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Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung

9. Februar 2026 in Aktuelles, 10 Lesermeinungen
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Vatikan will "gesunde Volksfrömmigkeit" fördern und gleichzeitig theologische Extreme vermeiden


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Durch ein am Samstag veröffentlichtes päpstliches Reskript hat Papst Leo XIV. die Statuten der Internationalen Marianischen Päpstlichen Akademie (PAMI) grundlegend reformiert. Die Neuregelung zielt darauf ab, die wissenschaftliche Erforschung der Muttergottes enger mit den aktuellen Herausforderungen von Dialog, Kultur und Frieden zu verknüpfen, wie die Plattform "Vaticannews" berichtete.

Das von Erzbischof Edgar Pena Parra, dem Substituten des Staatssekretariats, unterzeichnete Dokument legt fest, dass die neuen Statuten bereits am 2. Februar 2026 - am Fest der Darstellung des Herrn - in Kraft traten. Die Reform ist Teil der laufenden Anpassungen an die neue Kurienverfassung Praedicate Evangelium, nun wurde das entsprechende Schreiben veröffentlicht.

Das neue Statut betont die Rolle der Mariologie als "notwendige Präsenz des Dialogs zwischen den Kulturen". Dabei verfolgt die Akademie künftig drei komplementäre Wege: den Weg der Wahrheit durch die Förderung des wissenschaftlichen Austauschs zwischen Mariologen weltweit; den Weg der Schönheit anhand der Würdigung künstlerischer Ausdrucksformen, Wallfahrten und Andachten; sowie den Weg der Liebe. Da gehe es um die Sicherstellung, dass marianische Frömmigkeit nicht in einem "sterilen Devotionalismus" erstarrt, sondern zur integralen Entwicklung des Menschen beiträgt.


Historische Wurzeln und moderne Struktur

Die PAMI wurde ursprünglich 1946 durch den Franziskanerorden (OFM) gegründet und 1959 von Papst Johannes XXIII. zur Päpstlichen Akademie erhoben. Auch nach der Reform bleibt die historische Verbindung zum Franziskanerorden und zur Päpstlichen Universität Antonianum bestehen.

Die wichtigsten organisatorischen Eckpunkte des neuen Statuts betreffen zunächst die Leitung. Der Präsident wird für fünf Jahre vom Papst ernannt und stammt in der Regel aus dem Franziskanerorden. Auch in Bezug auf die Mitglieder gibt es Änderungen. Die Zahl der ordentlichen Mitglieder ist auf 90 begrenzt. Bemerkenswert ist die ausdrückliche Öffnung für "namhafte internationale Persönlichkeiten der theologischen und humanistischen Wissenschaften", unabhängig davon, ob sie gläubig sind oder nicht. Auch Christen anderer Konfessionen und Angehörige anderer Religionen können als Mitglieder kooptiert werden. Ein weitere Neuerung ist die Aufsicht. Die Koordination erfolgt künftig durch das Dikasterium für Kultur und Bildung, während finanzielle Belange streng der Kontrolle des Wirtschaftssekretariats unterliegen.

Kampf gegen "Maximalismus und Minimalismus"

Ein zentraler Auftrag der Akademie bleibt die Organisation der Internationalen Mariologischen Kongresse. Dabei soll darauf geachtet werden, eine "gesunde Volksfrömmigkeit" zu fördern und gleichzeitig theologische Extreme - den marianischen Maximalismus (übersteigerte Dogmatisierung) sowie den Minimalismus (Vernachlässigung der Rolle Mariens) - zu vermeiden.

Neu eingerichtet wird zudem ein "Büro für Förderung und Entwicklung", das die institutionellen Beziehungen auf nationaler und internationaler Ebene pflegen soll. Damit unterstreicht der Vatikan den Anspruch, die marianische Lehre als Instrument für "Solidarität, Gerechtigkeit und Weltfrieden" zu positionieren.

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