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„Die Kirche hat ihre Mitglieder nie anhand ihrer Libido identifiziert“

15. Oktober 2025 in Weltkirche, 11 Lesermeinungen
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Papst-Biograph George Weigel kritisiert den Begriff „LGBTQ-Katholik“. Es sei nicht neutral, sondern theologisch und politisch stark aufgeladen.


New York (kath.net / pk) Der US-amerikanische Publizist und Autor George Weigel kritisiert die innerkirchliche Verwendung des Begriffs „LGBTQ-Katholik“. In einem Beitrag für das „National Catholic Register“ erklärte er, es erscheine ihm „inkonsequent, der Anschuldigung, dass bestimmte Bereiche der Weltkirche von Sexualmoral besessen sind, zumindest ansatzweise Glaubwürdigkeit zu schenken und dann den hypersexualisierten Begriff ,LGBTQ-Katholik‘ zu verwenden“.

Dieser reduziere einen Menschen auf seine sexuellen Wünsche. Die Verwendung dieses Begriffes habe in der katholischen Kirche keine Berechtigung, wie auch auf mehreren Synoden seit 2018 festgestellt wurde. „Die Kirche hat ihre Mitglieder nie anhand ihrer Libido identifiziert.“


„Das bedeutet, dass es genauso unangebracht ist, von ,heterosexuellen Katholiken‘ zu sprechen wie von ,LGBTQ-Katholiken‘. Warum? Weil ,ihr alle eins seid in Christus Jesus‘ (Galater 3,28) und eine solche Unterteilung der Katholiken die Einheit der Kirche zerstört.“

Schließlich sei der Begriff „LGBTQ-Katholik“ vielschichtig. Er sei einerseits Träger eines theologischen Programms, nämlich „der Umgestaltung des feststehenden katholischen Verständnisses vom Menschen und vom moralischen Leben“.

Andererseits sei er auch ein Symbol für verschiedene politische Anliegen, nämlich „Anliegen, die nicht frei sind von der Gefahr einer ,Diktatur des Relativismus‘ à la Ratzinger“, warnte der Autor. „Der Begriff ,LGBTQ-Katholik‘ ist keine neutrale Beschreibung, sondern theologisch und politisch stark aufgeladen.“

Weigel: „Wir sind alle Sünder, die ständig der erlösenden Gnade Christi bedürfen, wie Papst Leo XIV. uns eindringlich in Erinnerung ruft. Wenn wir uns daran erinnern, werden wir vielleicht weniger geneigt sein, uns gegenseitig (und uns selbst) anhand unserer sexuellen Begierden, Orientierungen oder Praktiken zu definieren.“


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