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‚Das Exil von Pater Edmund‘

16. September 2026 in Österreich, 7 Lesermeinungen
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Die Gegner von P. Edmund Waldstein hätten sich wie moderne akademische Bürokraten auf der Jagd verhalten: ‚Urteil zuerst, ein undurchsichtiges Verfahren und parallel dazu ein Medienprozess.‘


Heiligenkreuz (kath.net/jg)
Der von seinem Lehrauftrag an der Hochschule Heiligenkreuz beurlaubte (siehe Link) Pater Edmund Waldstein OCist ist einer der bedeutendsten integralistischen Denker, die in englischer Sprache schreiben. Sein fortwährendes Projekt ist das geduldig vorgetragene, öffentlich vertretene und mit Fußnoten versehene Argument, dass die Soziallehre der Päpste vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil und das Zweite Vatikanische Konzil eine kontinuierliche Lehre bilden. Dies schreibt der Autor T.B. Joseph in einem Kommentar für das Crisis Magazine.

Waldsteins eigentlicher Fehler in den Augen seiner Gegner bestehe darin, dass er den Akt verweigert habe, der ihn gerettet hätte: „Das rituelle Anathema gegen die Vergangenheit der Kirche. Er war bereit zu sagen, dass die alten Strafen heute nie angewendet werden sollten. Er war bereit sich dem Lehramt zu unterwerfen. Was er nicht sagen würde, ist, dass die Päpste, die etwas anderes gelehrt haben, einfach falsch lagen – dass Leo X., Pius IX. und deren ganze Reihe einen Irrtum gelehrt haben, bis die Aufgeklärten aufgetaucht sind, um sie zu korrigieren.“

Pater Edmund halte hingegen an der Kontinuität der Prinzipien bei Verschiedenheit von deren Anwendung fest. Dies sei, bei allen damit verbundenen Schwierigkeiten, eine ernstzunehmende theologische Position mit einer angesehenen Tradition sei. Sie stehe in enger Verbindung mit der Hermeneutik, die Papst Benedikt XVI. der Römischen Kurie im Jahr 2005 vorschlug, schreibt Joseph in Anspielung an die „Hermeneutik der Reform“, die Benedikt der „Hermeneutik der Diskontinuität“ in der Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils gegenüberstellte. Die Hochschule, die ihn jetzt beurlaubt habe, trage den Namen von Benedikt XVI. „Man müsste lachen, wenn man nicht dem Weinen näher wäre“, merkt er wörtlich an.


Waldstein habe die Kohärenz der Bulle „Exsurge Domine“ von Papst Leo X. aus dem Jahr 1520 verteidigt, einschließlich der Verurteilung des Satzes, dass die Tötung von Häretikern gegen den Willen des Heiligen Geistes sei. Er habe argumentiert, dass die Päpste des 16. Jahrhunderts das auch tatsächlich gemeint hätten, was sie geschrieben haben. Als Theologiehistoriker müsse ihm das zugestanden werden.

Für diese Argumentation sollte er sich rechtfertigen – was er getan habe. Damit hätte die Affäre zu Ende sein sollen, schreibt Joseph. Er habe klar zum Ausdruck gebracht, dass er heute diese Art der Bestrafung ablehne. Seine Absicht sei stets gewesen, „den Lehren der Päpste religiösen Gehorsam des Willens und des Verstandes zu erweisen“, zitiert Joseph P. Edmund.

Waldstein habe sogar eingeräumt, in der Verteidigung der alten Lehre manchmal zu weit gegangen zu sein. Er sei bereit, seine Übertreibungen im Dialog mit seinen Kritikern zu korrigieren, denen er dankte. Die Antwort von Rektor Klausnitzer sei gewesen, P. Edmund über die Presse ausrichten zu lassen, dass seine theologische Prinzipienlehre eines Studenten im ersten Semester unwürdig sei.

Es sei auch zu beachten, was nicht geschehen sei, schreibt Joseph. Es habe keinen kanonischen Prozess gegeben. Keine Aussage von P. Edmund sei formal überprüft und von einer kompetenten Autorität verurteilt worden. Niemand habe dubia an P. Edmund gesandt, Seine Antworten seien nie abgewogen worden.

Seine Gegner hätten ihre Angriffe hingegen über Zeitungsartikeln lanciert. Als die katholische Fakultät Innsbruck Waldstein gedrängt habe, seine Habilitation zurückzuziehen, habe der Dekan offen gesagt, dass der Grund dafür die mediale Berichterstattung sei, die Waldstein in die Nähe reaktionärer Netzwerke gerückt habe. (Siehe Link). Ein Blatt habe angedeutet – ohne Beweise zu liefern – dass es eine Verbindung zwischen P. Edmund und anonymen Drohungen gegen Theologinnen gebe. Die Habilitation von Waldstein ist damit verhindert worden.

Die Hochschule Heilgenkreuz habe damals die Ankläger ersucht, die Anschuldigungen zu belegen. Diese hätten das nie getan. Die Anschuldigungen hätten trotzdem gewirkt, die Abwesenheit von Beweisen habe keine Rolle gespielt. „In dieser Affäre haben die Beweise nie eine Rolle gespielt“, schreibt Joseph wörtlich.

P. Edmund sei stets gehorsam gewesen, fährt Joseph fort. Als sein Kloster ihm verboten habe, weiter für den von ihm mitbegründete integralistische Plattform The Josias zu schreiben, habe er damit aufgehört. Als sie ihm um Klarstellungen hätten, habe er diese gegeben. Als sie ihn jetzt nach Rom geschickt hätten, sei er gegangen. Er habe sich wie ein Mönch verhalten, der seinen Gelübden treu sei. Seine Gegner hingegen hätten sich wie moderne akademische Bürokraten auf der Jagd verhalten: „Urteil zuerst, ein undurchsichtiges Verfahren und parallel dazu ein Medienprozess“, schreibt Joseph wörtlich.

 


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Lesermeinungen

 Stefan Fleischer 17. September 2026 

@ Fink


0
 
 Stefan Fleischer 17. September 2026 

Todesstrafe

Hat eigentlich unsere Kirche keine anderen Probleme mehr als die Frage der Todesstrafe? Aber natürlich, wenn Gott nur noch Liebe ist, aber nicht auch Gerechtigkeit, wenn es keine Hölle mehr gibt, sondern nur noch Barmherzigkeit, hat diese «Unmenschlichkeit» keinen Platz mehr in unserem Glauben. Ich selbst habe in meiner Schriftlektüre keinerlei Hinweis gefunden, dass Gott die Todesstrafe so absolut ablehnen würde, wie es die moderne Theologie heute tut. Aber ich bin ja nur ein Laie und erst noch in einer Zeit gross geworden, als der «Liebe Gott» auch der gestrenge Vater war, als die Todesstrafe nicht zuletzt als Schutz des Verbrechers vor sich selbst und die ganze Gesellschaft vor solchen gesehen wurde. Natürlich wurde sie auch gedankenlos oder gar bewusst missbraucht, so wie auch heute noch jede Notwehr missbraucht werden kann. «Gott wird jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen.» (vgl. Röm 2,6) also auch das Unrecht, das ihm geschieht. Glauben wir das nicht mehr?


0
 
 Fink 16. September 2026 
 

Was ist "Integralismus" ?

Ziemlich kompliziert. Siehe LINK (Wikipedia) !
Mit welchem deutschen, verständlichen Begriff könnte man denn das sagen ?

de.wikipedia.org/wiki/Integralismus


0
 
 Cosmas 16. September 2026 
 

Die Mehrzahl der Theologen des deutschen Sprachraums gehört weg!

Leider ist die Mehrzahl der Theologen seit dem Konzil völlig außer Rand und Band und sie sind sich ihrer Macht bewußt. Denn kein Papst konnte oder wollte sie und ihre Agitationen korrigieren oder gar sanktionieren. Nur die krassesten Fälle bekamen Probleme, wie etwa Hans Küng. Der Papst - auch der jetzige - ist seit langem schwächer als die mediale Agitation, steht dem theologischen Betrieb hilflos gegenüber, oder unterstützt ihn sogar. Wieder einmals zeigt sich, dass für die kirchlich Mächtigen alles Gute, Lebendige erst nach dem Konzil beginnt. De-form, statt Kontinuität. Über das solcherart begründete und verständliche Mißtrauen der Piusbruderschaft brauch sich niemand zu wundern!


0
 
 Hängematte 16. September 2026 
 

@Christianlay

Ich kann Sie beruhigen: Es besteht kein Zusammenhang.


2
 
 Christianlay 16. September 2026 
 

Auf Kurs bringen!

Es besteht wohl ein Zusammenhang zwischen der von Papst Franzikus angeordneten visitation dieses Klosters und der "Beurlaubung" dieses conservativen Paters: Das Kloster soll auf den linksliberalen Kurs gebracht werden!
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


2
 
 anjali 16. September 2026 
 

Hochschule ?!

Wo ist die Akademische Freiheit für Pater Edmund ??


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