Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  5. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  6. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  9. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  10. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  11. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  12. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  13. Wir machen da was mit Medien
  14. Zisterzienserpater Isaak Maria Käfferlein aus Neuzelle: „Getauft sein reicht nicht!“
  15. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...

Skandalöse Predigt: Bischof Glettler verhöhnte Corona-Impfskeptiker

31. März 2023 in Österreich, 38 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Predigt kurz nach Ankündigung der Corona-Impfpflicht arbeitet mit einem Gestapo-Vergleich, schlägt ein „geistliches Impfprogramm“ vor und stattet sich selbst mit einem quasi-himmlischen Wahrheitsanspruch aus.


Innsbruck (kath.net/mk) Eine fragwürdige Predigt zur Corona-Impfpflicht hielt der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler am 22. Dezember 2021, also wenige Wochen, nachdem die Maßnahme von der Regierung angekündigt und auch von den Bischöfen einmütig gutgeheißen worden war. Die Predigt ist schon ihrer Art nach ungewöhnlich, lässt sie nämlich den verstorbenen Tiroler Bischof Reinhold Stecher anlässlich seines 100. Geburtstags vom Himmel aus (ex coelis) zu Wort kommen. Da die Seligen im Himmel „mit Freude den Willen Gottes erfüllen“, wie es im Katechismus (Nr. 1029) heißt, maßte sich „Stecher-Glettlers“ Ansprache an die Gläubigen damit quasi eine Unfehlbarkeit über stark umstrittene inhaltliche Themen an, die zum Teil gar nicht in die bischöfliche Kompetenz fallen.

„Faktum ist, dass wir täglich Tausende Ankünfte von Menschen hier im Jenseits verzeichnen, die an Covid erbärmlich verreckt sind, die meisten ungeimpft. Da haben keine Gebete geholfen“, nimmt Stecher-Glettler zu medizinischen Fragen Stellung, die nicht in die Kompetenz der Kirche fallen. „Und wenn ich ehrlich bin, das Geplärre auf der Straße geht mir auf die Nerven: „Freiheit, Friede, Demokratie!“ Damit spielt die Predigt offensichtlich auf die damals alltäglichen öffentlichen Proteste gegen die Impfpflicht an. Der himmlische Botschafter sieht zwar generell die „überhitzte Atmosphäre“ in der Frage angemessener Corona-Maßnahmen kritisch und mahnt zum Ernstnehmen der Ängste. Der bereits skizzierte Duktus sowie die folgende Bemerkung zeigen aber glattes Unverständnis für die impfskeptischen Positionen: „Dort, wo in Innsbruck am Innrain und in der Herrengasse der laut lärmende Demo-Zug mehrmals vorbeizog, befand sich das Hauptquartier und das Gefängnis der Gestapo. Bekanntlich wurde auch ich dort verhört. Herz ist Trumpf! Vielleicht gilt das doch auch für die Debatte um die Durchimpfung der Bevölkerung.“ Weshalb der Gestapo-Vergleich? Sollen Demonstranten, die ihr Grundrecht ausüben, damit in die Nazi-Ecke gestellt werden?


„Ich bin auch gegen die Impfpflicht, aber was bleibt den Verantwortlichen als ultima ratio denn übrig, wenn sich nicht genügend Leute den Booster-Stich holen“, stellt sich Stecher-Glettler schließlich „vom Himmel aus“ hinter die Impfpflicht. Die Ängste der Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, verhöhnt er: „Es ist eh nur ein kleines Stecherl. (…) Angesichts der Belastungen der Gesundheitssysteme und der schleichenden Ungewissheit, die Omikron verbreitet, wäre ich froh, wenn sich jeder ‚das kleine Stecherl Reinhold‘. (sic!)“ Schließlich müssen die damals am Markt befindlichen Corona-Impfstoffe für Stecher-Glettlers „millionenfach getestetes, geistliches Impfprogramm“ (sic!) herhalten: „Der nach den Sternen benannte, höchst spirituelle Astra-Impfstoff ist für jene bestimmt, die zu schnell den Kopf hängen lassen. Aufschauen, nicht resignieren, sich aufrichten und vertrauen – dazu gibt´s Astra! Das theologische Moderna ist jenen zu empfehlen, die irrtümlicherweise meinen, dass die uralten Schablonen der neuscholastischen Theologie tatsächlich Gottes Antwort auf den Nerv der Zeit seien. Aber wie oft gesagt: Auch den unverbesserlichen Traditionalisten kann man keine theologische Auffrischungs-Impfung verpassen. Und das pastorale Bion-Tech Pfizer, was im Wort Bio-Technologie hat, wartet auf jene, die meinen, dass sich mit pastoral-technischer Methodik und aufwendigen Strukturprozessen das kirchliche Leben herstellen ließe.“

Am Schluss wird abermals der himmlische Wahrheitsanspruch der Predigt untermauert: „Ex coelis grüße ich Euch ganz herzlich mit himmlischem Segen, Euer Reinhold Stecher“.

Siehe Link zur Predigt in voller Länge

 

Kontakt - Bischof Glettler: [email protected]

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  2. Im Licht der Liebe
  3. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  4. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  5. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  6. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein
  7. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  8. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier
  9. 'Rita hat das Herz eines Engels! Gott segne sie!“
  10. Filmstar Evangeline Lilly verließ Hollywood vor sechs Jahren: ‚Gott hat einen Plan‘
  11. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  12. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  13. Papst Leo lädt zum Weltjugendtag ein: „Ich freue mich darauf, euch in Seoul zu sehen!“
  14. USA: Kontenschließungen von Banken bei Lebensschutz- und konservativen Gruppen
  15. Krakauer Regens: Johannes Paul II. war Hotspot für Verbindung mit Gott

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz