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Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘

10. Juni 2026 in Weltkirche, 23 Lesermeinungen
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Habsburg sieht sowohl die Gemeinden, welche die Alte Messe feiern, als auch jene Novus-Ordo-Gemeinden, in denen die Messe ehrfürchtig gefeiert wird, als Teil einer wachsenden „kleinen Schar“, welche die katholische Tradition bewahrt.


Rom (kath.net/jg)
Der ehemalige ungarische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Eduard Habsburg-Lothringen, hat ein neues, kleines Buch veröffentlicht: „Abenteuer ‚Alte Messe‘ – Ein Reiseführer für Neugierige“. Es richtet sich an Menschen, die zum ersten Mal die Messe im Alten Ritus (Vetus Ordo) erleben möchten.

In einem Interview mit dem National Catholic Register vom Mai 2026 erklärt Habsburg, warum er das Büchlein geschrieben hat. Bei seinem ersten Besuch einer Alten Messe war er selbst „völlig verwirrt – ja sogar irritiert“. Niemand hatte ihn auf die Unterschiede in fast allen Aspekten der Liturgie vorbereitet. Mit seinem praktischen Leitfaden möchte er anderen helfen, den Alten Ritus besser zu verstehen und nicht gleich Abwehrhaltungen aufzubauen.

Das Werk ist nicht primär für erfahrene Besucher der Alten Messe gedacht, sondern für Neugierige, die schon einmal davon gehört haben, oder für Menschen, die dem Alten Ritus skeptisch oder ablehnend gegenüberstehen. Es enthält einen zentralen Abschnitt, der die verschiedenen Teile der Liturgie erklärt – inklusive einfacher Zeichnungen, die beispielsweise anhand der Positionen des Priesters und der Ministranten zeigen, an welcher Stelle der Messe man sich gerade befindet. 


Habsburg berichtet, dass die Entdeckung der Lateinischen Messe vor etwa fünf bis sechs Jahren für seine gesamte Familie zu einer tiefgreifenden Erneuerung des Glaubens geführt hat. Obwohl die Familie schon immer praktizierende Katholiken war, habe die TLM ein neues Kapitel eröffnet: mehr Treue im täglichen Gebet, Rosenkranz, Novenen und eine spürbare Ausstrahlung der Liturgie in den Alltag. Besonders beeindruckt sei er von der Wirkung auf seine Kinder gewesen.

Habsburg beobachtet ein wachsendes Interesse an der Alten Messe vor allem unter jungen Gläubigen – in Europa wie in den USA. Er erklärt dies damit, dass sie nach seiner persönlichen Einschätzung die „absoluten Antithese zur heutigen Welt“ sei: ehrfürchtig, still, andächtig. Die lateinische Sprache und die feierlichen Gesten vermittelten Tiefe, Ernsthaftigkeit und Verwurzelung. Gerade junge Menschen, die ernsthaft katholisch leben wollten, suchten etwas Solides, auf das sie ihr Leben bauen könnten.

Zur kontroversen Debatte um die Alte Messe sagt Habsburg, dass die starke Ablehnung bei manchen oft auf Vorurteile aus den 1950er- und 1960er-Jahren zurückgehe. Viele Priester und Bischöfe seien mit der Idee aufgewachsen, die alte Messe sei „von gestern“ und überholt. Aggressive Auftritte einiger „Traditionalisten“ im Internet verstärkten leider das Bild einer harten, schnell verurteilenden Gruppe – was zu den restriktiven Maßnahmen beigetragen habe. Er plädiert für mehr Respekt und Nächstenliebe im Umgang miteinander.

Obwohl die Zahl der Besucher der Alten Messe im Vergleich zur Gesamtkirche relativ klein sei, wirke sie in manchen westlichen Ländern im Verhältnis zu den regelmäßigen Messbesuchern bereits beachtlich. Habsburg sieht sowohl die Gemeinden, welche die Alte Messe feiern, als auch jene Novus-Ordo-Gemeinden, in denen die Messe ehrfürchtig gefeiert wird, als Teil einer wachsenden „kleinen Schar“, welche die katholische Tradition bewahrt. Er blickt hoffnungsvoll auf ein geistliches Erwachen in der westlichen Welt.

Eduard Habsburg versteht seine Rolle nach dem Ende seiner diplomatischen Tätigkeit (2015–2025) als „Botschafter“ der traditionellen Liturgie für all jene, die sie noch nicht kennen oder Vorurteile abbauen möchten. Sein Dienst als Diplomat habe ihm hinsichtlich seiner persönlichen Präferenzen große Zurückhaltung auferlegt. Als Nachfahre der Habsburger-Dynastie, die historisch eine wichtige Rolle bei der Bewahrung der alten Liturgie spielte, könne er sich nun frei und offen für ein besseres Verständnis des Alten Ritus einsetzen.


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