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Mutter Teresas „schnelle Novene“

4. September 2024 in Spirituelles, 3 Lesermeinungen
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Verlorene Reisepässe, fehlende Visa, leere Autotanks: Mutter Teresa hatte täglich Stress. Und so entwickelte sie ihr Turbo-Gebet – die „schnelle Novene“. Von Petra Knapp.


Wien (kath.net) Es gibt viele Geschichten, die sich um die heilige Mutter Teresa (1910-1997) ranken, die am 4. September 2016 heiliggesprochen wurde. Manche davon erzählen von der täglichen Not der Ordensgründerin und Friedensnobelpreisträgerin, rasch Entscheidungen treffen zu müssen und zu wenig Zeit für ein entsprechendes Gebet zu haben.

„Bei der Fülle von Problemen, die an Mutter Teresa herangetragen wurden, und nicht zuletzt wegen ihres Reisetempos standen neun Tage für eine Antwort der himmlischen Regie oft einfach nicht zur Verfügung“, schreibt P. Leo Maasburg, in seinem Buch „Mutter Teresa. Die wunderbaren Geschichten“.

„Also hat sie die ,Quick Novena‘ erfunden.“ Sie sei ihre “spirituelle Schnellfeuerwaffe” gewesen, fasst Maasburg zusammen, der viele Jahre lang als einziger deutschsprachiger Priester und geistlicher Begleiter an der Seite der weltbekannten Heiligen war. Die „schnelle Novene“ oder „fliegende Novene” besteht aus zehn „Memorares“.

Ein „Memorare“ wird so gebetet: „Gedenke, gütigste Jungfrau Maria, man hat es noch niemals gehört, dass jemand, der zu Dir seine Zuflucht nahm, deine Hilfe anrief, um deine Fürsprache flehte, von dir verlassen worden sei. Von solchem Vertrauen beseelt, nehme ich meine Zuflucht zu dir, Mutter, Jungfrau der Jungfrauen; zu Dir komme ich; vor Dir stehe ich seufzend als Sünder. Mutter des Wortes, verschmähe nicht meine Worte, sondern höre mich gnädig an und erhöre mich. Amen.“


Diese Gebetsform sei in ständigem Einsatz gewesen, schreibt Maasburg. „Von Bitten um Heilung eines Kindes, vor wichtigen Gesprächen, bei verlorenen Reisepässen bis hin zur Bitte um himmlische Unterstützung, wenn der Treibstoffvorat auf einer nächtlichen Missionsreise knapp wurde und das Ziel noch tief im Dunkeln lag.“

Warum betete Mutter Teresa zehn „Memorares“ und nicht neun? „Für sie war das Mitwirken des Himmels so selbstverständlich, dass sie immer das Dankgebet für die erhaltene Gnade als zehntes Memorare gleich anschloss“, schreibt Maasburg.

Von einer anderen Episode erzählt der Postulatur der Heiligsprechung, P. Brian Kolodiejschuk laut einem Beitrag des „National Catholic Register“.  Mutter Teresa habe ihm einmal folgendes erzählt: „Während des Heiligen Jahres (1984) feierte der Heilige Vater in Rom eine Messe unter freiem Himmel, und die Menschen waren in Scharen versammelt. Es regnete in Strömen, also sagte ich zu den Schwestern: 'Lasst uns eine fliegende Novene von neun Memorares zur Muttergottes beten, um für das schöne Wetter zu danken.' Als wir zwei Memorare sprachen, begann es stärker zu regnen. Wir sagten das dritte ... sechste ... siebte ... und als wir das achte Memorandum sprachen, schlossen sich alle Regenschirme, und als wir das neunte Memorandum beendet hatten, stellten wir fest, dass alle Regenschirme geschlossen waren.“

P. Andrew Apostoli von den Franziskanern der Erneuerung (New York), Moderator der EWTN-Sendung „Sunday Night Prime“, erinnert sich noch gut an eine Geschichte, die ihm Mutter Teresa über eine Ordensoberin in Ost-Berlin während der Zeit des Eisernen Vorhangs erzählte, wie der „Register“ berichtet.

„Sie wurde krank, und Mutter Teresa musste sie zurück nach Indien schickten“, erzählt Apostoli. Er erinnert sich daran, dass Mutter Teresa ihm gesagt habe, dass man nicht einfach irgendjemanden ernennen könne, der ihren Platz einnehmen würde. „Es muss jemand sein, der mit den Kommunisten umgehen kann.“

Mutter Teresa begann die „schnelle Novene“ zu beten, um sofort ein Visum zu bekommen. Die übliche Wartezeit dafür betrug sechs Monate. „Als sie beim 8. Memorare angelangt waren, bekamen sie von einem Regierungsbeamten die Auskunft: ,Sie müssen sechs Monate lang auf das Visum warten.‘“

Mutter Teresa betete daraufhin: „Maria, wir haben dir gerade dafür gedankt,  dass du das Visum für uns besorgt hast, aber du hast es nicht bekommen, deswegen bitten wir dich nochmals.“ Beim zweiten Durchlauf der Memorares läutete erneut das Telefon und ein anderer kommunistischer Beamte sagte: „Sie bekommen das Visum sofort. Sie brauchen nicht sechs Monate warten.“


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