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Hatte der nun verstorbene Patriarch Ilia II. einen Geburtenboom in Georgien ausgelöst?

24. März 2026 in Familie, 2 Lesermeinungen
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2007 hatte ermutigte der georgisch-orthodoxe Patriarch dazu, mehr Kinder zu bekommen, danach stieg die Geburtenrate deutlich an: von ca. 49.000 auf ca. 57.000 im Folgejahr, später sogar auf über 60.000 Kinder. Von Petra Lorleberg


Tiflis (kath.net) Der jüngst verstorbene Patriarch Ilia II. hatte in Georgien tatsächlich einen spürbaren Geburtenboom ausgelöst bzw. stark dazu beigetragen. Der langjährige Katholikos-Patriarch der Georgischen Orthodoxen Kirche Ilia II. (1933–2026) hatte Ende 2007 angekündigt, dass er persönlich jedes dritte und jedes weitere Kind orthodoxer, kirchlich getrauter Ehepaare taufen und/oder Pate werden würde. Das war seine direkte Reaktion auf die extrem niedrige Geburtenrate, hohe Abtreibungsraten und den Bevölkerungsrückgang nach dem Ende der Sowjetunion gewesen.

Was dann folgte, war erstaunlich: Die Geburtenzahl stieg 2008 deutlich an (von ca. 49.000 auf ca. 57.000, später sogar auf über 60.000). Besonders die Dritt- und Mehrgebärten nahmen stark zu – Studien sprechen von einer Verdopplung der dritten Kinder in den Folgejahren. Die nationale Fertilitätsrate (Kinder pro Frau) stieg um etwa 17 % (von ca. 1,8 auf über 2,0 in Spitzenzeiten).


Ilia II. wurde Pate von über 40.000–50.000 Kindern (die Angaben schwanken leicht je nach Quelle). Es gab regelmäßige Massentaufen mit Hunderten oder sogar über 1.000 Kindern gleichzeitig in der Dreifaltigkeitskathedrale in Tiflis.
 Viele Medien (BBC, CNN, The Guardian usw.), georgische Politiker (z. B. Ex-Präsident Saakaschwili) und auch neuere wissenschaftliche Arbeiten (z. B. eine peer-reviewed Studie von 2025) führen diesen Effekt zumindest teilweise auf diese Initiative zurück. Patriarch Ilia genoss in Georgien enormes Vertrauen und die Ehre, dass das eigene Kind vom Patriarchen persönlich getauft und als Patenkind angenommen wird, war ein sehr starker kulturell-religiöser Anreiz. Die Patenschafts-Aktion des Patriarchen gilt als einer der erfolgreichsten nicht-ökonomischen Versuche weltweit, die Geburtenrate in einem modernen Land spürbar anzuheben.
Archivfoto: Patriarch Ilia empfing Papst Franziskus 2016 bei dessen Apostolischer Reise nach Georgien (c) Vatican News


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