreise nach Friesland erschlagen. Er starb als Märtyrer. Auch Ansgars Leben wurde von seinem Biografen Rimbert als Martyrium beschrieben. Wenn wir heute die Biografien dieser Heiligen betrachten – wie kleingläubig und mutlos erscheinen dann manche Debatten, in der Politik, in der Wirtschaft, und auch in der Kirche? Man starrt auf Strukturreformen, Kirchenmitgliedsstatistiken, und auf Instagram geht es darum, welche Smartwatch der Papst trägt. Zu Zeiten von Ansgar und Bonifatius gab es all das nicht. Sie brachen auf ins Ungewisse – der Glaube an Jesus Christus und die frohe Botschaft des Evangeliums gaben ihnen Halt. Was brauchen wir heute mehr? Der Theologe Henri de Lubac hat das christliche Momentum für die Postmoderne einmal klug übersetzt: „Nicht die Zukunft zu erraten ist wichtig, sondern zu sehen, was die Gegenwart fordert. Nicht seine Chancen zu berechnen tut not, sondern seine Sendung zu bedenken.“ Von den Möglichkeiten, die wir heute haben, konnten Ansgar und Bonifatius nur träumen. Offene Grenzen, schnelle Transportmittel, soziale Medien – wer als Christ seinen Glauben in die Welt tragen will, dem stehen heute alle Wege offen. Manchmal frage ich mich, was Heilige wie Ansgar oder Bonifatius mit ihrer Energie und ihrem Mut zum Wagnis heute anpacken und bewirken würden? Für Katholiken in Deutschland ist es beeindruckend, unter welchen Umständen die Brüder und Schwestern in der nordischen Diaspora ihren Glauben leben: weite Wege, verschiedene Sprachen und Kulturen, viele junge Gesichter, gelebte Ökumene, dabei oft wenig Geld, aber ganz viel Zuversicht, Engagement und Glauben. Für unsere Spenderinnen und Spender ist das ein Ansporn, die Kirche im Norden zu unterstützen. Es ist aber ebenso ein Ansporn für ihr eigenes Leben zu Hause in der Gemeinde. Diaspora-Hilfe bedeutet auch: Miteinander und voneinander lernen, um als Weltkirche die Botschaft des Evangeliums über Grenzen hinweg wirken zu lassen. Deshalb möchte ich heute, im Namen des Bonifatiuswerks und dem Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe sowie unserer Spenderinnen und Spender, Danke sagen: Danke für Ihr Glaubenszeugnis, Ihren Enthusiasmus und Ihre Beharrlichkeit! An dieser Stelle darf ich auch herzliche Grüße ausrichten von unserem Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Als Protektor des Bonifatiuswerks möchte er die besondere geistliche und geschichtliche Verbundenheit des Erzbistums zur Diaspora-Hilfe unseres Hilfswerks und zum Bistum Kopenhagen zum Ausdruck bringen. Neben der finanziellen Unterstützung liegt uns als Bonifatiuswerk wie auch dem Erzbistum Paderborn vor allem die Verbundenheit mit Ihnen im Glauben und im Gebet am Herzen. Als Zeichen dafür möchten wir Ihnen ein kleines Geschenk überreichen: einen handgefertigten Trage-Altar mit dem Vaterunser. Das Vaterunser überschreitet Grenzen, Sprachen und Konfessionen. Wo immer es gebetet wird, kommt dadurch zum Ausdruck, dass wir als Christen, als Menschen zusammengehören, überall auf der Welt. Nun lassen Sie uns das Ansgar-Jubiläum gemeinsam feiern, von Süden bis Norden, von Westen bis Osten. Ich danke ebenso für unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit. Denn: Keiner soll alleine glauben. Ich wünsche Ihnen allen Gottes Segen und gutes Gelingen für das Ansgarjahr 2026! 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