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'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'

26. August 2026 in Chronik, keine Lesermeinung
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Die prominente iranisch-amerikanische Frauenrechtlerin Masih Alinejad rechnet auf X mit dem Märchen von der "freien Wahl" beim islamischen Kopftuch ab.


Washington D.C. (kath.net/gem/rn)

Die prominente iranisch-amerikanische Frauenrechtlerin Masih Alinejad rechnet in einer eindringlichen Stellungnahme mit dem westlichen Argument der „freien Wahl“ beim islamischen Kopftuch ab. Aus eigenen Erinnerungen schildert sie, wie religiöse Indoktrination und Angst von Kindheit an die Illusion einer freien Entscheidung erzeugen.

In den Debatten westlicher Gesellschaften über religiöse Verschleierung wird nicht selten das Argument bemüht, das Tragen des Hidschabs sei Ausdruck individueller Religions- und Wahlfreiheit. Gegen diese Sichtweise hat sich die im US-Exil lebende iranische Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Masih Alinejad mit scharfen Worten gewendet. In einer auf der Plattform X veröffentlichten Botschaft entlarvt sie die Behauptung einer freiwilligen Entscheidung unter islamistischer Prägung als gefährliche Illusion.

Alinejad reagierte direkt auf die verbreitete Floskel „Es ist doch ihre Wahl“. Auch sie selbst habe früher in genau dieser Weise argumentiert, als sie noch unter dem Diktat des Sittengesetzes im Iran lebte: "Ich war von Kopf bis Fuß bedeckt. Sogar am Strand. Sogar mit meinen männlichen Verwandten. Und wenn Leute mich herausforderten, sagte ich: Das ist meine Wahl."


Doch der Grund für diese antwortende Schutzbehauptung sei keine innere Überzeugung gewesen, sondern die von Kindheit an eingepflanzte Angst vor ewiger Strafe. Die Alternative zur Verschleierung sei keineswegs eine echte Handlungsoption gewesen: "Wisst ihr, warum? Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt. Das haben sie mir seit meiner Kindheit beigebracht."

Alinejad zieht einen drastischen Vergleich, um das Wesen dieser vermeintlichen Wahlfreiheit für Frauen in islamistischen Gesellschaften aufzuzeigen. Wer in einer solchen Kultur aufwachse, erhalte im Kern zwei Optionen vorgelegt: „Bedecke dich und gehe ins Paradies. Oder bedecke dich nicht und werde an deinen Haaren aufgehängt und in der Hölle verbrannt.“

Technisch gesehen handele es sich dabei zwar um eine Auswahl – genauso wie wenn jemand einem Menschen eine Waffe an den Kopf halte und sage, man könne nach links oder nach rechts gehen: "Wie wenn jemand dir eine Pistole an den Kopf hält und sagt ‚du kannst links oder rechts gehen‘, technisch gesehen, ja, das ist eine Wahl. Ich habe das Paradies gewählt. Ich nannte es Freiheit. Und ich glaubte daran, weil das passiert, wenn Angst alles ist, was du je gekannt hast."

Möglichen Kritikern, die ihr vorwerfen könnten, ihre persönliche Geschichte nicht in die öffentliche Debatte einzubringen, erteilt Alinejad eine Absage. Solche Einwände seien ihr „von tiefstem Herzen egal“. Ihre Sorge gelte ausschließlich den Millionen von Frauen und Mädchen, die nach wie vor unter diesem System der Scheinflachheit und Unterdrückung leben müssen.

Unter dem Hashtag #LetUsTalk fordert Alinejad seit Jahren dazu auf, die Stimmen derjenigen Frauen nicht zu überhören oder durch relativierende Diskurse im Westen zu überdecken, die unter dem Zwang religiöser Diktate leiden.

Masih Alinejad (geb. 1976 im Iran) ist eine iranisch-amerikanische Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin. Sie ist die Gründerin der Bewegung My Stealthy Freedom („Meine heimliche Freiheit“), die sich gegen den gesetzlichen Kopftuchzwang im Iran richtet. Alinejad lebt heute in den USA und steht wegen ihres Engagements gegen das Teheraner Regime unter ständigem Polizeischutz.

 

 


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