Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  2. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  3. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  8. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  9. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  10. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  11. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  12. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  13. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  14. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  15. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"

Theologen kritisieren „Nötigung zur Gendersprache“

7. Dezember 2022 in Aktuelles, 19 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


13 evangelische und katholische Autoren beklagen in einem „Einspruch“ in der ökumenischen Zeitschrift „Auftrag und Wahrheit“ die Einschränkung der Sprachfreiheit an theologischen Ausbildungsstätten.


Bonn/Selb (kath.net) 13 Theologen und Dozenten verschiedener Hochschulen und Universitäten kritisieren die zunehmende Verpflichtung auf Gendersprache in der Theologie. Sie erheben in einem 12 Seiten langen Dossier „Einspruch gegen die Nötigung zur Verwendung sog. »geschlechtergerechter Sprache« in theologischen Ausbildungsstätten“. Der Beitrag ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Auftrag und Wahrheit. Ökumenische Quartalsschrift für Predigt Liturgie und Theologie“ (Bonn) erschienen.

Die Professoren, Privatdozenten und weitere Theologen berufen sich auf die Freiheit von Sprache und Wissenschaft und wenden sich gegen eine „großformatige Sprachplanung“, die durch „Eingriffe in die gewachsene Struktur des Deutschen einen künstlichen Sprachwandel herbeizuführen sucht, der mit üblichen Wandlungsprozessen, die von breiten Kreisen der Sprachgemeinschaft getragen und vorangebracht werden, nicht zu vergleichen ist“. Der Beitrag verweist darauf, „dass sich Dozenten auch gegen ihre eigene Überzeugung zur Verwendung gegenderter Sprache genötigt sehen“, wie die Unterzeichner mit Umfragen belegen. Zugleich beklagten sich Studenten, dass sich der Verzicht auf die Verwendung gegenderter Sprache mittlerweile negativ auf die Bewertungen von Studienleistungen auswirke.

Die Unterzeichner halten fest: „In diesem Zusammenhang wird auch im Hochschulbereich eine zunehmende Nötigung spürbar, sich gegenderter Sprache zu bedienen. Die  Nötigung zu einem bestimmten Sprachgebrauch bedeutet grundsätzlich eine Beeinträchtigung der Wissenschaftsfreiheit von Dozenten wie Studenten. (…) Von daher bedeutet jeder Druck, »gendergerechte Sprache« zu verwenden, einen Missstand, gegen den im Namen der Wissenschaftsfreiheit, aber auch im Interesse der Theologie unbedingt Einspruch erhoben werden muss.“


Das Dossier bietet in seinem ersten Teil eine gründliche Widerlegung der Anliegen des Konzepts „geschlechtergerechter Sprache“. Hier werden auch „Handreichungen“ zum Gender-Sprachgebrauch, die an theologischen Ausbildungsstätten kursieren, dargestellt. Diesen wird argumentativ und nicht bloß thetisch begegnet. Die beiden weiteren Teile des „Einspruchs“ haben vor allem die Anliegen eines von moralischen Überlegenheitsansprüchen freien akademischen Gesprächs sowie die Notwendigkeit, dass sich Theologie an der gewohnten Sprache der Menschen orientiert, im Blick.

Zu den Unterzeichnern des ausführlich begründeten „Einspruchs“ zählen die Professoren Oleg Dik (Evangelische Hochschule Tabor, Berlin), Jan Dochhorn (Durham University), Detlef Hiller (Internationale Hochschule Liebenzell), Marius Reiser (Hochschule Heiligenkreuz) und Ulrich Willers (Katholische Universität Eichstätt), die Privatdozenten Meik Gerhards (Humboldt-Universität Berlin), Axel Bernd Kunze (Universität Bonn), Detlef Metz (Universität Tübingen) und Reinhard Weber (Universität Göttingen) sowie Dr. Therese Feiler (LMU München), Dr. Michael Feldkamp, Dr. Christian Herrmann und Dr. Hans-Gerd Krabbe. Fast alle sind Mitglieder der Fachgruppe Theologie des „Netzwerks Wissenschaftsfreiheit“.

Der angesichts der heutigen Verhältnisse im Wissenschaftsbetrieb sehr mutige Beitrag ist in der aktuellen Ausgabe der internationalen Zeitschrift „Auftrag und Wahrheit. Ökumenische Quartalsschrift für Predigt, Liturgie und Theologie“ erschienen, die unter anderem von Kardinal Gerhard Müller, dem rumänischen orthodoxen Metropoliten Serafim von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa, dem Vizepräsidenten der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, Andreas Späth, dem Philosophen Harald Seubert und der Theologin Barbara Stühlmeyer herausgegeben wird.

Die 2021 von dem bayerischen evangelischen Theologen Prof. h. c. Dr. Jürgen Henkel (Selb) begründete Zeitschrift lehnt die Gendersprache selbst laut ihrem „Programm“ ausdrücklich ab. Dort heißt es: „Die Zeitschrift verwendet nicht die sog. »gendergerechte Sprache«, sondern das klassische Deutsch nach bisherigen Regeln und bestehender Grammatik.“ Henkel unterstreicht als Schriftleiter in seinem Editorial zur aktuellen Ausgabe: „Eine kleine Minderheit versucht hier seit geraumer Zeit, der großen Mehrheit der Bevölkerung ihre Ideen aufzuzwingen, massiv unterstützt von den Medien und entsprechenden Multiplikatoren in Politik und im vorpolitischen Raum wie auch den Universitäten. Nachdem gerade die Theologie – wie auch die Philosophie – im Blick auf die Sprache eine besonders sensible Wissenschaft ist, erachten wir es als sinnvoll, diesem kraftvollen Widerspruch in unserer Zeitschrift eine Stimme zu verleihen.“

Henkel betont: „Wer diese ideologisch motivierte Gender-Kunstsprache praktizieren will, mag es für sich tun, möge aber den anderen die Freiheit überlassen, selbst darüber zu entscheiden, ob sie dem folgen wollen. Hier geht es ganz grundlegend um Freiheit im Denken und in der Sprache. Viele finden das grauenhaft, werden aber nicht nach ihrer Meinung gefragt oder trauen sich nicht mehr diese zu äußern, sondern bekommen das von einer kleinen Minderheit aufoktroyiert.“

Der Beitrag „Einspruch gegen die Nötigung zur Verwendung sog. »geschlechtergerechter Sprache« in theologischen Ausbildungsstätten“ ist in der aktuellen Nummer der Zeitschrift „Auftrag und Wahrheit. Ökumenische Quartalsschrift für Predigt, Liturgie und Theologie“/AuW erschienen (Nr. 5, 2. Jg. 2022/2023, Heft 1, S. 28-39). Die Zeitschrift erscheint als Print und als E-Book im Schiller Verlag Bonn. Bestellmöglichkeit siehe Link.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Anerkanntes Wunder von Fulton Sheen: Baby nach 61 Minuten Atemstillstand lebt, heute kerngesund
  2. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  3. Tausende Teilnehmer bei Pro-Life-Kundgebungen in Berlin, Köln und Zürich
  4. Jesus in Hollywood: Eucharistische Prozession in den Straßen der Filmmetropole
  5. Papst-Vigil in Paris mit Jesus zugeschriebener "Heiliger Tunika"
  6. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  7. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  8. Leo XIV. besucht als erster Papst die wiederaufgebaute Notre-Dame
  9. Die Güte Gottes und die Freude am Glauben
  10. Zum Abschied einer Pastoralraumleiterin
  11. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  12. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  13. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  14. Bischof Oster benennt Unterschiede zwischen deutsch-synodalem Weg und vatikanischer Weltsynode
  15. Er war einer der Gründer der polnischen Lebensschutzbewegung: Pfr. Stanisław Małkowski verstorben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz