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Papst Hadrian VI. (1522-1523) und sein Besuch in Monaco

27. März 2026 in Chronik, 1 Lesermeinung
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„Als die Flotte mit dem neuen Papst vor der Küste Monacos gesichtet wurde, schossen die Geschütze des kleinen, aber wehrhaften Fürstentums ununterbrochen Salut… und die Bevölkerung Monacos strömte aufgeregt zum Hafen.“ Von Ulrich Nersinger


Rom (kath.net/pl) Der letzte deutsche Papst vor Benedikt XVI. war nach dem Tod Leos X. in einem bewegten Konklave gewählt worden. Der in Utrecht geborene, von einem deutschen Zimmermann abstammende Oberhirte von Tortosa und Erzieher Kaiser Karls V., galt als tiefreligiös und von einwandfreien Lebenswandel – der rechte Mann, um in den schwierigen Zeiten der Renaissance das Schifflein Petri zu führen. Die Kardinäle erteilten dem Befehlshaber der Päpstlichen Flotte die Order, den neuen Papst aus Spanien abzuholen. 

Die Abreise des Papstes von der iberischen Halbinsel nach Rom wurde durch viele Umstände erschwert, so unter anderen durch die Pest. Zudem war es notwendig geworden, eine starke Flotte zusammenzubringen, die das Oberhaupt der Kirche sicher durch den von Seeräubern heimgesuchten Golf von Lyon nach Italien zu führen vermochte. Am Dienstag, den 8. Juli 1522, begab sich Hadrian VI. in Ampolla zu Schiff. Wegen des ungünstigen Wetters konnte man jedoch erst zwei Tage später nach Tarragona segeln. Hier ergab sich ein nochmaliger Aufschub, da noch nicht alle Schiffe des Geleits zur Stelle waren. 

Vier spanische Galeeren unter dem Kommando Giovanni di Velascos schlossen sich den päpstlichen Schiffen an. Ebenso hatten andere katholische Nationen Geleitschiffe entsandt – Historiker sprechen von insgesamt fünfzig Schiffen. Auf den Galeeren standen 2.000 Soldaten zum Schutz des Papstes bereit. Am Abend des 5. August stach die Flotte in See. 


Das Flaggschiff des Heiligen Vaters, „war kenntlich durch ein Zelt von karmesinrotem Sammet mit dem päpstlichen Wappen“ (Ludwig von Pastor). Der Papst nutzte seine Galeere für die Verpflichtungen seines neuen Amtes. Auf ihr verfasste er eine nicht unbedeutende Reihe von Briefen an Monarchen und Kirchenmänner; die päpstlichen Schreiben trugen den historisch einzigartigen Vermerk „ex triremi –  vom Schiffe aus“. 

An allen Orten, an denen die Flotte des Papstes vorbeisegelte, fanden sich unzählige Menschen ein, um das Oberhaupt der Kirche freudig zu begrüßen. Oft näherten sich weltliche und kirchliche Würdenträger auf Booten dem Konvoi, um Hadrian VI. ihre Reverenz zu erweisen. 

Als die Flotte mit dem neuen Oberhaupt der Kirche vor der Küste Monacos gesichtet wurde, schossen die Geschütze des kleinen, aber wehrhaften Fürstentums ununterbrochen Salut. Der Papst trat an Deck und fragte den Kapitän: „Werden Wir begrüßt oder beschossen“. Kaum waren die ersten Kanonenschüsse vernommen worden, strömte die Bevölkerung Monacos aufgeregt zum Hafen.

Auch der Landesherr, Lucien Grimaldi, eilte mit seiner Familie den Schiffen des Papstes entgegen. An der Hafenmole angekommen, musste sich der Fürst fast mit Gewalt den Weg durch eine jubelnde Menschenmenge bahnen. Er hieß den Papst willkommen und lud ihn in sein Domizil ein. Hadrian dankte Grimaldi, wies aber darauf hin, dass man leider nur Zeit habe, Proviant und Wasser an Bord zu nehmen. Die große Zahl von Menschen aber bewog den Heiligen Vater, kurz an Land zu gehen, um den Männern, Frauen und Kindern seinen Segen zu erteilen. Unter den Anwesenden befand sich auch Andrea Doria. Als Paolo Vettori den genuesischen Seehelden erblickte, wies er den Papst diskret auf den Condottiere hin. Der Papst ging auf Doria zu und begrüßte ihn mit den Worten, dass er schon viel von ihm gehört habe. 

Immer wieder sichtete man bei der Weiterfahrt türkische Piratenschiffe. Tag und Nacht standen auf den päpstlichen Galeeren Wachmannschaften bereit, um einen eventuellen Angriff erwidern zu können. Die imposante Stärke des päpstlichen Flottenverbands, der von Hafen zu Hafen an Schiffen zunahm, dürfte die Piraten und Korsaren abgeschreckt haben. 

Spät am Abend des 25. August traf der Heilige Vater in Civitavecchia ein; am nächsten Morgen betrat er den Boden des Kirchenstaates. Sein erster Gang war der zur Kathedrale. Am 27. August bestieg der Papst wieder seine Galeere und verließ Civitavecchia in Richtung Ostia, das man nach einer stürmischen Fahrt am folgenden Tag erreichte. Bedingt durch heftige Winde gelang es dem Kapitän nur unter größten Schwierigkeiten, vor Anker zu gehen. 

Der Papst schiffte sich als erster in einem kleinen Boote aus. Kaum an Land, beeilte er sich, die Kathedrale aufzusuchen, um dort Gott seinen Dank abzustatten. Die Kardinäle hatten für Hadrian im Kastell von Ostia ein opulentes Festmahl bereiten lassen. Der Papst schlug die Einladung aus, speiste alleine und bestieg dann sofort ein Maultier, das ihn nach Sankt Paul vor den Mauern bringen sollte. Am frühen Morgen des 29. August las der Papst in der Basilika des Völkerapostels eine stille Messe – „niemals hatte er dies auch während der beschwerlichen Reise versäumt“, merkt Ludwig von Pastor lobend an. 

 


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