Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  14. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Papst verurteilt Ukraine-Krieg einen Tag nach Putin-Besuch

5. Juli 2019 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischöfe der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche der Ukraine erörtern bis Samstag im Vatikan die Lage ihrer Kirche


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Einen Tag nach Wladimir Putins Besuch im Vatikan hat Papst Franziskus ukrainische Bischöfe empfangen und den Konflikt in ihrem Heimatland beklagt. Franziskus sprach von einer "hybriden" Kriegsführung, deren Drahtzieher sich tarnten und die von "propagandistischen Fälschungen und Manipulationen" geprägt sei, "auch von dem Versuch, den religiösen Aspekt hineinzuziehen". Den Namen Russland erwähnte er in seiner Ansprache nicht. Das Treffen des Papstes mit der Führung der mit Rom unierten ukrainischen griechisch-katholischen Kirche am Freitag war schon länger vereinbart. Die Bischöfe erörtern bis Samstag im Vatikan die Lage ihrer Kirche.

Auch beim Empfang des russischen Präsidenten Putin durch den Papst am Donnerstag war die Ukraine ein Thema. Das knappe offizielle Kommunique nannte jedoch keinerlei Einzelheiten.

Franziskus rief die katholische Kirche in der Ukraine zu Einheit und Wachsamkeit auf. "In der Nacht des Konflikts, den ihr durchlebt, bittet der Herr die Seinen wie in Getsemani, zu wachen und zu beten - nicht, sich zu verteidigen, geschweige denn anzugreifen", sagte der Papst. Jesus erwarte von seinen Jüngern "das Gebet und die Selbsthingabe bis zum Ende". Nur so lasse sich die Spirale der Gewalt aufhalten.

Der Papst warnte davor, sich für kirchliche, nationalistische oder politische Sonderinteressen aufzureiben. Vor dem Hintergrund des andauernden militärischen Konflikts gehe es bei dem Bischofstreffen um politische und kirchliche Prozesse, die über den Bereich der katholischen Kirche hinausreichten.


Franziskus hatte die griechisch-katholische Kirchenleitung der Ukraine, den den sogenannten Ständigen Synod mit dem 49-jährigen Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk an der Spitze, vor zwei Monaten zu Beratungen über die aktuelle Lage und über Möglichkeiten der Friedensförderung in den Vatikan eingeladen. An den Beratungen nehmen u.a. auch der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, die Präfekten von Glaubens- und Ostkirchenkongregation, Kardinal Luis Ladaria und Kardinal Leonardo Sandri sowie Kardinal Kurt Koch als Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Kirchen teil.

Großerzbischof Schewtschuk benannte im Vorfeld des Gipfels im Vatikan drei Aspekte, in denen eine "Strategie für die Ukraine" zum Ausdruck kommen müsse: "Das aufmerksame Hinhören, um zu verstehen, wie der Papst eingreifen kann, um einer Kirche in einer schwierigen Situation zu helfen; die Stärkung der Ortskirche und die Notwendigkeit, eine organische Entwicklung für diese Kirche zu garantieren", sagte er in einem Interview. Ausführlich diskutiert werden dürfte auch der Wunsch der Rom unterstehenden griechisch-katholische Kirche der Ukraine vom Papst zum Patriarchat aufgewertet zu werden.

Größte katholische Ostkirche

Die griechisch-katholische Kirche der Ukraine ist die größte katholische Ostkirche. In der mehrheitlich orthodoxen Ukraine ist etwa jeder zehnte der mehr als 40 Millionen Einwohner griechisch-katholisch. Die Griechisch-katholischen leben vor allem in den westlichen Landesteilen. Wesentlich kleiner ist mit rund einer Million Mitgliedern die römisch-katholische Kirche in der Ukraine.

Mehr als die Hälfte der Diözesen der mit Rom unierten ukrainischen griechisch-katholischen Kirche bestehen im Ausland, allein zwölf in Nord- und Südamerika. In der Ukraine zählt sie rund 3.400 Pfarren sowie 2.700 Priester und 1.100 Ordensmänner und -frauen.

Hervorgegangen ist die griechisch-katholische Kirche aus der 1596 geschlossenen sogenannten Union von Brest - einer Stadt an der heutigen Westgrenze Weißrusslands. Damals unterstellten sich die orthodoxen Bischöfe des polnisch-litauischen Staates, unter ihnen auch die Kiewer Metropolie, dem Papst. Ein Großteil der dortigen Kirchenhierarchie und der Gläubigen beharrte aber auf der Zugehörigkeit zum Patriarchat von Konstantinopel. So kam es 1620 zur Wiedererrichtung einer orthodoxen Metropolie.

Den Namen der Kirche führte 1774 die österreichische Kaiserin Maria Theresia ein, zu deren Reich die Westukraine gehörte. Die Gottesdienste zelebrieren die ukrainischen Unierten im sogenannten byzantinischen, also ostkirchlichen Ritus. Wie die orthodoxen Kirchen feiern sie Weihnachten und Ostern nach dem Julianischen Kalender. Ebenso weiht die griechisch-katholische Kirche auch verheiratete Männer zum Priester, nicht jedoch zum Bischof.

Katakombenexistenz im KP-Regime

Die kommunistische sowjetische Führung verbot die griechisch-katholische Kirche 1946 und ordnete ihr bei der sogenannten "Synode von Lwiw" die Zwangsvereinigung mit der russisch-orthodoxen Kirche an. Die Kirche führte danach eine Katakombenexistenz, zahlreiche Bischöfe und Geistliche wurden verhaftet und starben in sibirischen Gulags. Erst 1989 kam die Kirche durch Verhandlungen - u.a. in Wien - im Vorfeld des Besuches von Michail Gorbatschow bei Papst Johannes Paul II. am 1. Dezember 1989 wieder aus dem Untergrund.

Unter ihrem Oberhaupt Kardinal Lubomyr Husar (2001-2011) verlegte die Kirche 2005 den Hauptsitz von ihrer westukrainischen Hochburg Lviv (Lemberg) in die Hauptstadt Kiew. Zudem errichtete sie Exarchate in der Ostukraine. Das führte zu schweren Spannungen mit der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu

Russland

  1. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  2. Russischer Metropolit für Besetzung weiterer Gebiete der Ukraine
  3. Die menschenverachtenden Angriffe auf die Ukraine durch Russland gehen täglich weiter!
  4. Russland – Ein Beispiel für eine politische Religion
  5. Putins 'P.R.-Auge' blickt auf Österreich-Ungarn
  6. Von Russen verschleppt - Papst erhielt Gebetbuch von vermissten ukrainischen Ordensleuten
  7. Wladimir Putin ist KEIN 'Geschenk Gottes'
  8. Ukraine: "An der Front gibt es keinen Atheisten"
  9. Russischer Diktator Putin "im Bann" von Schamanen
  10. Weihe Russlands und der Ukraine: Vatikanischer Mariologe sieht keinen Bezug zu Fatima







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  3. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  4. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  5. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  6. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  7. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  8. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  9. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  10. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  11. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  12. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  13. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  14. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  15. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz