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Brasilianischer Bischof: Junge Katholiken haben ein ‚Recht‘ auf traditionelle Liturgie

vor 2 Stunden in Weltkirche, keine Lesermeinung
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In Zeiten spiritueller Leere suchten junge Menschen Orientierung – auch in historischen Formen des Glaubens, die sie selbst nicht mehr erlebt hätten, sagt Bischof Joel Portella Amado.


Aparecida (kath.net/LifeSiteNews/jg)
Joel Portella Amado, der Bischof von Petrópolis (Brasilien) hat erklärt, dass junge Katholiken ein Recht darauf haben, traditionelle Formen der Liturgie zu feiern. Grund dafür sei die „plurale Natur“ des Katholizismus, sagte Bischof Amado am 17. April 2026 auf einer Pressekonferenz im Rahmen der 62. Generalversammlung der Brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) in Aparecida.

Bischof Amado, der das Bistum Petrópolis seit zwei Jahren leitet und Präsident der Kommission für die Glaubenslehre der CNBB ist, antwortete auf Fragen zu einem beobachtbaren Trend: Immer mehr junge Gläubige kehren zu traditionellen Praktiken zurück – beispielsweise Gläubige, die beim Empfang der Heiligen Kommunion knien, oder Frauen, die während der heiligen Messe einen Schleier tragen.


„Ja, sie haben das Recht, so zu sein. Denn der Katholizismus ist von Natur aus plural, besonders in einer tief pluralen Welt“, betonte Amado. Er stellte diese Entwicklung in den Kontext eines breiteren gesellschaftlichen Phänomens. Laut der brasilianischen Volkszählung von 2022 bilden Personen zwischen 19 und 39 Jahren die größte Gruppe der „Religionslosen“. Der Bischof betonte jedoch, dass dies nicht zwangsläufig Atheismus bedeute. Viele glaubten an Gott und den Himmel, suchten aber keine institutionelle Vermittlung durch die Kirche.

In Zeiten spiritueller Leere suchten junge Menschen Orientierung – auch in historischen Formen des Glaubens, die sie selbst nicht mehr erlebt hätten, so Amado weiter. Die Rückbesinnung auf traditionelle liturgische Formen sei daher als Teil einer Suche nach Identität und Struktur zu verstehen.

Gleichzeitig mahnte der Bischof zur Ausgewogenheit und Einheit in der Kirche. Traditionelle Ausdrucksformen seien legitim, dürften aber niemandem aufgezwungen werden. „Auf der einen Seite gibt es das Recht, den Glauben auf die eigene Weise zu leben und auszudrücken. Auf der anderen Seite darf man ihn im Namen der Liebe und Brüderlichkeit nicht anderen aufzwingen oder denken, nur man selbst habe recht“, erklärte er. Dies gelte nicht nur für traditionelle Praktiken, sondern für alle liturgischen Vorlieben.

 


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