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US-Bischof Coakley: 'Wir haben noch nicht das letzte Wort zu Traditionis custodes gehört'

20. August 2026 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Papst Leo XIV. habe sich noch nicht zu Traditionis custodes geäußert, sagt der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz. Die US-Bischöfe beraten derzeit, wie sie den pastoralen Bedürfnissen der Gläubigen entgegenkommen können.


Washington D.C. (kath.net/jg)
Paul Coakley von Oklahoma City, Erzbischof von Oklahoma City und Vorsitzender der US-Bischofskonferenz, hat bestätigt, dass Katholiken, welche die Messe im Alten Ritus feiern, vor einem „Dilemma“ stehen. Gleichzeitig äußerte er die Einschätzung, dass Papst Leo XIV. noch keine endgültige Entscheidung zu den Einschränkungen durch das Motu proprio Traditionis custodes seines Vorgängers Franziskus getroffen habe, berichtet das Portal Advaticanum.

In einem Interview mit Raymond Arroyo in der Sendung The World Over am 13. August 2026 erklärte Erzbischof Coakley, die US-Bischöfe berieten derzeit, wie sie den pastoralen Bedürfnissen der Gläubigen nachkommen können, welche die Liturgie im Alten Ritus bevorzugen. Als positives Beispiel nannte er die Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP), welche die traditionelle lateinische Messe in voller kirchlicher Gemeinschaft anbietet.


Die Frage werde nicht durch eine USA-weite einheitliche Regelung entschieden. „Ich denke, die Bischöfe werden dies untereinander und in ihren eigenen Diözesen besprechen“, sagte Coakley. Er verwies auf Entwicklungen in Texas in der Woche des Interviews, wo Einschränkungen gelockert worden seien, um die traditionelle lateinische Messe stärker zugänglich zu machen.

Der Status der Messe in der außerordentlichen Form des römischen Ritus bleibt unter dem Pontifikat von Papst Leo XIV. weiterhin ungeklärt. Das 2021 von Papst Franziskus erlassene Apostolische Schreiben Traditionis custodes hatte die Feier der Messe nach den liturgischen Büchern vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil eingeschränkt und den Diözesanbischöfen weitgehende Verantwortung für die Regelung übertragen.

Erzbischof Coakley machte deutlich, dass die Frage der Zulassung der Alten Messe unter dem neuen Papst nicht als abgeschlossen gelten könne: „Ich bin mir nicht sicher, ob wir das letzte Wort dieses Pontifikats zu Traditionis custodes gehört haben. Ich denke, unser Heiliger Vater ist – Kardinal Roche hat gesprochen, aber bis Papst Leo gesprochen hat, bin ich mir nicht sicher, dass wir wirklich wissen, wie der Weg vorwärts aussehen wird“, sagte er wörtlich.

Im Interview erwähnte Arroyo auch Erzbischof Salvatore Cordileone von San Francisco, der zuvor hinterfragt hatte, ob Traditionis custodes angesichts der vielen jungen Menschen und jungen Familien, die von der traditionellen Messe angezogen werden, auf Dauer haltbar sei. Coakley räumte ein, dass die Einschränkungen möglicherweise die evangelisierende Anziehungskraft der Alten Messe behindern könnten: „Ja, das könnte sein.“

Die Aussagen Coakleys sind auch vor dem Hintergrund seines jüngsten Hirtenbriefs vom 6. August 2026 zu sehen. Darin setzte er sich mit den Folgen der jüngsten Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) auseinander, die „ohne päpstliches Mandat und gegen den Willen von Papst Leo XIV.“ stattgefunden hätten und eine „schwere Wunde für die kirchliche Gemeinschaft“ darstellten. Die FSSPX-Geistlichen seien nun als schismatisch zu betrachten. Ihre Sakramente seien unerlaubt gespendet, Beichten und Trauungen ungültig. Katholiken dürften die Gottesdienste und Sakramente der FSSPX nicht mehr besuchen.

 


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Lesermeinungen

 Bruder Konrad 20. August 2026 
 

Perspektivenwechsel empfohlen

Mich nervt allmählich die ständige Fragerei, wovon sich die Gottesdienstbesucher angezogen fühlen:

GOTTESdienst fragt zuerst nach Gott und nicht wovon sich der Mensch angezogen fühlt (wobei es auch nicht schadet, wenn der sich beim Gottesdienst wohlfühlt).

Rund 20 Jahre mit vorkonziliarer Liturgie aufgewachsen und nach 60 Jahren NOM ( mit vielen „Gottesdiensten“ als ehrenamtlicher Küster) ist für mich klar:

Der NOM und seine Vertreter sollten dringend bei der vorkonziliaren Liturgie in die Schule gehen!


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 Jothekieker 20. August 2026 
 

Gewichtsverlagerung

Die Gewichte zwischen den blühenden Gemeinden, die den traditionellen Ritus pflegen, und den schwindenden Gemeinden des neuen Ritus verschieben sich.
Papst Leo wird dem Rechnung tragen müssen.


2
 
 René_007 20. August 2026 
 

Papst Franziskus und seine verletzenden Äußerungen zu Gläubigen, die sich der alten Messe verbunden

Papst Franziskus sprach mehrfach davon, dass eine Fixierung auf die alte Liturgie das „psychische Gleichgewicht“ beschädigen könne und „Starrheit“ oft tiefere psychische Unsicherheiten verberge.

In einem Interview kurz vor der Veröffentlichung seines TC-Dekrets erklärte er bezüglich junger Menschen, die sich zur lateinischen Messe hingezogen fühlen:„Und ich frage mich: Warum so viel Starrheit? Grabe, grabe, diese Starrheit verbirgt immer etwas: Unsicherheit oder sogar etwas anderes. Starrheit ist defensiv. Wahre Liebe ist nicht starr.“

Diese Wortwahl ist unbarmherzig und verletzend, da sie den Wunsch nach einer ehrfürchtigen Liturgie als psychologisches Defektbild darstellt.

Papst Benedikt XVI sagte: „Es hat sich herausgestellt, dass junge Menschen diese liturgische Form entdecken, sich von ihr angezogen fühlen und hier eine ihnen besonders gemäße Form der“

Ob Papst Leo hier etwas korrigiert ist für mich mehr als zweifelhaft - aber die Hoffnung stirbt zuletzt.


2
 
 Versusdeum 20. August 2026 
 

Eigentlich sagt man ja, "Keine Antwort ist auch eine Antwort",

aber vielleicht kommt diese ja doch noch. Beten wir, dass der überlieferte Ritus der Kirche endlich wieder aus den Reservaten befreit wird, in die er nach der Großherzigkeit Papst Benedikts durch die Willkür von TC wieder gezwängt wurde.


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