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Erzbischof Randazzo: Synodalität kein Grund, Elemente der kirchlichen Tradition zu verwerfen

9. Oktober 2026 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Der Präfekt des Dikasteriums für die Gesetzestexte warnte vor falschen Interpretationen des Begriff Synodalität. Dieser sei keine Erfindung der heutigen Kirche, betonte er.


Vatikan (kath.net/jg)
Erzbischof Anthony Randazzo, der Präfekt des Dikasteriums für die Gesetzestexte, hat davor gewarnt, den Begriff Synodalität so zu interpretieren, als ob die gegenwärtige Zeit die Gelegenheit bieten würde, bestimmte Elemente des kirchlichen Lebens zu verwerfen. Dies berichtet AdVaticanum.

In einem Interview mit Vox Canonica, einem Internetportal für Kirchenrecht, sagte Randazzo, dass manche Zugänge zur Synodalität das Risiko in sich tragen, die Kontinuität der kanonischen und kirchlichen Tradition nicht anzuerkennen.

„Manche übereifrige Interpretationen von Synodalität könnten diesen Moment als Gelegenheit sehen, einfach alles abzuschneiden, was als ‚totes Holz‘ angesehen wird“, sagte der Erzbischof wörtlich.


Um seine Gedanken zu verdeutlichen, verwendete er das Bild eines alten Baumes. Wörtlich sagte er: „In dieser Jahreszeit kann das alte Holz neue grüne Triebe treiben; der Baum hört nicht auf, das zu sein, was er ist, sondern er blüht neu auf und trägt reichlich Frucht.“

Synodalität und Begleitung seien keine Erfindungen der heutigen Kirche. Es handle sich „um zeitgemäße Ausdrucksformen, die der Kirche helfen sollen, ‚die Zeichen der Zeit zu erkennen und sie im Lichte des Evangeliums zu deuten‘“, sagte er wörtlich unter Anspielung auf eine Formulierung des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Auch wenn die Begriffe neu seien, seien die zugrunde liegende Realität bereits im Leben der Kirche und in der kanonischen Tradition verankert, sagte Erzbischof Randazzo unter Verweis auf den Codex Iuris Canonici und das Kanonische Recht der Ostkirchen. Hier seien bereits zahlreiche Beispiel für kirchliches Leben, Mission und Dienst enthalten, die „authentisch synodal sind und zwangsläufig Begleitung erfordern“. 

Konkret seien dies die Bereiche Gemeinschaft, Partizipation und Mission, erläuterte Erzbischof Randazzo. Die gleiche Würde und Verantwortung aller Getauften sei Grundlage für die Gemeinschaft (Ca. 208). Partizipation ergebe sich aus dem Recht und manchmal sogar der Pflicht aller Gläubigen, ihren Beitrag zum Wohl der Kirche zu leisten. (Can. 212  § 3 CIC). Mission durch Begleitung betreffe insbesondere den Bereich der Seelsorge für Berufungen und das Familienleben (Can 1063).

Diese drei Elemente entsprechen den drei Dimensionen der Synodalität, wie sie die Synode über die Synodalität festgelegt habe. Die gegenwärtige Periode könnte als Zeit der Erneuerung bereits bestehender Wirklichkeiten in der Kirche gesehen werden. 

Permanenter Referenzpunkt der Kirche sei Jesus Christus. Er ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“, sagte Randazzo. 

 


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Lesermeinungen

 Versusdeum 10. Oktober 2026 
 

Kein Grund,

aber vielleicht ein willkommener Anlass?


0
 
 Bilbo B. 9. Oktober 2026 
 

Synodalität oder Synodalismus?

Erzbischof Randazzo zeigt uns hier gelungen den Unterschied zwischen einer fruchtbringenden Synodalität und dem sebstzerstörerischen „Synodalismus“. Synodalität driftet dort in den „Synodalismus“ ab, wo sie sich, gegen die verbindlich-bestehende Lehre der katholischen Kirche richtet und sie zu relativieren, flexibilisieren und umzudeuten versucht. Z. B. das Konzil von Nikaia (325 n. Chr.) war synodal und katholisch: Es schaffte die rechtgläubige Klarheit im Sinne einer schon bestehenden Glaubenslehre. Die Arianer inszenierten daraufhin Synoden - meist Regionalsynoden -, um dann doch noch ihre Ziele mit semiarianischen Begriffen durchsetzen zu können; auch das war „synodal“, aber halt nicht mehr katholisch, nicht mehr im Sinne der Gesamtkirche synodal. Irgendwie erinnert mich dies halt - nolens volens - an das „synodale“ Getue in deutschsprachigen Landen, aber halt nicht nur.


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