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Kardinal Eijk zelebriert erstes Hochamt im Vetus Ordo: „Eindrückliches, unvergessliches Erlebnis“

26. März 2026 in Aktuelles, 8 Lesermeinungen
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„Die Kirche war gefüllt mit andächtig betenden Menschen. Die meisten waren jung, und es waren auch viele Familien anwesend. Das Beichtsakrament wurde viel in Anspruch genommen.“


Utrecht (kath.net/gem/pl) In der katholischen Welt sorgt ein liturgisches Ereignis für Aufsehen, das weit über die Grenzen der Niederlande hinaus Wellen schlägt. Der Primas der Niederlande, Willem Kardinal Eijk, hat am 15. März 2026 in der „Grote Kerk“ in Oss sein erstes Pontifikalamt im außerordentlichen Ritus (Vetus Ordo) zelebriert. Der 72-jährige Erzbischof beschreibt im Interview mit dem italienischen Blog „Messa in Latino“ diese Erfahrung als ein „eindrückliches und unvergessliches Erlebnis“.

Dass ein Kardinal von der Statur Eijks – ein Mann, der für seine klare theologische Linie bekannt ist – im Jahr 2026 beschließt, den alten Ritus zu erlernen, ist kein Zufall. Eijk gab offen zu, dass er in der Vergangenheit Einladungen (etwa zu Diakonenweihen der Priesterbruderschaft St. Petrus) ablehnen musste, weil er mit den komplexen Rubriken des Tridentinischen Ritus schlicht nicht vertraut war. Um diese Lücke zu schließen, zog er sich Anfang des Jahres in ein Einrichtung des „Instituts Christus König und Hohepriester“ in Deutschland zurück. Dort erlernte er zunächst die „Stille Messe“, bevor er sich in Oss an das feierliche Pontifikalamt wagte.


Kardinal Eijk erläutert dazu: „Der Priester zelebriert die Eucharistie nicht, wie oft behauptet wird, ‚mit dem Rücken zum Volk‘, sondern zum Altar und damit Christus zugewandt. Dies hilft den Anwesenden, sich ebenfalls bewusst Christus zuzuwenden.“

Eigens bemerkenswert war für den Kardinal die Zusammensetzung der Gläubigen. Während Kritiker die traditionelle Messe oft als nostalgisches Hobby einer sterbenden Generation abtun, zeichnete Eijk ein völlig anderes Bild. Der Kardinal hob besonders die Momente des Schweigens hervor, die Raum für das persönliche Gebet schaffen.Die Kirche war gefüllt mit jungen Menschen und Familien mit Kindern. Es gab einen massiven Zustrom auf das Bußsakrament; drei Priester standen für Beichten zur Verfügung. Sogar aus Deutschland und Belgien reisten Gläubige an, um die Liturgie mitzufeiern. „Unter den Anwesenden befanden sich sowohl regelmäßige Besucher der Tridentinischen Messe als auch Katholiken, die üblicherweise an Eucharistiefeiern nach dem Novus Ordo teilnehmen“, erläutert Eijk gegenüber dem Blog „Messa in Latino“.

Dabei könnte der Zeitpunkt dieser Feier kaum brisanter sein. Denn auf den 27. und 28. Juni 2026 hat Papst Leo XIV. ein Kardinalskonsistorium einberufen. Es wird weithin spekuliert, dass der Heilige Vater die restriktiven Bestimmungen von Traditionis Custodes lockern könnte, um den innerkirchlichen Frieden zu fördern.

Kardinal Eijk, dessen Wort in der Weltkirche Gewicht hat, sendet zu diesem Thema jedenfalls ein klares Signal: Die Tradition ist kein Hindernis, sondern – wie er betont – oft der Weg, über den junge Menschen heute überhaupt erst zum Glauben finden, oft angestoßen durch soziale Medien.

In seiner eigenen Erzdiözese Utrecht hat Eijk bereits die Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP) willkommen geheißen, die dort eine früher aufgegebene Kirche erworben hat. Der Kardinal plant bereits, auch dort eines Tages die Heilige Messe zu feiern.

Für die niederländische Kirche, die seit Jahrzehnten mit Säkularisierung und Kirchenschließungen kämpft, scheint die Entdeckung der „alten“ Liturgie durch ihren Primas ein Zeichen der Hoffnung und der Beständigkeit zu sein.

Erst gestern hat Papst Leo XIV. die katholischen Bischöfe Frankreichs in einem Brief informiert, dass er bei der Messe im Vetus Ordo „konkrete und großzügige Lösungen“ sehen möchte, kath.net hat berichtet (Link).

Weitere kath.net-Artikel über Kardinal Eijk: siehe Link.

Archivfoto Kardinal Eijk © Erzbistum Utrecht

 


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