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Kennen Sie schon das Martinshorn-Gebet?

3. Mai 2026 in Spirituelles, 2 Lesermeinungen
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Eine bewährte Evangelisations-Idee für Erstkommunion und Firmung - Von Dr. Christina Agerer-Kirchhoff


München (kath.net)

Derzeit werden in ganz Deutschland Tausende von Kindern auf den Empfang der ersten Heiligen Kommunion vorbereitet; ebenso Tausende von Jugendlichen auf das Sakrament der Firmung.

Die Kirchen haben – ebenso die evangelischen Christen mit ihren Rüstzeiten für die Konfirmation – eine ungeheuere Möglichkeit der Evangelisation und der Vertiefung bzw. Erneuerung des christlichen Glaubens durch den Kontakt mit diesen Kindern und Jugendlichen. In der Biologie nennt man solche Zeiten „prägungsoffene Phasen“; Zeitfenster, die genutzt werden wollen, da sie wie ein Fenster nach einiger Zeit wieder zugehen.

Die wenigen Monate des gemeinsamen Vorbereitens auf diese Sakramente hin sollten sinnvoll und pastoral hilfreich und evangelisierend genutzt werden! Jede Stunde dieses Weges ist kostbar.

Auch die Eltern dieser Kinder und Jugendlichen haben in dieser Zeit in der Regel offene Sinne für religiöse Inhalte und Anregungen.

Überaus wichtig scheint mir hierbei eine gute und phantasievolle Hinführung zum persönlichen, möglichst täglichen Beten.

Wenn ein Priester sich einen Samstagvormittag zwei Stunden Zeit nähme für eine feinfühlige, persönlich gehaltene und anregende Gebetsschule zusammen mit den Kindern oder Jugendlichen, so kann das Wunder wirken. Es gibt Pfarrer, die sich diese kostbaren Stunden jedes Jahr nicht nehmen lassen.


Neben dem Hinweis auf das gemeinsame Tischgebet - wenigstens einmal am Tag - ist das Martinshorn-Gebet eine gute Möglichkeit, Konfirmanden, Firmlingen und EK-Kindern spontanes und unkompliziertes Beten vor Augen zu führen.

Was hat es damit auf sich?

Jeder von uns hört täglich wohl mehrmals die Sirenen von Polizei und Rettungswagen. In der Regel ist der Grund irgendein Notfall, ein Unglück, ein Unfall auf den Straßen oder in Gebäuden. Jemand hat sich verletzt, hat Schmerzen, blutet; Passanten und andere Beteiligte oder Verwandte sind in großer Aufregung, oft Verzweiflung. Mütter weinen.

Ist es da nicht eine Sache der Empathie, nicht einfach wegzuhören, nicht auf Durchzug zu schalten? Wäre es nicht menschlich und eine Aufgabe der Nächstenliebe, ganz kurz für die Menschen in Not zu beten, wenn wir so ein Martinshorn hören?

Wieviele Menschen sind durch die Alltäglichkeit von Gewalt in Fernsehen, Filmen und Nachrichten sehr abgestumpft worden!

Es gilt, Empathiefähigkeit wieder bei unseren Kindern zu wecken und zu fördern. Wir wollen doch eine Gesellschaft werden, die hinhört auf Not und Schreie.

Und so hätten wir durch so ein kleines, selbstformuliertes Gebet beim Hören von Sirenen gleich mehrere Treffer erzielt:

Wir sprechen auf diese Weise immer wieder mit Gott, unserem Vater! Wenn von den EK-Kindern nur 10 % aus praktizierenden Familien stammen, von den Firmlingen nur 6 %, dann wird in diesen Familien daheim wohl nicht so oft ein Tischgebet gesprochen. Mehrmals am Tag also „telefonieren“ die Kinder dann durch das Martinshorn-Gebet mit dem Vater im Himmel!

Dieses Gebet ist etwas, was man völlig selber „produziert“! Man ist also kein Konsument, wie bei vielen Aktionen der Liturgie, wo die Gebete meist vorgesprochen werden und viele relativ unbeteiligt dabei sind.

Durch die Formulierung eines winzigen Gebetes - etwa: Lieber Gott, steh den Menschen in Not und den Helfern bei - bekennen wir, dass es Gott gibt! Wir rechnen mit ihm; die Kinder lernen, sich in Not an ihn zu wenden. Es entsteht sozusagen eine permanente Selbstvergewisserung immer wieder in den Kindern und Jugendlichen, auch bei uns: Gott gibt es, Gott hört mich, er hört mich überall! Gott ist lebendig! Er existiert! Ich rufe ihn an! Dieses Gebet ist eine tägliche, wunderbare Medizin gegen die Gottvergessenheit unserer Zeit.

Und: Das Martinshorngebet ist absolut altruistisch! Man betet in keinem Fall für sich selber, sondern nur für andere. Ja, man kennt diese anderen nicht einmal! Die Wirkung einer solchen Haltung ist langfristig nicht zu überschätzen.

Ein wichtiger Vorteil: Die Kinder und Jugendlichen – auch wir selber - müssen nicht daran denken; der Sirenenton oder das Blaulicht erinnern uns!

Versuchen wir doch, unseren Kindern und Enkelkindern, unseren Schülern im Reliunterricht, unseren Anvertrauten in der Sakramentenvorbereitung solches Beten beizubringen, es auch selbst zu praktizieren.

Ich kenne viele Kinder, sogar ein letztes Jahr konfirmierter gläubiger Junge, die das Martinshorn-Gebet täglich praktizieren. In Städten und Großstädten wird dadurch immer wieder völlig selbstlos für Menschen in Unglück und Not gebetet! Es kostet nichts, ist beim Radeln, Rollerfahren, Schwimmen und in jeder Lebenslage und in jedem Land durchzuführen.

Es gibt sogar eine schöne Geschichte über das Martinshorn-Gebet, die man sich mit Kindern auf dem Evangelisations-Internetsender www.bonifatius.tv anhören und völlig gratis anschauen kann.

https://www.bonifatius.tv/home/dr-christina-agerer-kirchhoff-das-martinshorn-gebet_7253


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